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Rund um Hermeskeil
Ausgabe 22/2026
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Freundschaft über Grenzen hinweg

Stellvertretend für die deutsch-französische Freundschaft v.l.: Rainer Gorges, Christoph König, Myriam Rousseau, Corinna Schneider, David Geneau, Lena Weber und Volker König

Hilfe bei der kleinen Panne des Busses war schnell gefunden

Großes Treiben beim offiziellen Festakt am Samstagabend

Die Sitzung der beiden Komitees kurz vor der Abfahrt in die Heimat. Neben dem nächsten Besuch in Hermeskeil sprach man auch über neue Ideen, wie etwa einem Stand (franco-allemand natürlich) auf den Weihnachtsmärkten in Hermeskeil und St. Fargeau

Sprung ins Wasser - bei herrlichen Temperaturen um die 30 Grad war das Kühle Nass des Lac du Bourdon eine willkommene Abwechslung

Der Besuch am Grab von Armand Noguès

Die Delegation der Redaktionsgemeinschaft: Volker König, Lena Weber und Bernd Willems

Empfang am Musée du Son: David Geneau, Christoph König, Myriam Rousseau und Corinna Schneider

Besuch auf dem historischen Schlossbauernhof

Die deutsch-französische Gruppe beim Partnerschaftstreffen 2026 in St. Fargeau

Gute Stimmung beim Picknick in der Marktscheune

Beim gemeinsamen Essen wurde in Erinnerungen geschwelgt und neue Ideen besprochen

Auch der ehemalige Bürgermeister Jean Joumier (ganz hinten links) freute sich über das Wiedersehen

Die Entente Musicale Bléneau-St. Fargeau

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Delegation aus Hermeskeil besucht Partnerstadt St. Fargeau

Vier Tage voller Begegnungen, guter Gespräche und kleiner Abenteuer liegen hinter der Delegation aus Hermeskeil, die vom 22. bis 25. Mai zum Partnerschaftstreffen nach St. Fargeau gereist ist. Gemeinsam mit dem Deutsch-Französischen Freundeskreis machten sich Stadtbürgermeister Christoph König, Beigeordneter Edgar Breit, Mitglieder des Stadtrates, Vertreter des Vogelvereins Hermeskeil sowie Mitglieder der Redaktionsgemeinschaft „Rund um Hermeskeil“ auf den Weg in die französische Partnerstadt.

Schon beim Empfang am Freitagnachmittag durch die Fargeaulais (wie man die Bürgerinnen und Bürger von St. Fargeau nennt) wurde deutlich, wie eng die Verbindung zwischen beiden Städten über die Jahrzehnte geworden ist. Die Wiedersehensfreude war groß, das bekannte Begrüßungsritual mit viel „Küsschen links, Küsschen rechts“ und munteren "Ça va?" wollte kaum abreißen. Die neue Bürgermeisterin von Saint-Fargeau, Myriam Rousseau, begrüßte die Gäste gemeinsam mit dem französischen Partnerschaftskomitee und ihrem Stadtrat aufs Herzlichste. Nach dem Empfang machte man sich zum Abendessen in die Unterkünfte auf. Viele Teilnehmer der Fahrt waren bei Gastfamilien untergebracht – andere fanden in Ferienwohnungen und Hotels ihr Quartier für das Wochenende.

Geschichte zum Anfassen

Der Samstag stand ganz im Zeichen der Entdeckung von Saint-Fargeau und seiner Geschichte. Nach dem Frühstück in den Gastfamilien ging es zunächst zur „Ferme du Château“, dem historischen Schlossbauernhof. Anschließend wurde gemeinsam in der Markthalle gepicknickt, bevor der Nachmittag zur freien Verfügung stand. Das bot den Gästen aus Hermeskeil auch die Gelegenheit, die traditionsreiche Partnerstadt St. Fargeau näher kennenzulernen. Die kleine Gemeinde in der Region Bourgogne-Franche-Comté blickt auf eine außergewöhnlich lange Geschichte zurück, deren Ursprünge bis in die gallorömische Zeit reichen. Erstmals erwähnt wurde der Ort bereits im 4. Jahrhundert unter dem Namen „Sanctus Ferreolum“. Besonders prägend für Saint-Fargeau ist das imposante Schloss, das über Jahrhunderte hinweg von bedeutenden französischen Adelsfamilien bewohnt wurde. Seine heutige Gestalt erhielt es unter anderem durch Anne Marie Louise d’Orléans, die berühmte „Grande Mademoiselle“ und Cousine von König Ludwig XIV., die im 17. Jahrhundert nach Saint-Fargeau verbannt wurde. Sie ließ umfangreiche Umbauten am Schloss durchführen und machte die Anlage zu einem bedeutenden Herrschaftssitz.

Bis heute ist das Schloss das kulturelle Herzstück der Stadt. Seit den 1970er-Jahren wurde es durch Michel Guyot aufwendig restauriert und zieht mit seinen Aufführungen des „Grand Spectacle“ jedes Jahr in den Sommermonaten zahlreiche Besucher an.

„Gerade jetzt ist Zusammenarbeit wichtig“

Am Samstagabend kamen deutsche und französische Teilnehmer zu einem gemeinsamen Essen zusammen, musikalisch begleitet von der „Entente Musicale Saint Fargeau-Bléneau“. In lockerer Atmosphäre wurden Geschenke überreicht: regionale Spezialitäten aus Hermeskeil, aber auch getöpferte Krüge und Schnapsgläser fanden ihren Weg nach Frankreich.

