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Rund um Hermeskeil
Ausgabe 28/2020
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Weg in die Moderne als Chance

Zukunft der Hermeskeiler Jugendherberge

Der Lockdown während der Corona-Krise hat die gesamte Hotelbranche und damit auch die Jugendherbergen hart getroffen. Infolge weggebrochener Einnahmen werden wohl sechs Häuser in Rheinland-Pfalz, die umfangreich saniert werden müssten, geschlossen. In einer konzertierten Aktion will man das Haus in Hermeskeil, das nicht von der Schließung betroffen ist, durch Schärfung des Profils fit für die Zukunft machen.

Eine ländlich geprägte Region mit den klassischen Infrastrukturproblemen trete mit dem Nationalpark ins Rampenlicht - auch über die Landes- und nationalen Grenzen hinaus. Und die Region ist es wert. Es geht um mehr, als nur ein Schutzgebiet. Es bieten sich neue Chancen für Tourismus und Regionalentwicklung, so die Worte der rheinland-pfälzischen Umweltministerin Höfken bei der Eröffnung des Nationalparks. Bei der Werbung um die Einrichtung des Nationalparks habe Umweltstaatsekretär Dr. Thomas Griese, so Bürgermeister Hartmut Heck, betont, dass dies nicht nur die Aufgabe seines Ministeriums sei sondern eine Querschnittsaufgabe aller Ministerien. Fünf Jahre nach Eröffnung des Nationalparks, so Heck, finden wir uns regional als Nationalparkgemeinde in der Umsetzung des Konzepts noch nicht.

Schon seit 2017 befasse sich die Stadt und die VG damit, wie man die Hermeskeiler Jugendherberge in eine „Nationalparkjugendherberge“ wandeln und in die touristische Vermarktung der Region einbinden könne. Die Pläne wurden kürzlich dem Kreistag vorgestellt, der die Unterstützung des Konzeptes einstimmig zusagte. Mit 24 frei wählbaren Programmbausteinen zu Umweltbildung und nachhaltige Entwicklung greife das mitten in der Stadt befindliche Haus heute schon den Bedarf vieler Schulen zum Thema „regionale Entwicklung“ auf. Die Bausteine könnten durch die einzigartige Lage in Nähe des Nationalparks und in Zusammenarbeit mit den Betreibern gerade auch in den Bereichen Umweltbildung, Nachhaltigkeit und Tier-und Pflanzenschutz beliebig erweitert werden.

Ein weiterer Baustein könne eine engere Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte am ehemaligen SS-Sonderlager/KZ Hinzert und deren Betreiberin, der Landeszentrale für politische Bildung, sein. Die Stätte sei ein Erinnerungsort mit europäischer Dimension. Neben der Beherbergung von Schulklassen, Touristen und diversen Gruppen könne das Haus zum Beispiel in das neue pädagogische Konzept der Gedenkstätte als Unterkunft eingebunden werden. Das Konzept sieht einen aktivierten Rundgang für Schul- und Jugendgruppen vor, bei dem die SchülerInnen verschiedene Aspekte der Lagergeschichte im Unterricht vorbereiten und den Lagerrundgang weitestgehend selbst gestalten. Im Rahmen der Kooperation könne man auch grenzüberschreitende Jugendprogramme initiieren und hochaktuelle Themen wie Extremismus und Rassismus aufgreifen.

Mit den neuen Schwerpunkten hätte man für die Jugendherberge und die Region ein „Alleinstellungsmerkmal“ und damit auch ein Aushängeschild für das Land, so Stadtbürgermeisterin Lena Weber. Am Donnerstag vergangener Woche hat nun ein intensives Abstimmungsgespräch zwischen Stadtbürgermeisterin, VG-Chef, Landrat und dem Vorstandsvorsitzenden des Verbandes der Jugendherbergen in Rheinland-Pfalz, Jacob Geditz, stattgefunden. Dieser steht der Initiative sehr positiv gegenüber. Sie lässt sich allerdings nur umsetzen, wenn das Haus entsprechend erweitert, umfassend saniert und attraktiv gestaltet wird. Die letzte große Sanierung ist etwa 25 Jahre her. Stadt und VG haben Wege aufgezeigt, an Fördergelder auch auf europäischer Ebene zu kommen. Herr Geditz klärt in den kommenden Wochen die Möglichkeiten in seinem Bereich. Das Land, so die Stadtbürgermeisterin und der VG-Chef unisono sei jetzt gefragt, die Versprechen in puncto Unterstützung der regionalen Entwicklung auch an diesem Projekt einzulösen. Bei der Aufteilung der Kosten sei die sogenannte Drittelregelung (JH – Land – Kommune) angestrebt. Nach den Sommerferien ist ein weiterer Gesprächstermin angestrebt (BäR)