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Rund um Hermeskeil
Ausgabe 24/2019
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Die Kommunalreform in Thalfang wird zur unendlichen Geschichte

Sanierungsstau im Leitungsnetz der VG-Werke soll einer der Gründe sein

Die Kommunalreform betreffend die Verbandsgemeinde Thalfang, in die auch die Verbandsgemeinde Hermeskeil involviert ist, verzeichnet seit Jahren keinen Fortschritt (RuH berichtete mehrmals) und dümpelt so vor sich hin, obwohl die verantwortlichen Kommunalpolitiker schon mehrmals in Mainz vorstellig geworden waren. Nun hat man einen sehr wichtigen Grund für die Verzögerungen in der letzten Sitzung des alten VG-Rates Thalfang der Öffentlichkeit präsentiert. Der Sanierungsaufwand für das Leitungsnetz der VG-Werke soll nach den Berechnungen des inzwischen aus gesundheitlichen Gründen pensionierten Thalfanger Verwaltungschefs Hüllenkremer rd. 100 Millionen Euro für die nächsten 10 Jahre betragen.

Das Thema „Kommunalreform“ war auf Antrag der Fraktion „Neue Liste“ auf die Tagesordnung gekommen, da nach den Worten von Fraktionssprecher Stephan Müller noch erheblicher Klärungsbedarf hinsichtlich der in den einzelnen Gemeinden gefassten Beschlüsse und der Verhandlungen mit dem Innenministerium in Mainz bestünde und die Bevölkerung ein Recht auf Informationen hätte. In der Sitzung wurde von einigen Fraktionen moniert, warum diese wichtigen Informationen erst jetzt nach der Kommunalwahl gekommen seien. „Es sei zeitlich nicht früher möglich gewesen“, so der 1. Beigeordnete Burkhard Graul.

Die o. g. Summe, mit der im Vorfeld niemand gerechnet hatte, verteilt sich auf alle Gemeinden der VG Thalfang und müsste von den Kommunen übernommen werden, in die die einzelnen Ortsgemeinden wechseln wollen, im Falle der Ortsgemeinde Malborn-Thiergarten z. B. wäre das die VG Hermeskeil. Ein weiteres Problem ist, dass einige Ortsgemeinden der VG Thalfang gleichzeitig vom Kreis Bernkastel-Wittlich in den Kreis Trier-Saarburg wechseln wollen. „Wenn das alles in einem Kreis geblieben wäre, wäre die Angelegenheit schon 2014 erledigt gewesen“, so Burkhard Graul. Die ins Spiel gebrachte Investitionssumme wird nun von einem Fachbüro dergestalt einer Überprüfung unterzogen, dass die Abwasserleitungen mit einer Kamera untersucht werden, dadurch soll die tatsächliche Höhe der notwendigen Investitionen ermittelt werden, bereits im Frühjahr hatte ein Wirtschaftsprüfungsbüro erklärt, dass man 30 Jahre alte Abwasserleitungen nicht austauschen müsse. Bis Ende des Jahres soll nun eine endgültige Entscheidung fallen, auch wegen der sog. „Hochzeitsprämie“ des Landes in Höhe von 2 Millionen Euro, die auf die aufnehmenden Gemeinden aufgeteilt werden soll. Erschwerend kommt hinzu, dass die VG Thalfang derzeit keinen hauptamtlichen Verwaltungschef hat, die Geschäfte werden übergangsweise vom 1. Beigeordneten Burkhard Graul ehrenamtlich geführt. Und solange die Kommunalreform nicht in trockenen Tüchern ist, muss in Thalfang spätestens bis zum 31. 12. 2019 ein neuer VG-Bürgermeister gewählt werden, was allerdings noch in der Schwebe hängt, da die Frühpensionierung von Marc Hüllenkremer noch nicht rechtskräftig ist. Bleibt zu hoffen, dass die Angelegenheit wieder an Fahrt aufnimmt und die Verwaltungsreform zur Zufriedenheit aller Beteiligten zu Ende gebracht wird. Ein Problem, das mit der Reform auch im Zusammenhang stand, ist am 26. Mai aus der Welt geschafft worden, die VG Hermeskeil hat mit Hartmut Heck wieder einen Bürgermeister, wenn auch vorläufig nur für 5 Jahre. Bis 2024 wird man es ja wohl schaffen, die Kuh namens Verwaltungsreform vom Eis zu bringen. bb