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Rund um Hermeskeil
Ausgabe 21/2020
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Ehemaliger Schulleiter rechtskräftig verurteilt

Bundesgerichtshof verwirft die Revision des Pädagogen - Urteil des Landgerichts Trier damit rechtskräftig

Ein ehemaliger Schulleiter einer weiterführenden Schule in Hermeskeil ist in erster Instanz vom Landgericht Trier wegen sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen in Tateinheit mit sexuellen Missbrauchs von Kindern sowie des versuchten sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen für schuldig befunden worden. Der zum Zeitpunkt des erstinstanzlichen Urteils 55-jährige Pädagoge wurde zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurde und blieb damit unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die drei Jahre ohne Bewährung beantragte. Richter Günter Köhler sah in einer Bewährungsstrafe für den ehemaligen Schulleiter die gerechte Strafe, da er mit der Rechtskraft des Urteils nicht nur sein Ansehen und seinen Beruf und somit Bezüge verloren habe, sondern auch seine Pension. Der Prozess wurde 2019 am Landgericht Trier bei der ersten Großen Jugendkammer unter Vorsitz des Richters Günter Köhler geführt. Teilweise unter Ausschluss der Öffentlichkeit wurde an 14 Verhandlungstagen eine Vielzahl an Zeugen gehört, insbesondere die zum Tatzeitpunkt 13 und 14 Jahre alten Schüler des ehemaligen Lehrers. Aufgeflogen ist der Missbrauch des Verurteilten durch eine Mathe-Nachhilfe-Stunde mit einem Schüler innerhalb dem Schulbüro des ehemaligen Schulleiters. Während dieser Nachhilfestunde lenkte der Schulleiter das Gespräch auf das Thema Hodenkrebs und erklärte dem Schüler, dass man diesen mittels Abtasten herausfinden könne und „bot dies dem Schüler an“. Der Schüler ging hierauf nicht ein, sondern vertraute sich seiner Mutter an, die sodann die Polizei hierüber informierte. Die polizeilichen Ermittlungen ergaben, dass der Lehrer einen anderen Schüler bereits mehrfach zu sich nach Hause einlud. Bei jenem Minderjährigen war der Schulleiter leider “erfolgreicher“. An dem damals 13-jährigen führte der Lehrer die „Hodenkrebsuntersuchung“ tatsächlich durch. Der Lehrer verlangte von dem Minderjährigen, dass dieser vor ihm masturbieren solle, was der Schüler jedoch ablehnte. Eine unsittliche Berührung des Lehrers im Intimbereich des Schülers erfolgte. Somit hat sich der Vorwurf des sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen in zwei Fällen bestätigt, einmal in der Variante des sexuellen Missbrauchs eines Kindes, weil der Schüler bei einer Tat unter 14 Jahre alt war. Der Lehrer, der seit 2017 vorläufig suspendiert war und somit nur noch die Hälfte seiner Bezüge erhielt, legte gegen das erstinstanzliche Urteil des Landgerichts Trier über seine Frankfurter Anwälte Revision ein. Der Bundesgerichtshof hat nunmehr mit Beschluss vom 28.04.2020 die Revision als unbegründet verworfen und dem ehemaligen Schulleiter zudem die Kosten auferlegt. (ChKr)