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Rund um Hermeskeil
Ausgabe 30/2019
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Lena Weber ist nun offiziell Stadtbürgermeisterin

Der Stadrat wählte in seiner konstituierenden Sitzung René Treitz (SPD) mit deutlicher Mehrheit zum 1. Beigeordneten. Die Wahl der weiteren Beigeordneten wurde verschoben.

Die neue Stadtbürgermeisterin Lena Weber wurde durch ihren Vorgänger Mathias Queck ernannt, vereidigt und in ihr Amt eingeführt.

Hermeskeiler Stadtrat hat sich konstituiert – René Treitz zum 1. Beigeordneten gewählt

Es sollte am vorletzten Dienstagabend eine Weile dauern, bis die neu gewählten Stadtratsmitglieder durch den noch geschäftsführenden Stadtbürgermeister Mathias Queck verpflichtet und die neue Stadtbürgermeisterin ernannt waren. Denn die vorher auf der Tagesordnung angesetzte Verabschiedung der ausgeschiedenen Beigeordneten und Ratsmitglieder nahm einen ungewöhnlich breiten Raum ein. Mit 16 von 20 Stimmen wählte der neue Stadtrat René Treitz zum 1. Beigeordneten. Er war der einzige vorgeschlagene Kandidat. Mehr als vierzig interessierte Hermeskeiler*innen waren zu der Sitzung ins Rathaus gekommen.

Seinen scheidenden Beigeordneten Willi Auler und Volker König, die beide ihr Amt zehn Jahre lang - in den letzten fünf Jahren mit Queck als Stadtbürgermeister – ausgeübt hatten, sprach das Noch-Stadtoberhaupt großen Dank aus. Sie hätten, so Queck, ein Amt ausgeübt, das viel von ihrer Zeit in Anspruch genommen habe. Auler habe in seinem Geschäftsbereich Kultur und Jugend sehr viel zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger getan und ihm gebühre deshalb besondere Anerkennung für sein großes Engagement und die geleistete Arbeit. Besonders dankbar sei er, so Queck, auch für die exzellente Zusammenarbeit mit König, der nicht nur den Bauhof als Geschäftsbereich betreut habe, sondern auch jeden Morgen von 9 bis 12 Uhr im Büro gewesen sei, wo er ein offenes Ohr für die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger gehabt habe. Quecks Lob für die Beiden quittierten Stadtrat und Zuhörer mit viel Beifall.

In kurzen Ansprachen betonten Auler und König die sehr freundschaftliche Zusammenarbeit im Stadtvorstand, die stets von Kollegialität und Vertrauen geprägt gewesen sei. Die jeweilige Parteizugehörigkeit habe dabei nie eine Rolle gespielt. Sie dankten dem Stadtrat und den Ausschüssen, aber auch den Mitarbeiter*innen der Verwaltung, von denen sie in ihrer Amtszeit immer uneingeschränkte Unterstützung erfahren hätten. Symbolische Anerkennung erfuhren Auler und König mit einer Urkunde und einem Präsentkorb; die besondere Unterstützung, die sie durch ihre Ehefrauen erfahren hatten, würdigte Queck mit jeweils einem Blumenstrauß.

Die sich an die Verpflichtung der neuen Ratsmitglieder anschließende Ernennung, Vereidigung und Einführung der neuen Stadtbürgermeisterin Lena Weber war im Grunde eine reine Formsache. Webers erste Amtshandlung bestand danach in der Verabschiedung ihres Vorgängers, die sie dem zu diesem Zeitpunkt noch geschäftsführenden 1. Beigeordneten Willi Auler überließ. Für diesen war es "eine große Ehre und Freude, die Abschiedsrede zu halten". In den fünf Jahren ihrer sehr guten Zusammenarbeit sei einiges erreicht worden, sagte Auler, und nannte den Vertrag über die Einrichtung der Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende, mit dem sowohl der Fortbestand des Hermeskeiler Krankenhauses als auch die Aufnahme der Stadt in ein besonderes Förderprogramm mit 75 % Fördermitteln für die Stadtsanierung verknüpft seien. Auch habe Queck sein Wahlversprechen, einen Drogeriemarkt nach Hermeskeil zu bringen, eingehalten. Auler sprach ihm für all das den Dank der Stadt und der Ratsmitglieder aus und verabschiedete ihn mit einem wohlgefüllten Präsentkorb, "damit das Abnehmen ein Ende hat".

