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Rund um Hermeskeil
Ausgabe 2/2020
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Hinter dem Gewerbe- und Industriepark Hochwald steht ein Fragezeichen

Reinsfelder Forst bringt 2020 fast keinen Gewinn - Platzbedarf in Grundschule und KiTa

Zur letzten Sitzung im Jahr 2019 hatte Ortsbürgermeister Uwe Rossmann den Reinsfelder Gemeinderat am Dienstag, den 17. Dezember ins Bürgerhaus eingeladen. Von der Verwaltung konnte er Thomas Merz und die Marketingfachfrau Stefanie Schömer und vom Forst Revierleiter Martin Ritter begrüßen. Neben einigen Routinepunkten beherrschten drei Themen die Tagesordnung, der Forstwirtschaftsplan 2020, der geplante Gewerbe- und Industriepark Hochwald und der sich abzeichnende Platzbedarf in der Grundschule und in der KiTa.

Nach Begrüßung und Feststellung der Beschlussfähigkeit teilte Uwe Rossmann mit, dass die Gemeinde aus dem Förderprogramm „Extremwetter“ einen Zuschuss von 24.000 Euro erhalten wird.

Forstwirtschaftsplan 2020

Zunächst erläuterte Martin Ritter die Folgen der beiden extrem trockenen Sommer 2018 und 2019. Die Trockenheit und die europaweite Borkenkäferplage habe den Reinsfelder Wald, Fichtenanteil 76 %, noch glimpflich davon kommen lassen, in weiten Teilen der Republik sei der Fichtenwald tot, so Ritter. Die Preise für diese Holzsorte seien eingebrochen, entsprechend auch die Erlöse. 2019 habe man wegen des Borkenkäfers statt 7.800 fm 10.400 fm einschlagen müssen, der Gewinn für das laufende Jahr 2019 werde nicht 139.000 Euro sondern 153.000 Euro betragen. Sollte ein weiterer trockener Sommer 2020 folgen, wäre das auch für den Reinsfelder Forst der Todesstoß.

Für das kommende Jahr ist ein Einschlag von rd. 7.100 fm geplant, bei Erholung des Holzpreises kann diese Menge aber erhöht werden. Der vorgelegte Plan 2020 sieht Einnahmen von 368.000 Euro vor, die Ausgaben belaufen sich auf 364.300 Euro, Gewinn nur 3.700 Euro. Diese Zahlen stehen, so Ritter, alle unter Vorbehalt, Änderungen sind möglich. Beim Brennholz sollen die Abnehmer verpflichtet werden, neben der Buche auch Fichte zu kaufen.

Gewerbe- und Industriepark Hochwald

Hier trug Uwe Rossmann den derzeitigen Sachstand vor. Die geplante Erschließung soll 5,3 Mio. Euro kosten, diese soll über Kredite finanziert werden. Da die Gemeinde Reinsfeld aber 2,8 Mio. Euro Schulden hat, erteile die Kreisverwaltung derzeit keine Kreditgenehmigung. Man könne die Kreisverwaltung bzw. Landrat Schartz nur dann umstimmen, so Stefanie Schömer, wenn ein rechtskräftiger Bebauungsplan vorliegt, mit dem man potenzielle Interessenten werben kann. Wenn diese Investoren sog. Kaufabsichtserklärungen abgeben, sei es möglich, Zuschüsse zu beantragen. Sie ist davon überzeugt, die Fläche von rd. 7,8 ha schnell und zügig an den Mann zu bringen, da eine große Nachfrage herrsche und die geplante Fläche sehr verkehrsgünstig an der Autobahnauffahrt zur A 1 liegt. Bei Kaufabsichten sind Investitionsrückflüsse in Aussicht, mit diesen positiven Nachrichten könne man die Kreisverwaltung in Sachen Kreditgenehmigung umstimmen. Wenn das Land die Erschließung mit 50 % fördert, belaufen sich die Erschließungskosten für die Gemeinde auf rd. 2,7 Mio. Euro, der Preis pro qm würde rd. 40 Euro betragen, was potentielle Interessen noch mehr locken wird, so Rossmann. An Planungskosten sind bis dato rd. 70.000 Euro angefallen, die komplette Planung wird 300.000 Euro kosten. Esther Wahlen (CDU) meinte, man solle das Risiko eingehen und dieses Geld investieren. Ein schalltechnisches Gutachten kosten noch 2.000 Euro, ein Gutachten in Sachen Verkehrsplanung rd. 8.000 Euro.

„RuH“ wird die Entwicklung weiter verfolgen und entsprechend berichten.

Entwicklung Kinderzahlen an Grundschule und KiTa

Bei der Grundschule steht die Entwicklung der zukünftigen Kinderzahlen noch aus, evtl. ist ein Erweiterungsbau notwendig.

Für die KiTa besteht Handlungsbedarf. Durch das neue „Gute-KiTa-Gesetz“, nachdem ab den 01. 07. 2021 für jedes Vorschulkind ein Ganztagsplatz angeboten werden muss, steigt der Bedarf an Gruppen- und Ruheräumen, die Küche muss erweitert, zusätzlich muss das Personal aufgestockt werden. Im Ergebnis bedeutet das für Reinsfeld, so Uwe Rossmann, dass man Platz für zwei zusätzliche KiTa-Gruppen braucht. Erweiterung/Anbau bzw. Neubau sei die Frage. Für jede neue Gruppe gäbe es 250.000 Euro Zuschuss, was aber bei weitem nicht ausreicht, die Gemeinde müsse als Träger viel Geld in die Hand nehmen, so der Ortsbürgermeister. Nach einer Begehung, genauen Zahlen und einer Abklärung mit dem Kreisjugendamt soll weiter entschieden werden.

Gemeinderatsplitter

- Der Friedhof soll eine dritte Urnenwand erhalten

- Am Radweg müssen die Balken an den Geländern teilweise erneuert

werden, Kosten rd. 2.000 Euro

- Das Dach der Kulturhalle ist schadhaft und muss saniert werden,

ein Gutachter soll genaue Daten liefern

- derzeit liegen 6 Bauvoranfragen vor

bb