Im nördlichen Zipfel liegt mit Naurath/Wald die kleinste selbständige Gemeinde der VG Hermeskeil, und die hat noch zwei Ortsteile, nämlich Ober- und Unternaurath. Hier leben 222 Menschen und die Welt scheint weitgehend in Ordnung zu sein; man hat jedenfalls noch nichts über irgendwelche Skandale gehört. Und so verlaufen die Sitzungen des kleinen Gemeinderats stets friedlich und harmonisch. So war es auch zuletzt, als es um den Haushalt für das laufende Jahr ging. An der Sitzung nahm auch Bürgermeister Stefan Ding teil.
In seinen Informationen zu Beginn der Sitzung verkündete Ortsbürgermeister Dirk Nabakowski unter anderem „eine erfreuliche Nachricht“, und zwar im Zusammenhang mit der Kita Beuren, in die auch die jüngsten Naurather gehen. Hier konnte man nach seinem Bericht die Baukosten für den geplanten Anbau von bisher 3,8 Mio. Euro auf etwa 2 Mio. Euro dadurch verringern, dass die Deckenhöhe reduziert und eine Gruppe nicht „endausgebaut“ wird.
Die aktuelle Finanzlage der Gemeinde ist nicht so schlecht wie in manchen anderen Orten der VG. Wie vielerorts hat man auch hier im Vorjahr nicht alles ausgegeben, was im Haushalt veranschlagt war. Das schafft erweiterten Spielraum für das laufende Haushaltsjahr. Rund 35000 Euro an Haushaltsermächtigungen werden von 2025 auf 2026 übertragen. Der dickste Betrag davon – 14000 Euro – entfällt auf Straßenunterhaltungsarbeiten, die im letzten Jahr nicht durchgeführt wurden. Weitere Ermächtigungen im investiven Bereich wie z.B. 20000 Euro für Grunderwerb in einem Neubaugebiet und 12000 Euro für den Erwerb von landwirtschaftlichen Grundstücken bleiben ebenfalls bestehen.
Zum Jahresende läuft die Zinsbindung für einen Investitionskredit der Gemeinde aus. Bisher lag der Zinssatz bei 1,2 %; aktuell steht er für Kommunalkredite bei 3,5 %. Die Verwaltung hat deshalb im Haushaltsplan eine Sondertilgung als die wirtschaftlichste Variante eingeplant. Immerhin hat die Gemeinde -wie Kämmerer Kai Rosar von der VG erklärte – 390000 Euro „in der Spardose“. Man behält sich allerdings vor, stattdessen eine Beteiligung an einer möglicherweise doch noch kommenden, bisher abgelehnten Freiflächen-Photovoltaikanlage einzugehen, deren Rendite bei 7,5 % liegt. Der Rat war einstimmig damit einverstanden, dass der Ortsbürgermeister dies zu gegebener Zeit allein entscheiden kann und ein neuer Beschluss dazu nicht nötig ist.
Der Ergebnishaushalt für 2026 plant mit einem Fehlbetrag von ca. 41000 Euro. Das sei aber in allen Gemeinden außer Bescheid so, sagte Rosar, denn da seien die Abschreibungen enthalten. Mit einem Eigenkapital zum Jahresende von 2,7 Mio. Euro könne Naurath „noch lange gut wirtschaften“, meinte er. Der Naurather Finanzhaushalt ist dagegen ausgeglichen. Die gute Nachricht für die Bürger: Die Steuerhebesätze bleiben auf dem bisherigen Stand. Außerdem benötig die Gemeinde keine neuen Kredite.
Einzelheiten zum Haushalt
Für die Aufstellung des Bebauungsplanes „Im Pfühlchen“ waren im Vorjahr 6.000 Euro veranschlagt, die nicht ausgegeben und deshalb in voller Höhe nach 2026 übertragen werden. Da für 2026 weitere 20.000 € für Gutachten und Umweltprüfung hinzukommen, stehen insgesamt 26.000 € zur Verfügung. Für die Unterhaltung von Gemeindestraßen stehen insgesamt 30000 Euro zur Verfügung. Einnahmen aus Windkraft sind 2026 in Höhe von 68000 Euro eingeplant.
Windkraft und Photovoltaik
Auch hier gibt es – so Ortsbürgermeister Dirk Nabakowski – eine gute Nachricht. War die Planung der Gemeinde zur Errichtung einer Windkraftanlage zuletzt abgelehnt worden, hat man inzwischen festgestellt, dass eine dafür vorgesehene Fläche zwar nicht im Flächennutzungsplan der VG, aber im Regionalen Raumordnungsplan als Vorrangfläche ausgewiesen ist – und der geht vor. Somit kann in die Bebauungsplanung sofort und ohne weitere Verzögerung eingestiegen werden, wie der Ortsbürgermeister und VG-Bürgermeister Ding übereinstimmend erklärten.
Auch für eine geplante Photovoltaikanlage stehen die Zeichen gut. Es müssten noch einige Punkte nachgebessert werden, so Nabakowski. Damit seien die Planer augenblicklich beschäftigt, sodass in der nächsten Gemeinderatssitzung schon ein Beschluss gefasst werden könnte. (WIL-)