Noch im Rohbau: Es macht den Anschein, als sei der Neubau des Werks deutlich größer als vorher - der Eindruck täuscht - der Vorgängerbau war unterkellert. Im Zuge des Wiederaufbaus hat man auch vor dem Hintergrund von Umwelteinflüssen darauf verzichtet und den Bau ebenerdig angelegt. Links neben der Halle sind die neuen "Boxen" für Sägemehl und Hackschnitzel.
Am Sägewerk in Hermeskeil schreiten die Bauarbeiten sichtbar voran. Wo noch vor einiger Zeit die Spuren des Großbrandes zu sehen waren, wächst nun Stück für Stück der Neubau in die Höhe. Besonders auffällig: Die neue Halle wirkt deutlich größer als der Vorgängerbau – tatsächlich bleibt die Anlagengröße jedoch nahezu unverändert.
Mit dem Neubau reagiert das Unternehmen auch auf Probleme der Vergangenheit. Das frühere Gebäude war unterkellert, was bei Starkregenereignissen wiederholt zu Überflutungen geführt hatte. Auf eine Unterkellerung wird nun bewusst verzichtet. Stattdessen setzt man auf eine moderne und funktionale Bauweise, die den Standort langfristig sichern soll.
Die Bauarbeiten sollen voraussichtlich bis August abgeschlossen sein. Bis die Produktion wieder aufgenommen wird, dauert es jedoch noch etwas: Der Start ist für das erste Halbjahr des kommenden Jahres vorgesehen. Am Produktionssystem selbst ändert sich nichts – das bewährte Verfahren bleibt bestehen. Neu gestaltet wurden hingegen die Boxen für Sägemehl und Hackschnitzel.
Sicherheit steht im Fokus
Ein besonderer Fokus liegt beim Wiederaufbau auf dem Thema Sicherheit. Das Großfeuer am 13. Juli 2022 hatte weite Teile des Sägewerks zerstört. Als Ursache wurde ein überhitztes Maschinenteil festgestellt. Knapp zwei Jahre später, am 12. September 2024, erhielt der Betrieb schließlich die Baugenehmigung für den Wiederaufbau.
Der Neubau bringt nun umfangreiche Verbesserungen im Brandschutz mit sich. Auch wird das ehemalige Holzlager durch eine spezielle Böschung mit Zaun gesichert. „Uns war besonders wichtig, mögliche Risiken von vornherein auszuschließen – gerade auch im Interesse des Anliegerverkehrs und vorbeigehender Kinder“, betont Geschäftsführer Hasan Hadzipasic. Die Maßnahmen gehen dabei bewusst über die behördlichen Vorgaben hinaus.
Keine Langholztransporte
Auch logistisch ergeben sich Veränderungen zu vorher: Künftig wird ausschließlich Kurzholz bis zu einer Länge von fünf Metern verarbeitet. Damit entfallen die bisherigen Langholztransporte durch die Stadt. Die geplante Jahreskapazität liegt bei 120.000 bis 150.000 Festmetern und knüpft damit an die Leistung vor dem Brand an. Der Wiederaufbau markiert einen Neustart für den traditionsreichen Standort, an dem die Firma H.A.S.E. seit 1994 Holzprodukte fertigt. Die millionenschwere Investition sichert Arbeitsplätze und stärkt zugleich die regionale Wertschöpfungskette. Ein Großteil der Produktion dient weiterhin der eigenen Palettenfertigung in Kirchberg. (LeWe)