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Rund um Hermeskeil
Ausgabe 2/2026
3 - Aus den Hochwaldgemeinden
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Kommunale Wärmeplanung für Gusenburg

Nahwärmenetz für Ortskern wird untersucht

Die Bestandsaufnahme und die Potential-Analyse im Rahmen der Wärmeplanung haben ergeben, dass die Errichtung eines Nahwärmenetzes in Gusenburg untersucht werden sollte. Hierzu wird in einem nächsten Schritt eine Vorstudie unter Beteiligung der Bürger durchgeführt.

Die Kommunen sind verpflichtet, Pläne für ihre zukünftige Wärmeversorgung zu erstellen. Das legt das sogenannte Wärmeplanungsgesetz (WPG) fest.

Ziel dessen ist es, die Treibhausgasemissionen im Gebäudesektor langfristig zu senken und vermehrt regenerative Energiequellen für Heizzwecke zu nutzen. Gleichzeitig macht sich bei vielen Bürgerinnen und Bürgern die ab dem Jahr 2021 eingeführte CO2-Stufensteuer auf fossile Energieträger wie Erdgas und Heizöl bei den anfallenden Heizkosten zunehmend kostentreibend bemerkbar. Auch die Gebäudeeigentümer in Gusenburg stehen vor der Frage, wie sie mittelfristig kostengünstig auf eine nachhaltige, klimaneutrale Wärmeversorgung umstellen können.

Eine Bestandsaufnahme d.h. Analyse des aktuellen Wärmebedarfs der Gebäude und der bestehenden Infrastruktur durch die Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz hat gezeigt, dass der Wärmebedarf der Ortsgemeinde Gusenburg bei 17 Gigawattstunden liegt. Derzeit werden 76 % des Bedarfs durch Ölheizungen gedeckt, während der Anteil erneuerbarer Energien bei 20 % liegt. Das durchschnittliche Alter der Heizkessel beträgt 19 bis 20 Jahre, was auf einen erheblichen Modernisierungsbedarf hinweist.

Im Rahmen einer Potenzialanalyse wurde des Weiteren untersucht, wie die Reduzierung des fossilen Anteiles der Wärmeerzeugung, insbesondere durch Nutzung erneuerbarer Energien bis zum Jahr 2045, klimaneutral gestaltet werden kann. Im Ergebnis zeigt sich, dass Umweltwärme, insbesondere oberflächennahe Geothermie das größte Potenzial in Gusenburg bietet. Ein Wärmenetz eignet sich danach in Gusenburg besonders für ältere Gebäude mit hohem Wärmebedarf und dichter Bebauung. In Gusenburg könnte perspektivisch ein Nahwärmenetz im Ortskern eine realistische Lösung für eine regenerative und gemeinschaftliche Wärmeversorgung sein.

Die Ortsgemeinde Gusenburg hat in der Ratssitzung am 09.10.2025 beschlossen, das Angebot einer kostenlosen Vorstudie einschließlich Bürger-Informationsveranstaltung und Interessenabfrage bei den Gusenburger Bürgern durch die Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz zu nutzen, um so eine Entscheidungsgrundlage für die Beauftragung einer weiterführenden kostenpflichtigen Machbarkeitsstudie zu erhalten.

Im Rahmen einer Bürger-Informationsveranstaltung sollen jetzt interessierte Bürger über ein mögliches Wärmenetz in der Ortslage Gusenburger informiert werden, um mit Gebäudeeigentümern ins Gespräch zu kommen sowie das Interesse an einem Anschluss an ein Wärmenetz abzufragen.

Wie ein mögliches Nahwärmenetz aussehen kann und was das für die potenziellen Anschlussnehmer bedeutet, soll in einer Bürger-Informationsveranstaltung am Samstag, dem 31.Januar 2026, 14:00 Uhr im Feuerwehr- und Gemeindehaus in Gusenburg erörtert werden.

Organisiert wird diese Veranstaltung durch das Klimaschutzmanagement der VG- Hermeskeil in Kooperation mit der Ortsgemeinde Gusenburg und der Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz.