Gleich zu Beginn der jüngsten Sitzung des Rascheider Gemeinderats, zu der auch Bürgermeister Stefan Ding gekommen war, bat der 1. Beigeordnete Axel Thielen um eine „zügige Abwicklung“, weil im Anschluss an die Sitzung noch eine Veranstaltung stattfinde. Welche das war, lesen Sie in einem gesonderten Artikel in dieser Ausgabe. Ortsbürgermeister Andreas Ludwig begrüßte Laura Bückle, Expertin vom Ingenieurbüro Reihsner in Wittlich, die dem Rat den Entwurf des Hochwasser- und Starkregenvorsorgekonzepts vorstellte.
Um mögliche Schäden durch lokale Starkregenereignisse, die infolge der Klimaerwärmung vermehrt auftreten, so gering wie möglich zu halten, ist es nach einer Information der Verbandsgemeindeverwaltung entscheidend, geeignete Vorsorgemaßnahmen zu treffen. Im Hinblick auf eine bestmögliche Vorbereitung hat die VG das Ingenieurbüro Reihsner und das Ingenieurbüro Fuchs aus Hermeskeil beauftragt, für alle Ortsgemeinden ein solches Hochwasser- und Starkregenvorsorgekonzept zu erarbeiten.
Die gute Nachricht, die Laura Bückle den Rascheidern überbrachte, lautet, dass das Gefährdungspotenzial in der Gemeinde nur „moderat“ ist. Insgesamt gibt es aktuell nur sechs sogenannte „Defizitstellen“ an öffentlichen Bereichen im Ort, die aber alle - so die Expertin - auch mit einer Wassertiefe von bis zu 30 Zentimetern „im Normalfall gut handelbar“ sind. Wichtig sei dabei vor allem, die Abflusswege für größere Wassermengen, die durch Starkregen entstehen könnten, frei zu halten. Bückle empfahl, bei zukünftigen Straßenbaumaßnahmen Rinnsteine mit Hochborden auszustatten und zusätzlich Mittelrinnen in den Straßen anzulegen, um die Flächen bestmöglich zu nutzen.
Bei dem vorgestellten Konzept handelt es sich noch nicht um eine konkrete Planung, sondern um einen Entwurf, der bei der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) zur Prüfung eingereicht worden ist. Nach deren Abschluss findet die formelle Veröffentlichung statt. „Zum Glück haben wir bei uns nur wenige Probleme“, stellte Ortsbürgermeister Andreas Ludwig als Fazit fest. Es sei aber gut, ein Konzept an die Hand zu bekommen, nach dem man bei künftigen Straßenbaumaßnahmen vorgehen könne. Ein Beschluss zu diesem Punkt der Tagesordnung war nicht erforderlich.
Haushaltsplan 2026
Auch wenn der Haushaltsplan für das laufende Jahr eine Unterdeckung von rund einer halben Million Euro ausweist, ist die Gemeinde Rascheid im Hinblick auf ihr Eigenkapital, das Ende 2026 noch mehr als 6 Mio. Euro betragen wird, „noch viele Jahre gut ausgestattet“, erklärte Kai Rosar, Finanzfachmann von der VG-Verwaltung, der dem Gemeinderat das Zahlenwerk zügig vorstellte. Der dickste Posten im Haushaltsplan ist für den geplanten Bau eines Bürgerhauses vorgesehen. Aus dem Haushalt 2025 wurden 124000 Euro nach 2026 übertragen, 450000 Euro sind im laufenden Jahr für den Abriss der alten Bausubstanz vorgesehen. Hinzu kommen eine Verpflichtungsermächtigung über 500000 Euro für die mögliche Vergabe weiterer Arbeiten. Der Antrag auf Bewilligung von Mitteln aus dem Investitionsstock des Landes ist sowohl für 2025 als auch für 2026 abgelehnt worden, ebenso die Genehmigung eines vorzeitigen Baubeginns, die schon mal den Abriss des bestehenden Gebäudes ermöglicht hätte. Das sei „ein ernstes Thema“, sagte Bürgermeister Ding. Man habe nun entschieden, „von der Investitionsstock-Schleife wegzukommen“, weil dort solche Vorhaben immer ganz unten auf der Prioritätenliste landeten. Im Hinblick auf „alternative Finanzierungswege“, die sie sehe, gehe die Verwaltung auf die Aufsichtsbehörde zu und werde vielleicht in den kommenden Wochen Ergebnisse vermelden können.
Der Haushaltsplan fand ohne Fragen und Aussprachen die einhellige Zustimmung des Gemeinderats. Wichtig für die Bevölkerung: Die Sätze für die Gemeindesteuern bleiben unverändert.
Photovoltaik auf dem Sportplatzgebäude
Den recht hohen Strombedarf des Sportvereins will die Gemeinde in Zukunft zum Teil aus eigener Erzeugung decken. Deshalb beschloss der Gemeinderat den Bau einer Photovoltaikanlage auf dem Gebäude und vergab den Auftrag an den Bieter mit dem günstigsten Angebot. Der erzeugte Strom wird in Höhe des Verbrauchs vom Sportverein an die Gemeinde erstattet. Für den Bau stehen 25000 Euro im Haushaltsplan bereit. Ortsbürgermeister Andreas Ludwig: „Es ist sinnvoll, dass wir das machen. Es ist eine Win-Win-Situation.“ Die Aufsichtsbehörde hat der Maßnahme im Hinblick auf die Sicherung der Einspeisevergütung, die die Bundesregierung bekanntlich für Neuanlagen abschaffen will, vorab zugestimmt. (WIL-)