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Rund um Hermeskeil
Ausgabe 24/2020
2 - Hermeskeiler Stadtnotizen
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Ambulantes Hospiz macht wieder Hausbesuche

Klaus Jung, einer der 37 ehrenamtlichen Hospizbegleiter/innen des Ambulanten Hospiz Hochwald

Das Ambulante Hospiz Hochwald begleitet und unterstützt schwerkranke und sterbende Menschen und deren Angehörige auch und gerade jetzt.

Auch nach den aktuellen Lockerungen gelten auf Grund der Corona-Pandemie noch immer einschränkende Kontakt- und Besuchsregeln. Das trifft auch die Hospizdienste. Nadine Hölzemer, Hospizfachkraft: „Dennoch sind wir für schwerstkranke und sterbende Menschen und ihre Angehörigen da. Ab jetzt machen wir wieder Hausbesuche und sind wieder voll umfänglich da, mit den Schutzmaßnahmen, die noch geboten sind.“ Die aktuelle Situation stehe im Gegensatz zur Grundüberzeugung der Hospizbewegung, nämlich dass niemand allein sterben muss, sondern begleitet von Mitmenschen. Auch die Angehörigen zu entlasten, sei eine wichtige Aufgabe der Hospizbewegung.

„Und auch unsere ehrenamtlichen Hospizbegleiter/innen dürfen wieder begleiten.“, so Marion Schronen. So schreibt Klaus Jung, ein ehrenamtlicher Hospizbegleiter, der auch in diesen Zeiten eine Begleitung übernommen hat: „Hospizliche Begleitung in Zeiten der Coronapandemie. Termin zum Besuch eines hospizlich betreuten Bewohners eines Seniorenheimes vereinbart: Bitte an der Tür klingeln und dabei schon Mundschutz tragen! Kittel und Handschuhe liegen bereit. Ich versinke in einem Kittel mit Einheitsgröße XXL... Ach ja, Eintrag in die Besucherliste nicht vergessen. Wenn diese Brille nicht immer so beschlagen würde. Hoffentlich finde ich auf Anhieb den richtigen Gang und die Zimmertür. Was erwartet mich und wie lange werde ich bleiben können? Zeit, mir noch einmal den letzten Besuch ins Gedächtnis zu rufen. Es war der Erstbesuch, zusammen mit der Koordinatorin des Ambulanten Hospizes… Die Tür öffnet sich, noch einmal Schutzkleidung richten und Hände desinfizieren. Kurze Info durch die Pflegekraft: Seit dem letzten Besuch gab es einige kritische Situationen. Eine geplante Verlegung zurück in die Nähe des Heimatortes musste verschoben werden. Was bedeutet das für meinen Besuch? Muss ich diese Einstellung nicht einfach respektieren und akzeptieren oder werde ich heute Spuren einer wieder aufkeimenden Lebenszuversicht wahrnehmen und die richtigen Worte hierzu finden? Ist dies in diesem befremdlichen Aufzug und in dieser für alle wahrnehmbaren körperlichen Distanz überhaupt möglich? Zwei schläfrige Augen schauen mich überrascht und freundlich an. Schmerzfrei, denke ich, das ist gut. Arme und Hände – ein wenig zittrig zwar – aber offenbar entspannt hinter dem Kopf verschränkt. Das wird ein guter Besuch, so viel weiß ich jetzt schon, auch wenn sich mir die ersten Schweißtropfen unter meinem Hygienehäubchen sammeln und Händehalten und Gummihandschuhe auch irgendwie nicht so recht zusammenpassen.“

Wenn Sie Hilfe, Beratung und Unterstützung sowie Vernetzung brauchen, können Sie sich jederzeit an das Ambulante Hospiz, Koblenzerstraße 6, 54411 Hermeskeil wenden. Telefon: 06503-9214766, Fax: 06503-9214767 Mail: hospiz.her@marienhaus.de, Homepage: www.ambulantes-hospiz-hochwald.de.