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Rund um Hermeskeil
Ausgabe 20/2019
2 - Hermeskeiler Stadtnotizen
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Ganz oben auf der Liste steht der Donatusplatz

Mit roten Klebepunkten markierten Bürgerinnen und Bürger die für sie wichtigsten Ideen und Vorschläge.

Hermeskeiler legten bei Abschlussveranstaltung zum Stadtumbau ihre Prioritäten fest

"So viele Ideen und Vorschläge hatten wir bisher noch in keiner anderen Stadt", zeigte sich Städteplanerin Julia Kaiser vom Planungsbüro "stadtgespräch" am vergangenen Donnerstag beeindruckt. Nachdem die drei Bürgerworkshops und auch die zusätzliche Veranstaltung für Gewerbetreibende gut besucht waren, kamen auch zur Abschlussveranstaltung, bei der die Ergebnisse präsentiert wurden, mehr als 70 Bürgerinnen und Bürger. Doch auch hier war es mit Zuhören nicht getan: Sie waren aufgefordert, mit roten Klebepunkten diejenigen Ziele und Projekte zu markieren, die sie für die vordringlichsten halten. Klarer "Favorit" am Ende: der Donatusplatz.

Nach der Begrüßung durch Stadtbürgermeister Mathias Queck stellte Kaiser noch einmal das Förderprogramm vor. „Ein Superprogramm“, wie sie sagte, bei dem es in den kommenden zehn Jahren Zuschüsse vom Land in Höhe von 75 % für öffentliche und auch namhafte Unterstützung für private Sanierungsprojekte geben wird. Voraussetzung für erstere ist ein städtebauliches Entwicklungsprogramm, für letztere die Ausweisung eines Sanierungsgebiets für die Hermeskeiler Innenstadt. Zehn Millionen Euro stehen dann in Mainz zur Verfügung.

Mit einer Fragebogenaktion hatte man im Februar begonnen und sodann in vier Workshops die Vorstellungen der Bürger und der Gewerbetreibenden zusammengetragen. „Wie im Bilderbuch“ sei das abgelaufen, berichtete die Planerin, denn es sei sehr sachlich und äußerst konstruktiv diskutiert worden. Mehr als 250 Ideen sind hierbei zusammengekommen. Sie waren auf Plakatwenden im großen Saal des MGH Johanneshaus nachzulesen. Die Besucherinnen und Besucher erhielten nun rote Klebepunkte, mit denen sie die nach ihren Vorstellungen wichtigsten und dringlichsten Projekte markieren sollten )„damit wir wissen, wo wir Prioritäten setzen müssen“, sagte Julia Kaiser), und machten sich an die Arbeit. Die Ergebnisse standen nach kurzer Zeit fest.

Bauen/Wohnen/Leben

Ganz oben auf der Wunschliste landet die Umgestaltung des Donatusplatzes: Mehr Grün, weniger Busverkehr, Überdachungen für die Haltestellen, gemütlichere Aufenthaltsmöglichkeiten für Fußgänger - das ist es, was sich hier viele möglichst schnell wünschen. Eine schönere und attraktivere Fußgängerzone und die Reaktivierung von Leerständen - hier vor allem des früheren Cafés am Rathaus - sind aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger ebenso vorrangige Ziele wie eine Neugestaltung des Neuen Marktes. Eine Neugestaltung der Fußgängerzone und die Beseitigung von Leerstände durch Aufwertung der Immobilien und Schaffung von Anreizen stehen auch bei den Gewerbetreibenden ganz oben auf der Agenda

Verkehr/Versorgung/Infrastruktur

Auch im Bereich Verkehr und Infrastruktur liegt der Donatusplatz vorne, wobei die Vorstellungen sich ziemlich gleichen: Mehr und attraktivere Aufenthaltsbereiche für Fußgänger, aber auch Stellplätze für Zweiräder wünscht man sich hier ebenso wie mehr Barrierefreiheit. Auf dem zweiten Platz folgt der Ruf nach einem attraktiveren Wochenmarkt, auf dem sich auch Anbieter von Spezialitäten und Bio-Produkten finden. In dem Workshop für Gewerbetreibenden - zwei Tage vor der Abschlussveranstaltung - war angeregt worden, hierzu den störenden Brunnen am Rathausplatz zu entfernen und dort stattdessen einen Pavillon oder überdachte Arkaden für den Markt zu errichten. Den dritten Platz im Bereich Infrastruktur belegt bei den Hermeskeilern die Sicherung der medizinischen Versorgung, beispielsweise durch ein medizinisches Versorgungszentrum mit Haus- und Fachärzten und einem Reha-Angebot.

Kultur/Tourismus

Eindeutige Priorität genießt sowohl bei Bürgern als auch Gewerbetreibenden das Bemühen um die Schaffung von mehr Übernachtungsmöglichkeiten in Hermeskeil, aber auch die bessere Vermarktung der vorhandenen. Ideen für ein besseres Rad- und Wanderwegenetz mit direkter Anbindung an den Saar-Hunsrück-Steig, aber auch eine Verbesserung der vorhandenen Verkehrssituation in der Innenstadt für Radfahrer, landen auf dem zweiten Platz. Den Wunsch nach „mehr Veranstaltungen“ wie Open-Air-Kino, Stadt-Olympiade oder Römerfest - Platz drei der Prioritätenliste im kulturellen Bereich - kann das Planungsbüro leider nicht erfüllen: „Das müssen Sie schon selbst hinkriegen“, sagte Planerin Julia Kaiser.

Auch für Bereiche außerhalb des voraussichtlichen Sanierungsgebiets in der Innenstadt gab es Vorschläge, die die Anwesenden mit grünen Klebepunkten priorisieren sollten. Hier steht die Umgestaltung des ehemaligen Bahnhofsgebäudes ganz vorne, wo man sich Gastronomie, Übernachtungsmöglichkeiten und eine Fahrrad-Servicestation wünscht, gefolgt von einer intensiveren Nutzung des Stadtparks für Veranstaltungen und einer Nutzung des Standortübungsplatzes für Outdoor-Aktivitäten. Auch diese Ideen werden vom Planungsbüro gesammelt, damit sie, so Kaiser, nicht verloren gehen.

Fortsetzung folgt

Über die Sommermonate wird „stadtgespräch“ nun fleißig arbeiten und diejenigen Ideen herausfiltern, die ins Förderprofil passen. „Wir packen so viel hinein, wie es geht“, verspricht die Planerin. Das städtebauliche Entwicklungskonzept wird dann im Herbst vorgestellt und - hoffentlich zügig - vom neuen Stadtrat abgesegnet. Erst dann können konkrete Projekte geplant werden, in die - so der Stadtbürgermeister am Ende der Veranstaltung - die Bürger erneut einbezogen werden. Queck: „Ihre Beteiligung endet nicht mit den Workshops.“ (WIL-)