Titel Logo
Rund um Hermeskeil
Ausgabe 28/2019
3 - Aus den Hochwaldgemeinden
Zurück zur vorigeren Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Informative Wanderung durch den Nationalpark Hunsrück-Hochwald

Unser Bild zeigt die Wandergruppe zusammen mit Norbert Hoff an einem der markanten Punkte

Die zweite Wanderung der RuH-Wanderwoche 2019 führte am Dienstag durch den Nationalpark Hunsrück-Hochwald. Startpunkt war am Bürgerhaus in Muhl. Unter der fachkundigen Führung von Nationalparkführer Norbert Hoff machten sich rd. 40 Frauen und Männer bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen auf die 7 km lange Strecke. Da Muhl faktisch mitten im Wald liegt, war der Einstieg direkt hinter der Nationalparkkirche. Norbert Hoff führte das interessierte Publikum an verschiedene Punkte im Nationalpark und erläuterte dessen Fauna und Flora. So gab es Interessantes zum Feind der Fichten, dem Borkenkäfer, zu erfahren, die verschiedenen Baumarten, wie Fichte und Buche wurde gezeigt und auch die vielfältige Tierwelt stellte der Nationalparkführer vor. Da Muhl in seinen Ursprüngen ein Köhlerdorf gewesen ist, konnten die Wanderer einen alten Meilerplatz begutachten, und wenn man das Laub beiseite machte, waren noch Reste von Holzkohle zu finden. Auf dem Gebiet des heutigen Nationalparks, so Hoff, hatte es mehr als 4.000 Meilerplätze gegeben, wo die Holzkohle für die Eisenverhüttung in der näheren Umgebung erzeugt wurde. Als die Preußen Mitte des 19. Jahrhunderts auf den Hochwald kamen, gab es fast keine Buchen mehr, da diese der Köhlerei zum Opfer gefallen waren. So pflanzten die Preußen großflächig die schnellwachsende Fichte an. Heute geht die Forstwirtschaft wieder den umgekehrten Weg, weg von der Fichte, hin zum klimafesten Laubbaum. Um 1850 sei das Köhlerhandwerk zum Erliegen gekommen, weil man an der Saar auf die Steinkohle gestoßen war und diese, nachdem sie zu Koks verarbeitet worden war, der Eisenverhüttung diente. An einer anderen Stelle konnte ein tote Buche besichtigt werden, in der bis zu 1.200 Tierarten leben. Auch ein Abstecher an den sog. Ochsenbruch, ein renaturiertes Hochmoor, war in den Wanderweg eingebaut.

Nach der Rückkehr zum Bürgerhaus Muhl und einer kurzen Rast erwanderten die Teilnehmer über 3 km den sog. Schöpfungspfad. Pastoralreferentin Angela Schmitt und Gemeindereferentin Agnes Kutscher geleiteten die Wanderschar an verschiedene Punkte, die zur Inspiration und Meditation einladen. Mit kurzen Texten gab es Anregungen zum Nachdenken. Die Wanderung klang mit einem Zusammensein im Bürgerhaus aus, wo sich die Frauen und Männer bei einem Imbiss und Getränken stärken konnten, ehe es auf die Heimreise ging. Bb