Peace Days setzen Zeichen für Frieden und Zusammenhalt im Hochwald
Ende April standen am Gymnasium Hermeskeil sowie an der St. Martinus Schule in Reinsfeld besondere Projekttage auf dem Stundenplan: die sogenannten „Peace Days“. Gefördert und begleitet wurden sie maßgeblich vom Rotary Club Trier Hochwald, vertreten durch Margreth Eiden-Götten, die das Projekt seit seinen Anfängen unterstützt.
Bereits zum zweiten Mal fand am 23. April 2026 ein Peace Day an der St. Martinus Schule statt. Die Initiative dazu geht auf den Rotary Club zurück, der schon 2023 den Kontakt zur Berghof Foundation hergestellt hatte. Die international tätige Organisation engagiert sich seit über 50 Jahren in der Friedensforschung und hat gemeinsam mit Rotary International das Programm „PeaceDays@School“ entwickelt.
„Wir Rotarier haben 2024 – damals fand der Aktionstag erstmals in Reinsfeld statt – 5.000 Euro und in diesem Jahr insgesamt 10.000 Euro für die Peace Days investiert. Das zeigt, wie wichtig uns dieses Thema ist“, betont Margreth Eiden-Götten. Bereits 2023 hatte sie das Projekt in den Club eingebracht und maßgeblich dazu beigetragen, dass das ursprünglich für weiterführende Schulen konzipierte Programm speziell für Förderschulen angepasst wurde.
Friedensbildung im Schulalltag
Ziel der Peace Days ist es, Schülerinnen und Schüler für einen konstruktiven Umgang mit Konflikten zu sensibilisieren und sie zu ermutigen, sich selbst als Friedensstifterinnen und Friedensstifter zu verstehen. Angesichts globaler Krisen, gesellschaftlicher Spannungen und zunehmender Polarisierung gewinnt Friedensbildung auch im Schulalltag immer mehr an Bedeutung.
So begann der Projekttag in Reinsfeld mit einer gemeinsamen Auftaktveranstaltung der gesamten Schulgemeinschaft. Neben Vertreterinnen des Rotary Clubs und Referentinnen der Berghof Foundation sorgte der Schulchor mit seinen Liedern für eine schöne Atmosphäre. Schülerinnen und Schüler bereicherten das Programm mit einer Friedensgeschichte sowie Beiträgen zur Symbolik tibetischer Gebets- und Friedensfahnen.
Workshops und kreative Friedenszeichen
Im Anschluss standen interaktive Workshops für die Klassenstufen 8 und 9 im Mittelpunkt. Anhand von Bildimpulsen und Reflexionsrunden setzten sich die Jugendlichen intensiv mit dem Begriff „Frieden“ auseinander. Auch aktuelle Sorgen – etwa im Zusammenhang mit Kriegen oder der Klimakrise – fanden Raum zur Diskussion. Gemeinsam erarbeiteten die Teilnehmenden Strategien, um inneren Frieden zu stärken, Verantwortung zu übernehmen und den Blick auf positive Entwicklungen zu richten.
Ein besonders eindrucksvolles Zeichen setzten die Schülerinnen und Schüler mit einer kreativen Aktion: Sie bastelten Papierkraniche, die nach Hiroshima geschickt und dort am Kinder-Friedensdenkmal aufgehängt werden sollen. Die Aktion erinnert an das Schicksal von Sadako Sasaki.
Die Geschichte hinter den Kranichen
Sadako Sasaki war erst zweieinhalb Jahre alt, als am 6. August 1945 im Zuge des Atombombenabwurfs auf Hiroshima eine Atombombe über ihrer Heimatstadt detonierte. Während viele Menschen unmittelbar starben und große Teile der Stadt zerstört wurden, überlebte sie zunächst. Doch Jahre später erkrankte sie infolge der Strahlenbelastung an Leukämie.
Im Krankenhaus klammerte sich Sadako an eine japanische Legende: Wer 1.000 Papierkraniche faltet, darf sich etwas wünschen. In der Hoffnung auf Heilung begann sie, unermüdlich Origami-Kraniche zu falten. Bis zu ihrem Tod am 25. Oktober 1955 schaffte sie 644 Kraniche. Ihre Mitschüler vollendeten ihr Werk und gaben ihr schließlich die 1.000 Kraniche mit auf den letzten Weg.
Heute gilt ihre Geschichte weltweit als Symbol für Frieden, Hoffnung und den Widerstand gegen Krieg und Atomwaffen – und verleiht auch den Peace Days im Hochwald eine besondere, bewegende Bedeutung. (LeWe)