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Rund um Hermeskeil
Ausgabe 24/2020
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Mehrkosten bei der Rathaussanierung

Am Ende wird die Maßnahme wohl bei einer Million landen

Einen Altbau zu sanieren ist meistens so etwas wie die sprichwörtliche „Büchse der Pandora“ zu öffnen. Diesen Vergleich sprach denn auch René Treitz in der Sitzung des HFA der Verbandsgemeinde am Dienstag letzter Woche an. Hat man bei Neubauten die Kostenkalkulation in der Regel ganz gut im Griff, sieht es bei Sanierungsobjekten meist anders aus. Denn viele neue Probleme tauchen erst auf, wenn z.B. Wandverkleidungen, Dacheindeckungen u.ä. entfernt sind. Warum sollte das also bei Sanierung und Umbau des Hermeskeiler Rathauses anders sein?

Zeitlich gesehen waren gegenüber dem „Topthema Freibad“ die übrigen Tagesordnungspunkte dieser Sitzung eher Nebensächlichkeiten, auch wenn da unter anderem über eine Kostenerhöhung bei der Rathaussanierung zu reden war. Anfang 2019 hatte der VG-Rat beschlossen, auch das Dachgeschoss des Verwaltungsgebäudes zu sanieren und umzubauen. Insgesamt rund 781000 € sollte das nach der Planung kosten. Doch als Mitte letzten Jahres die Abrissarbeiten im Mansardengebäude, wo das Wasserwerk vorher untergebracht war, erfolgten, stellte man erhebliche Probleme fest: Vier Stahljoche mussten aus statischen Gründen eingezogen werden, Kostenpunkt: 60000 €, Zwischensumme 841000 €.

Doch das ist noch nicht alles. Bei früheren Umbauarbeiten waren im Bereich der Kehlbalken und Dachschrägen vorhandene Tragbinder wohl einfach ersatzlos entfernt worden und bei den vorhandenen Mansarden bestand die „tragende Konstruktion“ lediglich aus Schalbrettern. Auch das musste man nun konstatieren. Die notwendigen Sicherungsmaßnahmen sowie die Herstellung komplett neuer Gauben erhöhen nun die Bausumme um weitere 90000 €.

War’s das nun? Leider nein. Die Erneuerung der Gaubenseiten und der Traufabdeckung kosten weitere 34700 €. Und wenn die Dacheindeckung komplett erneuert wird - was zu empfehlen wäre, wie Architekt Simon Kolz ausführte („Dann ist die nächsten 50 Jahre Ruhe“) -, kommen noch einmal 32400 € dazu. In der „Vollversion“ hatte der HFA also nun über weitere Mehrkosten von rund 157000 € zu entscheiden, womit der Gesamtbetrag für die Sanierung am Ende bei 998000 € landet.

Was „die Büchse der Pandora“ denn noch bereit halte, wollte der städtische Beigeordnete René Treitz vom Architekten wissen; der konterte elegant: „Da die Büchse je jetzt offen ist, denke ich, dass danach nichts mehr kommt.“ Übereinstimmend plädierten Bürgermeister Hartmut Heck („Es soll ja auch für längere Zeit in Ordnung sein“), René Treitz („Ich glaube, es macht keinen Sinn hier zu sparen“) und Paul Port („Das ist die einzige Alternative. Eine andere gibt es nicht“) für die Empfehlung des Planers. Worauf der Ausschuss schließlich einstimmig die entsprechende Empfehlung an den VG-Rat beschloss.

Die Finanzierung der Mehrkosten ist dadurch gesichert, dass im laufenden Jahr für die vorgesehene Teilerneuerung der Verrohrung des Labachs in Hermeskeil, wofür 330000 € im Haushalt stehen, nur Planungskosten anfallen, denn entgegen der bisherigen Annahme der Verwaltung gibt es für diese Maßnahme doch Fördermittel aus dem Investitionsstock.

Neues Fahrzeug für die Feuerwehr

Über ein neues „Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeug“ (HLF) darf sich die Hermeskeiler Feuerwehr freuen; die Beschaffung war von der gemeinsamen Vergabestelle der VGen Hermeskeil und Ruwer ausgeschrieben worden. Mit allem „Drum und Dran“ einschließlich Beratungskosten werden hierfür 493000 € ausgegeben. Der Landeszuschuss beträgt 193000 €, sodass die VG 370000 € selbst tragen muss. Im Haushalt 2020 stehen hierfür 350000 €. Der Rest wird über das Sachkonto Sanierung Schulhof Grundschule Hermeskeil finanziert, weil diese Maßnahme teilweise erst nächstes Jahr durchgeführt wird. Auch hierfür gab es eine einstimmige Empfehlung des HFA. Der VG-Rat wird nun voraussichtlich in seiner nächsten Sitzung am 24. Juni darüber entscheiden.

Anmerkung: Die Büchse der Pandora enthielt, wie die griechische Mythologie überliefert, alle der Menschheit bis dahin unbekannten Übel wie Arbeit, Krankheit und Tod. Sie entwichen in die Welt, als Pandora die Büchse öffnete. (wikipedia) . Kaum auszudenken, was der Menschheit alles erspart geblieben wäre, wenn Pandora sie zu gelassen hätte... (WIL-)