Ortsbürgermeister Friske beim Empfang von Gästen
Die vier „schwarzen Witwen“ in Aktion
Am vergangenen Sonntag Nachmittag, 11. Januar wurde auch in Reinsfeld die Tradition des Neujahrsempfangs fortgeführt. Bürgermeister und Gemeinderat begrüßten die Gäste mit einem Gläschen Sekt und der Quartettverein als Mitveranstalter sorgte anschließend für die Verköstigung und ein buntes Programm.
Nach dem obligatorischen Begrüßungssekt am Saaleingang, kredenzt von den Mitgliedern des Gemeinderates, begrüßte Ortsbürgermeister Guido Friske in seiner kurzen Rede den Verbandsbürgermeister Stefan Ding, den Landtagskandidaten der CDU – Johannes Kölling – und Pfarrer Kai Quirin. Er blicke, so Friske, auf das erste komplette Jahr als Ortsbürgermeister zurück. Im abgelaufenen Jahr hätte die Gemeinde zwar viel vorgehabt, aber nur einiges erreichen können. Bei den vielen neuen Dingen, die ihn seither im Amt beschäftigt hätten, sei er dankbar für die Unterstützung durch die beiden Beigeordneten Michael Müller und Andreas Dixius, die Mitglieder des Gemeinderates, die Feuerwehr und die örtlichen Vereine. Auch die Bürgerinnen und Bürger hätten ihm immer wieder mit ihren Erfahrungen zur Seite gestanden. Das alles hätte ihn in seiner Sichtweise bestärkt: Zusammenhalt und Zusammenarbeit stärkt unsere Gemeinschaft und bringt uns weiter. Dass nicht alles erreicht werden konnte, hätte aber nicht an der Gemeinde und deren Führung gelegen, sondern am System, das die Kommunen immer wieder ausbremse. Das werde sich leider im kommenden Jahr fortsetzen. Im Ausblick auf das Jahr 2026 sollen folgende Projekte umgesetzt werden: Der Straßenendausbau im Baugebiet Flachsheide II und III, der Anbau an die Kindertagesstätte, der Bau weiterer Windräder und die Umnutzung des ehemaligen Spielplatzes am Sonnenhang zu einem Sportfeld. Die Planungen für den Straßenneubau der Landesstraßen L146 und L148 sollen weiter vorangebracht werden (Baubeginn voraussichtlich 2029), der Baumbestand hauptsächlich im Kirchpark soll bei ausreichenden Mitteln beschnitten und teilweise erneuert und die Errichtung des neuen Gewerbegebietes vorangetrieben werden. Er schloss seine Rede mit einem Zitat von Henry Ford: „Es hängt von uns selber ab, ob wir das neue Jahr als Motor oder als Bremse nutzen wollen.“
Verbandsbürgermeister Stefan Ding bedauerte ebenfalls, dass nicht alles umgesetzt werden konnte, was wünschenswert gewesen wäre. Im Ausblick betonte er, dass mit der Erweiterung der Kita und der Grundschule der Schulstandort langfristig gesichert werde. Außerdem sei man dabei, Wege für die Freigabe des Industrieparks zu finden, arbeite an Konzepten zur Umsetzung von Energie- und Nahwärmeversorgung und an Überlegungen zur Unterbringung des gewachsenen Fuhrparks für die Feuerwehr in Reinsfeld. Auch wenn er die vielen Fördermöglichkeiten teilweise als unsinnig in jedem Fall aber unübersichtlich und verwirrend einstufte, warb er offensiv für weitere Ideen zur Anmeldung für eine EU-Leaderförderung. Reinsfeld hätte da mit der Kulturscheune und der Viezgarage zwei leuchtende Vorzeigeobjekte.
Zwischendurch und im Anschluss an die Reden sorgte der Quartettverein „Concordia“ mit Liedbeiträgen durch die Formationen Gemischter Chor und Männerchor für musikalische Unterhaltung. Sowohl gesanglich wie auch choreografisch vermittelten sie den Zuhörern modernen Chorgesang. Dass in den aktiven Sängerinnen und Sängern auch ein gerütteltes Maß an schauspielerischen Fähigkeiten steckt, bewiesen sie auch beim Auftritt der „vier schwarzen Witwen“ und dem Märchen „Aschenputtel àla Quartettverein“. Andrea Stüber, Astrid Weist, Britta Fischer und Inge Kirsten vermittelten bei ersterem gesanglich in „Leichenbittermiene“, mit welchen Methoden – als Unfall getarnt – sie ihre ungeliebten Ehemänner ins Jenseits befördert hatten. Beim Aschenputtel Sketch fungierte Hildegard Eiden als Erzählerin. Die Märchenfiguren (Prinz: Herbert Eiden, Aschenputtel: Mathilde Leisen, Fee: Rita Philipps, hässliche Schwestern: Christel Hüther und Inge Schömer) tauchten dabei immer wieder wie Puppen eines Puppentheaters hinter einem Paravant auf, um ihre teilweise nur aus einem Wort bestehenden Beiträge abzugeben. Zwischendurch und im Anschluss nutzten die Gäste die Zeit für intensive Gespräche. (BäR)