Die Neugestaltung der Hermeskeiler Fußgängerzone nimmt konkrete Formen an. Bereits in der kommenden Stadtratssitzung am Montag, 14. Juli, wird das beauftragte Architekturbüro erstmals den geplanten Ablauf und die Entwurfsplanung für das Großprojekt vorstellen. Parallel laufen vielversprechende Gespräche mit der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) über die Förderung im Rahmen des Städtebauförderprogramms.
Für Hermeskeil ist die Erneuerung eines der wichtigsten Stadtentwicklungsprojekte der kommenden Jahre. Die heutige Fußgängerzone wurde vor fast 45 Jahren, am 5. September 1981, mit einem großen Stadtfest unter Beteiligung zahlreicher Vereine und in Zusammenarbeit mit dem Werbering eröffnet. Nun soll sie umfassend modernisiert und fit für die Zukunft gemacht werden.
Nach der Vorstellung der ersten Entwurfsskizze im Stadtrat folgt bereits am 23. Juli eine Anliegerversammlung. Dort sollen Eigentümer und Anwohner über die Planungen informiert und in die weiteren Schritte eingebunden werden. Noch in diesem Jahr soll der Förderantrag gestellt werden. Läuft alles nach Plan, könnte Ende 2027 mit den Bauarbeiten begonnen werden.
Stadtbürgermeister Christoph König blickt der Vorstellung der Entwürfe mit Spannung entgegen. Das ausgewählte Architektenteam war im Frühjahr im Rahmen eines wettbewerblichen Dialogs ausgewählt worden. An dem Verfahren beteiligt waren neben dem Stadtvorstand und den Fraktionsvorsitzenden auch Mitglieder des Arbeitskreises Fußgängerzone, dem unter anderem Gewerbetreibende angehörten. Bei einer gemeinsamen Begehung wurde anschließend der Umfang der Neugestaltung festgelegt.
Der Planungsbereich umfasst neben der eigentlichen Fußgängerzone auch den Straßenraum der Donatusstraße, den Alfons-Schmitt-Platz sowie die Alte Poststraße. Ziel ist eine gestalterische Abstimmung mit dem bereits umgestalteten Donatusplatz. Insbesondere rund um das Rathaus soll die Aufenthaltsqualität deutlich verbessert werden – unter anderem mit einer pavillonartigen Gestaltung als neuer Treffpunkt.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Barrierefreiheit. „Die Gespräche mit der ADD sind vielversprechend“, sagt Stadtbürgermeister Christoph König. Die Stadt rechnet mit einer Förderung von bis zu 80 Prozent aus dem Städtebauförderprogramm. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Fläche auch künftig als Fußgängerzone erhalten bleibt.
Neben der optischen Aufwertung werden auch umfangreiche Arbeiten an der Infrastruktur notwendig. Kanal- und Wasserleitungen stammen teilweise noch aus der Entstehungszeit der Fußgängerzone und sind inzwischen fast ein halbes Jahrhundert alt. Sie sollen im Zuge der Baumaßnahme vollständig erneuert werden. Auch das Thema Stadtgrün spielt in den Planungen eine wichtige Rolle. Die derzeitigen Bäume müssen allerdings weichen, da sie inzwischen eine Größe erreicht haben, die problematisch für die angrenzende Bebauung und die Kanäle sind.
Zusätzlich eröffnet sich eine weitere Chance: Sollten sich genügend Grundstückseigentümer beteiligen, könnte während der Bauarbeiten gleichzeitig ein Anschluss an das Nahwärmenetz erfolgen. Darüber soll ebenfalls bei der Anliegerversammlung informiert werden.
Die öffentliche Stadtratssitzung beginnt am Dienstag, den 14. Juli, um 19 Uhr im großen Sitzungssaal. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, sich aus erster Hand über die Planungen zu informieren.
Auch beim Thema Leerstände gibt es positive Nachrichten. In den ehemaligen Räumen der Post gegenüber dem Schuhhaus Nels ist die Eröffnung eines Fahrradgeschäfts geplant. Der Umbau läuft bereits, allerdings lässt die notwendige Baugenehmigung auf sich warten. Verzögerungen entstehen auch im darüberliegenden ehemaligen NKD – insbesondere durch umfangreiche Brandschutzauflagen. So ist unter anderem eine feuerfeste Decke erforderlich. Hier soll künftig eine Kampfsportschule einziehen. (LeWe)