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Rund um Hermeskeil
Ausgabe 28/2019
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Wo wandern wir morgen ?

Die beiden jüngsten Teilnehmer Samuel (9) und Magdalena (7) sind von der Tour begeistert. Für sie ist es diese Woche schon die dritte Wanderung. Sie mögen den Wald sehr und hatten laut eigener Aussage viel Spaß an den verschiedenen Themen der Wanderwoche. „Am schönsten ist es, sich zwischen den Bäumen zu verstecken“, meinen beide Kinder strahlend. (Subi)

Der Wald im Klimastress

Wie wirkt sich der Klimawandel auf unseren geliebten Hochwald aus? Mit dieser Frage beschäftigten sich die Teilnehmer der Wanderung am Donnerstag unter dem Motto „Wald im Klimastress“. Der Hermeskeiler Revierleiter Jörg Clemens berichtete viel Wissenswertes über die Situation der heimischen Bäume.

Bei schönstem Sonnenschein und voller Spannung startete die Gruppe am Feuerwehrmuseum Hermeskeil, um sich über die Auswirkungen des Klimawandels vor Ort zu informieren. Revierleiter Jörg Clemens führte der Truppe schon zu Beginn der Tour die Problematik des Klimawandels deutlich vor Augen: „Ich hoffe zur Zeit auf einen Regen für die Bäume“, erklärt der Förster mit Blick in den Himmel“, jeder Tropfen Regen bedeutet Hoffnung, den jetzt schon schwierigen Zustand der Bäume zu verbessern, insbesondere mit Blick auf den starken Befall durch den Borkenkäfer.“

Durch den Klimawandel ist während der letzten Jahrzehnte mit wenigen Ausnahmen ein ständiger Anstieg der Monatsmittel und Jahresmitteltemperaturen zu verzeichnen. Die Auswirkungen der Temperaturerhöhung haben gerade in den Hochlagen einen wesentlich größeren Einfluss auf die Borkenkäferentwicklung. So benötigt der Buchdrucker bei einer Tagesdurchschnittstemperatur von 19 °C rund 50 Tage für eine vollständige Entwicklung vom Ei bis zum fertigen Käfer, dagegen bei 24 °C nur 35 Tage. Darunter leidet zur Zeit am meisten die Fichte. Im Westerwald ist das Fichtensterben schon dramatisch fortgeschritten. „Wald im Klimastress bedeutet natürlich nicht nur einen Anstieg der Borkenkäfer. Klimawandel gab es schon immer, aber nicht so schnell. Die Bäume können sich in der Kürze der Zeit nicht darauf einstellen, die Reaktion darauf dauert eigentlich Jahrtausende. Der Forst kann dem zwar entgegenwirken, aber nicht so schnell“, erklärt Clemens.

Der Weg der „wandernden Klimaforscher“ führte nun durch die Stadt hindurch, hinauf Richtung Züsch und zum ersten Halt auf dem Adrian. Nach dem starken Anstieg nutzt der Förster die kleine Pause der Wanderer, um auf die Merkmale der vom Borkenkäfer befallenen Bäume aufmerksam zu machen. Braune Nadeln, Wurmmehl am Stammfuß und ablösende Rinde weißen auf den Schädling hin. Weiter in Richtung Talsperre gab es kurz vor der Mittagspause einen kleinen Abstecher in eine gerade gerodete Waldschneise. Insbesondere auf dem durch starken Schädlingsbefall gerodeten Holz, kann man den Buchdrucker genau unter die Lupe nehmen und die Arbeit des Forstbetriebes zum Klimawandel betrachten.

Während der Mittagsrast in der Waldlehrwerkstatt wurde beim Verzehr von Wurstspezialitäten aus der Region das Thema „Klimawandel“ weiter diskutiert. Ricarda Ahmetovic, von der Tourist- Information Hermeskeil, bedankte sich vor der Rückwanderung mit einem kleine Präsent bei dem Revierförster für den sehr guten und intensiven Einblick in das wichtige Thema.