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Rund um Hermeskeil
Ausgabe 24/2019
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Hochwaldschnurren: Ein königlicher Rat

Der Weg von Hermeskeil nach Trier war zur Zeit des Regierungsantritts Friedrich Wilhelms IV. so schlecht, dass weder Fuhrwerke noch Fußgänger denselben bei schlechtem Wetter passieren konnten. Alle Klagen und Gesuche bei den nächstständigen Behörden, eine Verbesserung der Straße herbeizuführen, blieben erfolglos. Als nun der König bald nach seiner Krönung 1840 das Land bereiste, berührte er auch Trier. Eine Deputation dortiger Bürger überreichte ihm eine Bittschrift, in der das Eingreifen des Staatsoberhauptes in der oben erwähnten Angelegenheit dringend nachgesucht wurde. Der König hielt darauf, womöglich jede Bittschrift sofort zu lesen und einen augenblicklichen, wenn auch nur vorläufigen Bescheid zu geben. So geschah es auch hier. Nach dem Durchlesen der Beschwerdeschrift antwortete er in seiner originell witzigen Weise den Deputationsmitgliedern folgendes: "Meine Herren! Ich kann in dieser Sache leider selbst nichts tun, aber einen guten Rat kann ich Ihnen erteilen. In der nächsten Woche bereist der Herr Oberpräsident seine Provinz, fahren Sie Se. Exzellenz diesen Weg und werfen Sie seinen Wagen um, so wird der Weg in einem halben Jahr gemacht sein, werfen Sie ihn aber zweimal um, so ist der Weg in zwei Monaten fertig!" (aus RuH Nr. 50/1962)