Trotz wirtschaftlicher Herausforderungen zeigt sich der Arbeitsmarkt in der Region Trier weiterhin robust. Besonders erfreulich: Immer weniger Menschen sind auf Bürgergeld angewiesen. Während die Gesamtzahl der Arbeitslosen im Juni 2026 nahezu unverändert blieb, sank die Zahl der Arbeitslosen in der Grundsicherung gegenüber dem Vorjahr deutlich.
Insgesamt waren im Bezirk der Agentur für Arbeit Trier im Juni 13.192 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind lediglich 21 Personen mehr als im Mai und ein Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote blieb mit 4,4 Prozent stabil.
Eine positive Entwicklung zeigt sich insbesondere bei den Jobcentern: Dort waren 6.789 Menschen arbeitslos gemeldet – 323 weniger als im Juni 2025. Damit entfällt inzwischen zwar noch gut jede zweite Arbeitslosigkeit auf die Grundsicherung, die Zahl geht jedoch kontinuierlich zurück.
„Wir setzen in der Region mit gemeinsamen Aktivitäten der Agentur für Arbeit und der Jobcenter stark auf die Begegnung mit den Unternehmen sowie auf die Vermittlung in Arbeit und Ausbildung – unabhängig davon, ob Menschen Leistungen der Arbeitslosenversicherung oder der Grundsicherung erhalten. Das neue Gesetz bestärkt uns in dieser Ausrichtung“, erklärt Reinhilde Willems, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Trier.
Hintergrund ist das neue Gesetz zur Änderung des Zweiten Sozialgesetzbuches, das die schnelle und nachhaltige Integration in den Arbeitsmarkt wieder stärker in den Mittelpunkt rückt. Nach Angaben der Arbeitsagentur verfolgt die Region diesen Ansatz bereits seit Längerem. Besonders Menschen im Alter zwischen 25 und 55 Jahren, die mehr als die Hälfte der arbeitslosen Bürgergeldempfänger ausmachen, hätten gute Chancen auf eine Beschäftigung.
„Wir verfügen über zahlreiche Möglichkeiten, die Vorbereitung auf Arbeit und Ausbildung sowie die Aufnahme einer Beschäftigung zu unterstützen“, so Willems. Wer ohne Qualifizierung oder intensive Einarbeitung keine Stelle finde, könne gemeinsam mit den Betrieben individuell gefördert werden.
Auch im Landkreis Trier-Saarburg zeigt sich dieses Bild. Hier waren im Juni 2.792 Menschen arbeitslos gemeldet – sieben mehr als im Mai und 72 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote blieb mit 3,4 Prozent dennoch auf niedrigem Niveau stabil. Gleichzeitig verringerte sich die Zahl der Arbeitslosen im Bereich des Jobcenters innerhalb eines Jahres um 93 Personen. Auch die Zahl der Bedarfsgemeinschaften und der erwerbsfähigen Bürgergeldberechtigten ging gegenüber dem Vorjahr um jeweils rund vier bis fünf Prozent zurück.
Die Unternehmen der Region suchen weiterhin Personal. Allein im Landkreis Trier-Saarburg wurden im Juni 137 neue Stellen gemeldet; insgesamt sind dort derzeit 903 Arbeitsplätze vakant. Im gesamten Agenturbezirk stehen aktuell 4.618 freie Stellen zur Verfügung – insbesondere im Gesundheits- und Sozialwesen, im verarbeitenden Gewerbe, im Handel, Baugewerbe und bei unternehmensnahen Dienstleistungen.
Nach Einschätzung der Arbeitsagentur bleibt die Nachfrage nach Arbeitskräften damit hoch. Der gemeinsame Arbeitgeberservice von Agentur für Arbeit und Jobcentern unterstützt Unternehmen weiterhin bei der Besetzung offener Stellen und informiert über Fördermöglichkeiten für Neueinstellungen. (LeWe)