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Rund um Hermeskeil
Ausgabe 2/2019
2 - Hermeskeiler Stadtnotizen
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Von Woche zu Woche

Das waren noch Zeiten...

Bekanntmachung aus RuH Nr. 9/1959

Wir weisen nochmals darauf hin, dass außerhalb eingefriedeter Grundstücke das freie Umherlaufen von Gänsen, Enten, Hühnern, Schweinen, Ziegen, Schafen, usw. gemäß § 9 des Feld- u. Forstpolizeigesetzes vom 29. 3. 1933 grundsätzlich verboten ist. Zuwiderhandlungen werden mit einer Geldstrafe bis zu 150,- DM oder mit Haft bis zu 3 Tagen bestraft. Die weitverbreitete Auffassung, dass das freie Umherlaufen dieser Tiere nur während eines bestimmten Zeitraumes, und zwar vom Frühjahr bis zum Herbst verboten sei, ist nicht zutreffend. Eine bestimmte zeitliche Einschränkung sehen die gesetzlichen Bestimmungen nicht vor. Wer also zu irgendeiner Zeit die obengenannten Tiere so umherlaufen lässt, dass die Gefahr eines Schadens entsteht, macht sich strafbar. Wir bitten die Bevölkerung, dieses zukünftig zu beachten. Hermeskeil, den 24. Februar 1959, Amtsverwaltung Hermeskeil - Ortspolizeibehörde –

... und noch eine Bekanntmachung (aus RuH Nr. 12/1959)...

Am Montag, dem 23. März 1959 um 13 Uhr wird am Stierstall der Gemeinde Hermeskeil der Stallmist öffentlich meistbietend versteigert. Der Bürgermeister

... und die zur „Bullenhaltung“ aus RuH Nr. 18/1961 passt hier auch hin

Im Einvernehmen mit dem landw. Casino werden die Deckzeiten für Rinder bis auf jederzeitigen Widerruf wie folgt geändert: Die Deckzeit von 12 bis 13 Uhr fällt ganz weg. Die übrigen Deckzeiten werden auf 7 bis 8 Uhr und 18 bis 19 Uhr festgesetzt. Hermeskeil, den 25. April 1961, Gemeindeverwaltung Hermeskeil (RuH Nr. 18/1961)

Das waren noch Zeiten! Heute gibt es sowas selbst in den kleinsten Orten unserer Hochwaldregion nicht mehr. Vor 60 Jahren aber beherrschte die Landwirtschaft noch das Ortsbild, standen noch jede Menge Bauernhöfe mitten im Dorf, auch in Hermeskeil. Und (fast) jeder hatte vor dem Haus und an der Straße seinen Misthaufen, auf dem sich die Hühner tummelten.

In Hermeskeil gab es auch wie in den meisten Dörfern einen gemeindeeigenen Stier, dem die Kühe zum Decken zugeführt wurden. Sein Stall stand am Neuen Markt. Bei den Ausschachtungsarbeiten für das Feuerwehrmuseum fand man noch Hinterlassenschaften in Form einer Jauchegrube mitsamt Inhalt...

Apropos Nachwuchs bei Nutztieren: Es gab (und gibt auch heute noch) strenge Vorschriften. Man durfte die Tiere in seinem Stall nicht einfach so miteinander paaren. Das musste ein Landwirt aus Reinsfeld erfahren, wie die folgende Meldung aus RuH Nr. 10/1962 zeigt:

Reinsfeld: Strafanzeige gegen einen Tierhalter wurde erstattet, weil dieser einen ungekörten Eber zum Decken genommen hatte. Auch für den Gebrauch im eigenen Betrieb ist dieses nicht gestattet.

(WIL-)