Geehrte und beförderte Feuerwehrmänner, hier mit Bürgermeister Stefan Ding und dem Rascheider Wehrführer Herbert Hoffmann
Zahlreiche Feuerwehrleute erhielten die Ehrennadel des Kreisfeuerwehrverbands für 50 Jahre aktive Tätigkeit (2.v.r. Pascal Michalsky, Vorsitzender des Verbands).
In früheren Zeiten kam bei einem Brand im Dorf das Löschwasser noch per Eimerkette aus dem Dorfbrunnen an den Brandherd. Das bei dieser Vorgehensweise langwierige Löschen eines Feuers war mit viel körperlichem Einsatz verbunden. In Rascheid schaffte man deshalb bereits 1889 eine große Handpumpe an, wodurch die Brandbekämpfung wesentlich effektiver wurde. „Damit im Ernstfall genügend Löschwasser zur Verfügung stand, wurden die beiden Dorfbrunnen sorgfältig hergerichtet. Sie waren bewusst auf zwei verschiedene Punkte im Ort verteilt, damit jedes Anwesen durch das Strahlrohr zu erreichen war“, heißt es dazu in der Chronik der örtlichen Feuerwehr.
Es dauerte aber noch einige Jahrzehnte, bis aus der rund 40 Jahre lang bestehenden „Pflichtfeuerwehr“ die Freiwillige Feuerwehr Rascheid hervorging. 1926 wurde sie gegründet und startete gleich mit 55 Männern – eine ansehnliche Zahl in Anbetracht des damals sicher noch kleinen Dorfes. Zum ersten Brandmeister wurde Matthias Ludwig-Ludwig gewählt. Der Chronist schreibt: „Er hat mit tatkräftiger Unterstützung seines Stellvertreters und Schriftführers Karl Klein die Mannschaft beispielhaft und erfolgreich geführt.“
Am vergangenen Samstag feierte die Rascheider Feuerwehr nun ihr 100-jähriges Bestehen. Einer von Dekan Christian Heinz zelebrierten Floriansmesse folgte ein Festakt im Saale Leyendecker, der bei dieser Gelegenheit sprichwörtlich aus allen Nähten platzte (Anmerkung: Nicht ohne Grund plant man derzeit in Rascheid den Bau eines Gemeindesaales). Wehrführer Herbert Hoffmann begrüßte neben zahlreichen Feuerwehrkameraden aus Rascheid und der ganzen Verbandsgemeinde, Vertretern des THW und der Ortsvereine u.a. Bürgermeister Stefan Ding, den Kreisbeigeordneten Martin Alten und den stellvertretenden VG-Wehrleiter Christopher Fuchs.
„Hundert Jahre gelebte Verantwortung, Zuverlässigkeit und Hilfsbereitschaft“, so Bürgermeister Ding, seien ein ganz besonderer Anlass zum Feiern. In dieser langen Zeit habe sich alles verändert, aber eins sei geblieben: der Einsatz für die Mitmenschen und die Gemeinschaft rund um die Uhr, und das neben dem Beruf und dem Privatleben. Dabei sei die Feuerwehr mehr als eine reine „Einsatzorganisation“, sondern ein lebendiger Teil der Dorfgemeinschaft, weil sie Menschen verbinde und Kameradschaft pflege. In Rascheid habe man zudem vor rund einem Vierteljahrhundert mit der Gründung der Jugendfeuerwehr einen wichtigen Grundstein für die Zukunft gelegt.
Kreisbeigeordneter Alten betonte den „unschätzbaren Wert“ des Dienstes an den Mitmenschen, der mit Risiko und Zeitaufwand verbunden sei. Er sprach den Feuerwehrleuten seinen Dank für Tausende von Einsatzstunden auch für Lehrgänge und Übungen aus und wünschte einen guten Start in das zweite Jahrhundert der Geschichte der Rascheider Feuerwehr.
„Die Technik hat sich verändert, das Herzblut ist geblieben“, so Ortsbürgermeister Andreas Ludwig, der die Bereitschaft lobte, „alles stehen und liegen zu lassen, wenn die Sirene geht“. Die Mitgliedschaft in der Feuerwehr sei „kein Hobby wie jedes andere“, so Ludwig. Es erfordere vielmehr Risiko, Mut und Disziplin, um Leib und Leben für andere einzusetzen. An die Feuerwehrleute gewandt, schloss er seine Rede mit den Worten: „Liebe Kameraden, ihr seid die Helden unseres Alltags.“ In seiner kurzen Ansprache dankte auch der stellvertretende Wehrleiter Christopher Fuchs nicht nur den Feuerwehrkameraden, sondern auch deren Familien und Arbeitgebern. Wie alle Vorredner wünschte er den Männern und Frauen eine gesunde Rückkehr von allen Einsätzen.
Bevor man zum gemütlichen Beisammensein überging, fanden an diesem Abend noch Ernennungen, Beförderungen und Ehrungen statt, die durch Bürgermeister Stefan Ding und den Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbands Trier-Saarburg, Pascal Michalsky, vorgenommen wurden. Eine Liste der betroffenen Personen finden Sie weiter hinten in dieser RuH-Ausgabe.