In ihren Reden machten sowohl Bürgermeisterin Myriam Rousseau als auch Stadtbürgermeister Christoph König deutlich, wie wichtig solche Begegnungen gerade in der heutigen Zeit seien. König verwies auf die geopolitisch angespannte Lage und betonte, dass Vertrauen und Zusammenarbeit über Grenzen hinweg wichtiger seien denn je.

Corinna Schneider vom Deutsch-Französischen Arbeitskreis sprach vor allem über die zwischenmenschliche Ebene der Partnerschaft. Sprache sei oft weit weniger Hindernis als gedacht. Besonders die Kinder hätten gezeigt, wie unkompliziert Verständigung funktionieren könne: „Auch wenn sie die Sprache des anderen nicht verstehen, spielen sie trotzdem miteinander. Das sollte uns allen ein Vorbild sein.“

Auch die Vertreter des Vogelvereins Hermeskeil, Rainer Gorges und Dietmar Kutz, zeigten sich begeistert von der Gastfreundschaft ihrer französischen Freunde. Die Vorfreude auf den Gegenbesuch im kommenden Jahr in Hermeskeil sei bereits groß.

Neues aus Saint-Fargeau bald auch in „RuH“

Ein neues Kapitel der Zusammenarbeit schlug zudem die Redaktionsgemeinschaft „Rund um Hermeskeil“ auf. Künftig soll es dort eine regelmäßige Rubrik „Neues aus St. Fargeau“ geben. Ziel sei es, die Städtepartnerschaft auch medial stärker sichtbar zu machen und vielleicht noch mehr Menschen für einen Besuch in der französischen Partnerstadt zu begeistern sowie regelmäßig Einblicke in das Leben der französischen Partnerstadt zu geben. Als Korrespondentin auf französischer Seite wird künftig Françoise Ummenhover berichten. Wir freuen uns schon jetzt auf die Zusammenarbeit.

Kleine Panne, große Hilfsbereitschaft

Der Sonntag stand zur freien Verfügung. Einige Teilnehmer nutzten die Gelegenheit zum Besuch des berühmten Burgbauprojekts Guédelon, das sich knapp 10 Kilometer von St. Fargeau entfernt befindet. Die Baustelle gilt als eines der bekanntesten Projekte experimenteller Archäologie in Frankreich. Seit 1997 entsteht dort mit den Techniken und Werkzeugen des 13. Jahrhunderts eine mittelalterliche Burg. Moderne Maschinen kommen dabei weitgehend nicht zum Einsatz. Steine werden vor Ort gebrochen, Nägel von Hand geschmiedet und Materialien mit Pferdewagen transportiert. Wissenschaftler und Handwerker arbeiten bei dem Projekt eng zusammen, um historische Bauweisen möglichst originalgetreu nachzuvollziehen.

Andere verbrachten den Tag am See, wo nach einer kleinen Panne des Busses dank schneller Hilfe der französischen Gastgeber schließlich doch noch gemeinsam zu Mittag gegessen werden konnte. Einige Unerschrockene – allen voran unser Stadtbürgermeister – wagten anschließend sogar den Sprung ins noch kühle Nass des Lac du Bourdon. Andere Teilnehmer nutzten den Tag für Ausflüge oder verbrachten weitere Zeit mit ihren Gastfamilien. Eine kleine deutsch-französische Delegation besuchte zudem das Grab von Armand Noguès, dem Fargeauer Bürgermeister, der mit Stadtbürgermeister Alfons Schmitt die Städtepartnerschaft 1974 gründete.

„Die Gastgeber waren wie eine Familie“

Beim gemeinsamen Brunch am Montagmorgen und der anschließenden Arbeitssitzung der beiden Partnerschaftskomitees wurde bereits das nächste Treffen terminiert: Vom 5. bis 8. Mai 2027 soll die französische Delegation nach Hermeskeil kommen. Geplant ist unter anderem eine gemeinsame Teilnahme an der traditionellen BiVi-Wanderung an Vatertag. Zum Abschluss zog Stadtbürgermeister Christoph König ein sehr persönliches Fazit: Die Gastgeber in Saint-Fargeau seien „wie eine Familie“ gewesen. Besonders dankte er David Geneau vom französischen Partnerschaftskomitee für die hervorragende Organisation und Betreuung.

Auch Bürgermeisterin Myriam Rousseau zeigte sich bewegt. Für sie sei das Treffen etwas Besonderes gewesen – nicht zuletzt, weil die Kommunalwahlen in Saint-Fargeau erst wenige Wochen zurückliegen und sich auch das französische Komitee neu aufgestellt habe. Umso schöner sei es gewesen zu erleben, wie gut die Zusammenarbeit bereits funktioniere.

Am Ende blieb bei vielen Teilnehmern vor allem ein Eindruck: Städtepartnerschaft bedeutet mehr als ein „jährlicher Pflichttermin!. Sie lebt von Menschen, Begegnungen und dem ehrlichen Interesse am Leben des anderen. Genau das war in St. Fargeau an jedem einzelnen Tag spürbar. (LeWe)