Viele Menschen erinnern sich noch an den bitterkalten Winter 1962/1963. Nicht nur gewaltige Schneemassen machten den Menschen auf dem Hochwald massive Probleme, auch ein bitterer Frost sorgte dafür, dass an einigen Häusern die Wasserleitungen, obwohl diese 60 cm tief im Boden lagen, einfroren. Mensch und Vieh hatte plötzlich kein Wasser mehr. Es musste mühsam bei Nachbarn, deren Leitungen noch frei waren, mit Milchkannen herbeigeschleppt werden. In Gusenburg hatte Nikolaus Weber, gelernter Schmied, eine geniale Idee. Da damals noch alle Wasserleitungen in Zinkrohr verlegt waren, nahm er sein großes Schweißgerät, klemmte an einen Hydranten auf der Straße das Plus-Kabel und im Keller an der Wasserleitung das Minus-Kabel an, schloss das mächtige Schweißgerät am Strom an und gab Saft auf die Kabel. Die Wasserleitungen erhitzten sich und das Eis schmolz, das Wasser konnte wieder fließen. Ideen muss man haben.
Im Sommer 1962 war die Bundeswehr in die neu gebaute Hochwald-Kaserne in Hermeskeil eingezogen. Eine der neuen Einheiten war das Schwere Transport-Bataillon 931, ausgestattet mit dem Feldarbeitsgerät (FAG). Dieses Gerät, das einem großen Radlader ähnelt, konnte u. a. mit einer Schaufel bestückt werden. Und im besagten Winter 1962/63, der dem Hochwald Unmengen an Schnee bescherte, kamen diese FAGs zum Einsatz. Die Dörfer, die buchstäblich im Schnee versanken, wurden mit Hilfe dieser FAGs so weit vom Schnee befreit, dass ein Fortkommen wieder möglich war. Tagelang waren die Soldaten mit den Geräten unterwegs, um Straßen und Plätze von den Schneemengen zu befreien. Einen Winterdienst, wie wir ihn heute kennen, gab es damals in den Dörfern nicht, der Schnee blieb auf den Straßen liegen und wurde nur bei Bedarf händisch zur Seite geschaufelt. Zu der damaligen Zeit gab es nur wenige Autos, es fuhren lediglich die Postomnibusse, die Schichtbusse ins Saarland, das Milchauto und ab und an die Ärzte zu Hausbesuchen. Die Straßenmeisterei hielt die Hauptverkehrswege frei, Salz wurde nicht gestreut, die Kinder fuhren auf der Hauptstraße Schlitten. Und so konnten die Soldaten des sTrBtl 931 erstmals den Menschen einen großen Gefallen tun. Bei der Eiseskälte gab es für die FAG-Fahrer hier und da einen Schnaps, sodass diese am Abend manch mal ihre liebe Not hatten, ihre Geräte heil in die Kaserne zu bringen. Es ist mehr als 60 Jahre her und doch erinnern sich noch viele ältere Mitmenschen an diesen Ausnahmewinter und die Soldaten mit ihrem FAGs. bb