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Rund um Hermeskeil
Ausgabe 21/2020
2 - Hermeskeiler Stadtnotizen
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Aktuelles aus dem Stadtbüro

Von Altkleidern, Windeln, Kühlschränken und anderem Müll

Wer zuletzt zur Entsorgung von Biomüll, Glasflaschen und Altkleidern die hiesigen Wertstoffinseln aufgesucht hat, dem hat sich insbesondere in den vergangenen Wochen ein erschreckendes Bild geboten. Kleidersäcke, Sperr- und Hausmüll türmte sich dort gen Himmel. Insbesondere an der Abladestelle der Sozialstation des Deutschen Roten Kreuzes und der Integrierten Gesamtschule hat sich eine nicht mehr tragfähige und unzumutbare Lage entwickelt.

Klar – mit Corona kam plötzlich viel freie Zeit daher, die wir nur allzu gern zur längst überfälligen Entrümpelung und den Frühjahrsputz genutzt haben. Dennoch appelliere ich an dieser Stelle an jeden Einzelnen, hierbei nicht die „Der-Besuch-ist-gleich-da“-Variante zu wählen und den Müll dann auf die Schnelle dahin zu bringen, wo man ihn selbst im Moment nicht sieht. Es freut mich zwar sehr, dass es bei Ihnen allen zuhause aufgeräumt ist, bringt uns aber nur wenig, wenn das Problem dann an eine andere Stelle verlagert wird, über die wir nicht mehr Herr werden können. Die Stadt ist unser gemeinsames Wohnzimmer. Dementsprechend sollten wir auch damit umgehen. Sind die Container voll, nimmt man den Sack wieder mit und entsorgt ihn bei der nächsten verfügbaren (freien und legalen!) Stelle.

Nur mal so zum Hintergrund des ganzen Dilemmas: Die Container selbst liegen im Zuständigkeitsbereich der Organisationen bzw. deren Logistiker. Durch Corona kamen auch hier Kurzarbeits-Modelle zum Tragen, die dafür sorgten, dass die Leerungs-Intervalle länger und die Masse größer wurde. Nach Rücksprache des Ersten Beigeordneten René Treitz mit den Beteiligten wird nun aber wieder der gewohnte Rhythmus aufgenommen und die Kapazität durch die Aufstellung weiterer Container erhöht. Übrigens darf der Müll vor den Containern nicht durch die Mitarbeiter der Stadt weggenommen werden. Alles andere allerdings schon – und da tun sich mittlerweile Abgründe auf. Es kann einfach nicht sein, dass Haus- aber auch Fäkalienmüll inmitten von Altkleidern und Sperrmüll abgeladen wird. Nicht nur, dass es nicht rechtens ist, es ist auch einfach nicht haltbar und zumutbar für jene, die es beseitigen müssen. Mir ist durchaus bewusst, dass die Anhebung der Müllabfuhrgebühren zu Beginn diesen Jahres ihr übriges dazu getan haben, das ist jedoch noch lange keine Rechtfertigung!

Im Zweifel lohnt es sich, auch mal zum Hörer zu greifen oder auf der Homepage des A.R.T. zu stöbern – denn Sperrmüll, Kühlschränke und Reifen gehören sowieso grundsätzlich weder an unsere Wertstoffinseln noch in den Wald oder auf die Parkplätze. Es ist schon erstaunlich, dass man lieber das Risiko eingeht, wegen einer Ordnungswidrigkeit, bzw. einem Verstoß gegen das Kreislaufwirtschaftsgesetz, ein hohes Bußgeld zu kassieren, als das Material, dass man ohnehin ins Auto geladen hat, dann gerade nach Mertesdorf oder Trier zu fahren. Überdies bietet der A.R.T. neben vier kostenlosen Abholaufträgen von je 5 m³ Sperrabfall (weitere gegen einen Aufpreis von 41,67 Euro) auch die Mitnahme von Elektronikgeräten an. Für 20,12 Euro können hier drei Großgeräte, davon bis zu zwei Kühlschränke, abgeholt werden. Das Abfall-Telefon erreicht man unter der Telefonnummer 0651 9491 414.

Sollte sich die Situation nicht unverzüglich verbessern, wird sich der Stadtrat alsbald mit der Frage beschäftigen müssen, inwiefern man der illegalen Müllentsorgung mit technischen Maßnahmen, wie etwa einer Kameraüberwachung des jeweiligen Bereiches, entgegenwirken muss.

Lena Weber, Stadtbürgermeisterin