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Rund um Hermeskeil
Ausgabe 20/2019
2 - Hermeskeiler Stadtnotizen
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Der „Herr der Ringe“ ist auch dabei

Standesbeamter Wolfgang Nellinger, Bürgermeister Michael Hülpes und Brauchtumspfleger Kurt Bach freuten sich im Juni 2006 über das neue Familienbuch, das von Heribert Scholer (2. v.l.) übergeben wurde.

Kennenlerntreffen mit Familienforschern in Hermeskeil am 25. Mai

Wie in unserer letzten Ausgabe bereits berichtet, treffen sich Ahnen- und Familienforscher der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde (WGfF) am Samstag, den 25. Mai um 14.00 Uhr im Konferenzraum des Infozentrums Naturpark Saar-Hunsrück (Nebengebäude) in Hermeskeil. Mit dabei ist auch Heribert Scholer aus Schillingen, Vorstandsmitglied der Bezirksgruppe Trier und wohl der erfahrenste und bekannteste Hochwälder Familienforscher.

In jahrzehntelanger Fleißarbeit hat Scholer nicht nur alle Kirchenbücher, sondern auch sämtliche Standesamtsakten in der Region von der oberen Mosel bis weit in den Hunsrück eingesehen, Urkunden abfotografiert und Personenstandsdaten in einer Omega-Datenbank erfasst. „Omega“ ist das Standardprogramm, mit dem die regionalen Familienforscher nicht nur Daten erfassen, sondern auch z.B. in Form von sogenannten Ortsfamilienbüchern auswerten können. Scholers Bestand umfasst aktuell mehr als eine halbe Million Personen. Fast 50.000 Eheschließungen sind darunter, weshalb Forscherfreunde ihn scherzhaft „Herr der Ringe“ nennen.

Auch im Standesamt Hermeskeil war Heribert Scholer in den Jahren 2004 bis 2006 aktiv und hat die Bestände erfasst. Neun dicke Bände stehen seitdem im Amt in Hermeskeil und erleichtern dem Standesbeamten die Bearbeitung der Anfragen von Ahnenforschern aus aller Welt ganz erheblich - „ein Glücksfall für das Standesamt Hermeskeil“, wie seinerzeit Bürgermeister Michael Hülpes bei der Übergabe der Bücher erklärte: Der zeitliche Aufwand sei nicht zu bezahlen und ohne Scholers Idealismus und ehrenamtliches Engagement hätte ein solches Projekt nicht verwirklicht werden können. Für seine hervorragenden Verdienste in der Familienforschung im Rheinland wurde Heribert Scholer im vorigen Jahr von der WGfF als erster Forscher in der Region mit der Oidtmann-Medaille ausgezeichnet.

Aktuell arbeitet Scholer, der seit 40 Jahren Ahnen- und Familienforschung betreibt und in dieser Zeit mehr als 40 Ortsfamilienbücher erstellt hat (Informationen im Internet unter scholers.de), an der Erfassung der Standesamtsdaten in Morbach. Die Daten sind inzwischen so umfangreich, dass eine Herausgabe in konventionellen - also gedruckten - Familienbüchern kaum noch sinnvoll ist. Sie erfolgt deshalb in Form einer CD, auf der - so Scholer - voraussichtlich auch das Standesamt Hermeskeil zu finden sein wird.

Das „offene Treffen“ am 25. Mai in Hermeskeil will Menschen erreichen, die sich mit Familienforschung beschäftigen oder Wege dazu suchen. Dazu wird der Vorsitzende der Trierer Gruppe in einem Kurzvortrag über die Ziele und Angebote der WGfF berichten. Konkret fassbar wird dies an der Arbeit der Trierer Gruppe und den zahlreichen Publikationen, die in den letzten 20 Jahren mit digitaler Unterstützung entstanden sind. Nach einer Übersicht über die Quellenlage im Hochwald und dem angrenzenden Saarland besteht Gelegenheit zu Diskussion oder Hilfen für Fragen und Probleme auf der Suche nach den Vorfahren.

Zu dem Treffen ist jedermann willkommen. Für diejenigen, die an der Erforschung ihrer eigenen Vorfahren und der Geschichte ihrer Familie interessiert sind, bietet diese Veranstaltung eine ideale Gelegenheit zum Einstieg in die Materie.