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Rund um Hermeskeil
Ausgabe 27/2026
3 - Aus den Hochwaldgemeinden
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Gemeinschaftsübung in Bescheid: THW und Feuerwehren proben Wasserversorgung im Einsatzfall

 

 Wenn es im Wald brennt, entscheidet neben der eigentlichen Brandbekämpfung oft auch die Logistik sowie die Wasserversorgung über den Erfolg des Einsatzes. Um für diesen Ernstfall optimal vorbereitet zu sein, absolvierten das Technische Hilfswerk (THW) Hermeskeil und die Feuerwehren Bescheid, Hermeskeil und Reinsfeld am vergangenen Freitagabend eine groß angelegte Gemeinschaftsübung in Bescheid. Im Mittelpunkt stand dabei nicht das eigentliche Löschen eines simulierten Waldbrandes, sondern das reibungslose Zusammenspiel bei dem Aufbau und Betrieb einer Wasserentnahmestelle.

Ausgangslage der Übung war ein fiktiver, sich schnell ausbreitender Waldbrand, bei dem dringend große Mengen Löschwasser direkt vor Ort benötigt wurden. Bei einem solchen Szenario stehen die Einsatzkräfte vor der Herausforderung, dass das normale Trinkwasserleitungsnetz im Wald nicht existiert und somit in der Regel auch keine Hydranten zur Wasserversorgung am Brandherd zur Verfügung stehen. Um die Löscharbeiten effizient durchzuführen, muss daher das Löschwasser an anderer Stelle entnommen und mit Tankfahrzeugen zum Einsatzort transportiert werden.

Genau hier setzte das gemeinsame Übungskonzept an: Nach der Alarmierung der verschiedenen Einheiten bauten das THW und die Feuerwehren gemeinsam die sogenannte „Löschwasser-Übergabestelle“ auf. Das Prinzip dahinter funktioniert wie ein flexibles Zwischenlager: Die Station wurde an einem vom eigentlichen Brandherd entfernten Gewässer errichtet, wo das THW das Wasser mit seinen Pumpen direkt aus dem offenen Gewässer entnahm und in Faltbehältern für die Befüllung der Tankfahrzeuge bereitstellte. Den anschließenden Betrieb dieser Übergabestelle stemmten beide Organisationen Hand in Hand, um den zentralen Drehpunkt für die gesamte Versorgung am Laufen zu halten, an dem die Feuerwehrfahrzeuge direkt wieder aufgefüllt werden konnten.

Die Kernaufgabe der Übung lag darin, die Übergabe des Wassers an die Feuerwehr so einfach und schnell wie möglich zu gestalten. Statt für jede Tankfüllung lange Wege zu anderen, unvorbereiteten Wasserstellen zurücklegen zu müssen, steuerten die Fahrzeuge der Feuerwehr einfach den günstig gelegenen Übergabepunkt an. Dort wurden ihre Tanks in kürzester Zeit wieder befüllt, sodass sie ohne große Verzögerung zum fiktiven Brandherd zurückkehren konnten. Da kein echter Löscheinsatz geübt wurde, konnte das Löschwasser, ganz im Sinne der aktuellen Hitzeperiode, wieder dem Gewässer zugeführt werden, aus dem es kurz zuvor entnommen wurde.

Bei diesem Austausch ergänzten sich die beiden Organisationen ideal: Das THW nutzte seine Pumpen, um große Wassermengen aus der Gewässer bereitzustellen, während die Fahrzeuge und Technik der Feuerwehr zudem genau für den passenden Druck beim eigentlichen Löschen ausgelegt sind. Neben der reinen Technik stand dabei auch die Abstimmung der Abläufe, die Führungsorganisation und die Kommunikation zwischen den beiden Organisation mittels Digitalfunk im Fokus.

Die Erprobung dieses Verfahrens verlief aus Sicht der Organisatoren äußerst erfolgreich. Durch den Testbetrieb der Übergabestelle unter realistischen Bedingungen konnten wichtige Erkenntnisse für künftige Einsätze gewonnen werden. Nach Angaben der Verantwortlichen zeigte sich, dass sowohl die Wasserentnahme als auch das schnelle Errichten der Station eine planerische Herausforderung darstellen, die Zusammenarbeit und Ausführung der Einheiten jedoch einwandfrei funktionierte.

Zum Abschluss der Übung kamen alle Beteiligten zu einem ausführlichen Nachgespräch am Feuerwehrhaus Bescheid zusammen. Im Fokus standen dabei der direkte Austausch über die gewonnenen Erkenntnisse der verschiedenen Übungsabschnitte sowie das gemeinsame Fazit der Einsatzkräfte. Dieser offene Dialog legte zugleich den Grundstein für eine weiterhin starke und gute Zusammenarbeit der beteiligten Einheiten bei künftigen Übungen und Einsätzen. (jsb)