In ihrer kurzen Antrittsrede dankte die neue Stadtbürgermeisterin zunächst den Bürger*innen für ein "tolles Wahlergebnis", das in sie gesetzte Vertrauen und die zahlreichen Glückwünsche, die sie erhalten habe. Leider seien die letzten Jahre in Hermeskeil von politischen Streitereien geprägt gewesen. Sie hoffe, so Weber, dass man es nun schaffen werde, wieder Vertrauen und Respekt aufzubauen und das gemeinsame Ziel verfolgen könne, nämlich eine lebenswerte und zukunftsorientierte Stadt Hermeskeil. Sie verspüre überall viel Euphorie und Aufbruchstimmung; diese gelte es mitzunehmen. Es sei "in jedem Fall besser, miteinander als übereinander zu reden".

Im Namen der Fraktionsgemeinschaft SPD/Linke gratulierte René Treitz. Lena Weber habe es geschafft, auch jüngere Wähler*innen zu motivieren. Nun gelte es die Stadtentwicklung voranzutreiben, aber auch neue Themen wie z.B. die Barrierefreiheit in Angriff zu nehmen.

Stefan Ding gratulierte für die CDU, die sich nach der Wahl in der Oppositionsrolle befinde. Man wolle sich künftig konstruktiv in einen "Wettstreit um die besten Lösungen" begeben, um das Beste für Hermeskeil zu erreichen. Das Wahlergebnis beinhalte die Chance neu zu beginnen und die Querelen der Vergangenheit zu vergessen. Mit den Worten "Auf gute Zusammenarbeit im Rat" schloss er seinen Vortrag.

In den Vorgesprächen sei eine sachorientierte Politik angekündigt worden, meinte Berthold Grenz (FWG) und ergänzte: "Ich hoffe, dass es auch so kommt". Er wünschte der neuen Stadtbürgermeisterin den nötigen Weitblick und viel Erfolg. Für die BfB versicherte Hagen Wiehle, dass sich Weber "auf uns als Mitstreiter zu 100 % verlassen" könne.

Wahl des 1. Beigeordneten

Die sich an die Anpassung der Hauptsatzung anschließende Wahl des 1. Beigeordneten brachte für den einzigen Kandidaten René Treitz (SPD) ein klares Ergebnis: Er erhielt die Zustimmung von 16 der 20 anwesenden Stadträt*innen und zeigte sich froh, dass er damit auch Stimmen aus der CDU-Fraktion erhalten hatte. Die Vorzeichen hätten "etwas anders ausgesehen". Er werde sich einbringen, wann und wo immer es notwendig sei, versprach der neue Stellvertreter der Stadtbürgermeisterin, dem der Geschäftsbereich „Bauen und Stadtentwicklung sowie Landwirtschaft, Wald, Umwelt- und Tierschutz“ übertragen wurde.

Weil die von SPD und Linken beabsichtigte "Zählgemeinschaft" bei der Wahl von Ausschussmitgliedern schon länger nicht mehr zulässig ist, obwohl sie noch im Programm der Verwaltung vorgesehen ist, wurden die Wahlen weiterer Beigeordneter sowie der Ausschüsse vertagt. Es müsse über die Erkenntnis, die von Büroleiter Werner Haubrich erst am Dienstagmorgen gewonnen und unmittelbar an die Fraktionssprecher und den Ältestenrat weitergegeben worden war, erst noch mit allen Fraktionen beraten werden, meinte René Treitz. (WIL-)