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Rund um Hermeskeil
Ausgabe 17/2026
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Wie geht es mit der Fischerhütte weiter?

Rund 15cm weniger auf jeder Raumseite - das führt zu deutlich weniger Bewegungsspielraum in der ohnehin schon beengten Küche - nicht zuletzt deswegen hatte man vor Jahren über eine grundlegende Neukonzeptionierung (auch mit Blick auf die aktuell nicht beheizte Toilettenanlage) nachgedacht. Aus Kostengründen hat man darauf verzichtet. Nun ist am Herd nicht mal mehr ein halber Meter Platz. An Sonntagen gehen hier üblicherweise bis zu 120 Essen über den "Tisch" in der Mitte.

Unklarheiten nach Küchensanierung sorgen für Kritik der Pächter

In der jüngsten Berichterstattung über die Gemeinderatssitzung in Beuren wurde in dieser Zeitung auf Grundlage einer Aussage des Ortsbürgermeisters vermeldet, dass die Sanierung der Küche in der Fischerhütte abgeschlossen sei. Nach Angaben der Pächter stellt sich die Situation jedoch differenzierter dar.

Ausgangspunkt der Maßnahmen war eine Kontrolle im Jahr 2023. Dabei hatte ein Lebensmittelkontrolleur Anforderungen formuliert, wonach Küche und Vorraum künftig entsprechend hygienischer Standards so umgestaltet werden müssten, dass die Oberflächen leicht abwaschbar sind. In der Folge wurde durch die damalige Ortsbürgermeisterin eine Sanierung in Aussicht gestellt, verbunden mit der Aufforderung, zunächst ein entsprechendes Konzept zu erarbeiten. Nach einem Wechsel in der Ortsführung wurde im weiteren Verlauf entschieden, keine grundlegende Umgestaltung, sondern eine Sanierung der bestehenden Küche vorzunehmen.

Umsetzung der Arbeiten

Die bauliche Umsetzung begann Anfang Januar diesen Jahres. Zunächst wurde die Heizungsanlage erneuert, im Anschluss die Küche umgebaut. Im Zuge der Arbeiten traten jedoch schnell unerwartete Probleme auf, insbesondere bei der Wasser-Zuleitung zur Küche. So musste ein Teilstück eines Rohrs entfernt werden, nachdem ein Befall festgestellt und eine Verstopfung erkannt worden war. Diese Maßnahmen führten offenbar zu Unstimmigkeiten zwischen den Beteiligten, die den weiteren Verlauf der Bauarbeiten beeinflussten.

Kritik an Planung und Ausführung

Die Pächter kritisieren insbesondere, dass sie in die Planung der Umbaumaßnahmen nicht eingebunden gewesen seien. Nach Abschluss der Arbeiten sei die ohnehin kleine Küche nochmals verkleinert worden, wodurch vorhandene Kücheneinrichtung und Möbel nicht mehr wie vorgesehen genutzt werden könnten. Auch technische Aspekte werden von den Pächtern beanstandet. Unter anderem verweisen sie auf alte Abwasserleitungen, die trotz erkennbarer Schäden nicht vollständig erneuert worden seien. Darüber hinaus stehen Fragen zur Ausführung einzelner Arbeiten im Raum, etwa hinsichtlich Belüftung, Brandschutz und Leitungsführung. In einzelnen Bereichen, so die Darstellung, seien bereits kurz nach Abschluss der Arbeiten Nutzungseinschränkungen erkennbar gewesen. Auch die Tatsache, dass zentrale Baumaßnahmen offenbar ohne durchgängige Abstimmung zwischen den Gewerken erfolgt seien, wird kritisch gesehen.

Eingeschränkter Betrieb

Die Auswirkungen sind für den laufenden Betrieb erheblich. Zwar öffnete die Fischerhütte am 18. April wieder, jedoch bleibt die Küche derzeit geschlossen. Die Bewirtung erfolgt über einen Imbisswagen mit einem eingeschränkten Angebot wie Bratwurst, Pommes oder Frikadellen. Klassische Speisen des bisherigen gutbürgerlichen Angebots – darunter Schnitzel, Fisch- oder Fleisch und Salatgerichte – können aktuell nicht zubereitet werden. Veranstaltungen wie Kommunionen oder private Feiern mussten abgesagt werden. Auch das wichtige Ostergeschäft fiel aus. Nach Angaben der Pächter sind dadurch bereits Umsatzeinbußen im mittleren fünfstelligen Bereich entstanden. Parallel wird geprüft, inwieweit rechtliche Schritte zur Klärung möglicher Ansprüche eingeleitet werden.

Zukunft ungewiss

Die Pächter, die die Fischerhütte seit 17 Jahren betreiben und nach eigenen Angaben über diesen Zeitraum rund 100.000 Euro in den Standort (so etwa in die Außenanlagen) investiert haben, sehen die weitere Entwicklung mit Sorge. Der bestehende Pachtvertrag läuft noch bis Ende des Jahres. Gleichzeitig steht eine bereits angesetzte Erhöhung des Pachtzinses im Raum. Sollte kein neuer Vertrag zustande kommen, könnte die Fischerhütte neu ausgeschrieben werden. Die Gemeinde strebt offenbar einen längerfristigen Vertrag an, während die aktuelle Situation aus Sicht der Pächter zunächst geklärt werden müsse.

Offene Fragen

Vor diesem Hintergrund bleibt derzeit offen, wie es mit der Fischerhütte weitergeht. Neben der baulichen Nachbesserung stehen insbesondere Fragen zur wirtschaftlichen Tragfähigkeit und zur zukünftigen Nutzung im Raum. Die Fischerhütte gilt als etabliertes Ausflugslokal mit regionaler und überregionaler Kundschaft. In den Sommermonaten wurden bislang regelmäßig hohe Besucherzahlen erreicht. Ob und in welchem Umfang der Betrieb künftig fortgeführt werden kann, hängt nach Einschätzung der Beteiligten maßgeblich davon ab, wie die bestehenden baulichen und organisatorischen Fragen geklärt werden. (LeWe)