Am Sonntag, 12. Juli 2026 um 11 Uhr laden die Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz und der Förderverein Gedenkstätte KZ Hinzert e.V. zur Eröffnung der Ausstellung „Trotzdem da“ der Gedenkstätte Lager Sandbostel in die Gedenkstätte SS-Sonderlager/KZ Hinzert ein.
Der Leiter der Gedenkstätte Lager Sandbostel, Andreas Ehresmann, wird in die Ausstellung einführen. Die Ausstellung widmet sich dem lange tabuisierten Thema der Verfolgung sogenannter verbotener Beziehungen. Sie zeigt das Schicksal der Kinder aus diesen Beziehungen und porträtiert die heute Erwachsenen, darunter Ingelore Prochnow, deren Vater im SS-Sonderlager Hinzert inhaftiert war.
Die deutsch- und englischsprachige Wanderausstellung ist eine Leihgabe der Stiftung Lager Sandbostel. Sie ist ein Projekt der Bildungsagenda NS-Unrecht von 11/2022 bis 12/2024, gefördert von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) und dem Bundesministerium der Finanzen (BMF). Mehr unter trotzdemda.de/die-ausstellung.
Die Ausstellung ist vom 12.Juli bis 30. August 2026 in der Gedenkstätte in Hinzert zu sehen. Adresse: An der Gedenkstätte, 54421 Hinzert-Pölert. Eine Anmeldung zur Eröffnung ist erforderlich bis 08. Juli per Email unter info@gedenkstaette-hinzert.lpb.rlp.de oder telefonisch unter 06586992493.
Das SS-Sonderlager/KZ Hinzert
war ab 1943 das zentrale Lager für die Durchführung des sogenannten Wiedereindeutschungsverfahrens, durch das u.a. Zwangsarbeitende, denen eine verbotene Beziehung zu einer deutschen Frau vorgeworfen wurde, nicht hingerichtet, sondern für den deutschen Arbeitsmarkt weiter ausgebeutet werden sollten. Dies alles geschah unter nicht wissenschaftlichen und rassistischen Vorzeichen. Um als „eindeutschungsfähig“ zu gelten, mussten sie zum einen bestimmte körperliche (rassistisch geprägte) Merkmale aufweisen und zum anderen sich einer „charakterlichen Überprüfung“ unterziehen. Anspruch und Realität des Verfahrens klafften jedoch weit auseinander.
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