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Rund um Hermeskeil
Ausgabe 20/2019
3 - Aus den Hochwaldgemeinden
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Erste „Naturpark-Schule“ in der Region

Grundschule in Züsch ausgezeichnet

Am Dienstag, dem 7. Mai überreichte der Birkenfelder Landrat Matthias Schneider als Vorsitzender des Naturparks Saar-Hunsrück im Rahmen einer Feierstunde das Prädikat „Naturpark-Schule“ mit Urkunde und Plakette an die Grundschule in Züsch. Sie ist damit die erste offiziell ausgezeichnete Schule im rheinland-pfälzischen Teil des länderübergreifenden Naturparks.

Wie so oft waren erst einmal im Vorfeld einige bürokratische Hürden zu überwinden, bevor Ende 2017 die Kooperationsvereinbarung zwischen Grundschule, Verbandsgemeinde und Naturpark unterzeichnet werden konnte, so der Rektor der Züscher Grundschule Armin Loos bei der Begrüßung der Gäste. Chor und Flötengruppe hatten diese zuvor ganz zum Thema passend mit dem Lied „Heut ist ein Fest bei den Fröschen am See“ willkommen geheißen. Grundgedanke der deutschlandweiten Zusammenarbeit der Naturparks mit Schulen - insbesondere mit Grundschulen - sei es, Kindern und Jugendlichen Themen aus den Bereichen Natur und Kultur in Verbindung mit außerschulischen Partnern zu vermitteln. Dazu werden diese Themen dauerhaft und verbindlich im Lehrplan verankert. Seit der Kooperationsvereinbarung wurden schon viele Projekte umgesetzt. Beispielhaft seien hierfür der Bau von Nistkästen, Apfelernte und Gewinnung von Apfelsaft, anlegen einer Blumenwiese, Besuche auf Bauernhöfen mit Kartoffelernte, sowie Exkursionen und Workshops in die Welt der Amphibien genannt. Die Arbeit in der Praxis, so Schulleiter Loos, sei eindeutig kurzweiliger und interessanter gewesen, als das Erstellen der schriftlichen Nachweise, die sich auf etwa 50 Seiten aufsummiert hätten. Aber ohne Nachweis keine Auszeichnung. Das Ergebnis aus den verschiedenen Projekten wurde eindrucksvoll durch Arbeitsmappen, Anschauungsobjekte und Vorträge der Viertklässler, die sich mit dem Thema Amphibien beschäftigt hatten, präsentiert.

Mit der bisherigen Arbeit habe, so Landrat Schneider, die Schule schon eindrucksvoll ihr Interesse und Engagement für die Themen Natur und Umwelt vor der eigenen Haustür, Nachhaltigkeit und regionale Kulturgeschichte unter Beweis gestellt. Da neben Imkern, Landwirten, Förstern, Naturschützern und Vereinen auch der Nationalpark Hochwald als Kooperationspartner mit im Boot ist, werde dieses funktionale Schutzgebietssystem aus Naturpark und Nationalpark auch in der Bildungsarbeit als Bündnis für die Natur gelebt und mit spezifischen Themenfeldern optimal ergänzt.

Der Beauftragte der Verbandsgemeinde, Hartmut Heck, lobte die Schulleitung für das forcieren des praktischen Unterrichts. Er sei stolz, dass man als Schulträger mit im Boot sei und sagte jetzt schon die weitere Unterstützung des Projektes zu. Die Arbeit sei ein kleiner Beitrag zur Erhaltung der Biodiversität im heimatlichen Umfeld und eröffne viele spannende Möglichkeiten, den Kindern Umwelt und Kulturlandschaft authentisch näher zu bringen. Erfreulich sei außerdem, dass sich drei weitere Grundschulen an dem Projekt beteiligen. Während die Grundschulen Reinsfeld und Gusenburg mit der Suche nach Kooperationspartnern gerade erst gestartet sind, befindet sich Beuren schon auf der Zielgeraden zur Auszeichnung.

Als „Beigabe“ zu Urkunde und Plakette hatte Gudrun Rau, Geschäftsführerin des Naturparks, noch die Biene „Sumsi“ und für Schüler und Gäste einen großen Korb voll Tütchen mit Saatgut zum Anlegen von Wildblumenwiesen mitgebracht. (BäR)

Die Vertreter des Naturparks Saar-Hunsrück mit Schulleiter Armin Loos (2. von rechts)

Plakette