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Rund um Hermeskeil
Ausgabe 30/2019
Von Woche zu Woche
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Nicht-Jägerlatein?

Ein passionierter Spaziergänger und Nicht-Jäger aus Hermeskeil berichtete uns folgendes Erlebnis:

"Wie jeden Tag, ging ich wieder einmal hinunter zur Prims. Plötzlich stößt mir doch etwas von hinten in die Beine! Ich fahre herum und, wer beschreibt meinen Schreck, vor mir stehen zwei halbwüchsige Wildschweine und glotzen mich an. In der ersten Reaktion versuche ich, sie mit dem Stock zurückzutreiben, doch umsonst, die Säue weichen nicht! Da mache ich drei, vier Schritte nach hinten, die Schweine folgen mir nach, ich gehe eiligen Schrittes weiter, die Wildschweine folgen mir auf dem Fuß. Da erinnere ich mich an die Zuckersteine in meiner Tasche. Ich greife in die Jackentasche, werfe einige Bonbons in den nahen Busch und glaube, mich nun von meinem Gefolge trennen zu können. Doch weit gefehlt! Die Schweine stürzen sich zwar auf die Süßigkeiten, aber nach einigen Schritten stoßen sie mir schon wieder in die Waden. Nachdem auch die nächsten Versuche scheitern und meine Tasche fast leer geworden ist, muss ich einsehen, dass die beiden Säue nicht mehr von mir lassen!

So stieg ich denn weiter hinab zur Prims, um den Arbeitern an der Wasserleitung meine „zahmen Wildschweine" vorzuführen. - Auf dem Heimweg begegnete ich zwei bekannten Jägern aus Hermeskeil, die sich schon anschickten, ihre Büchsen auf meine Begleiter anzulegen. Nur mit Mühe konnte ich sie davon überzeugen, dass es sich um "zahme Schweine" handelte. Da entsann man sich des Jagdpächters von Nonnweiler, der zwei Wildschweine gezähmt hatte. Bald hatte man ihn auch verständigt, und er kam, um seine Ausreißer abzuholen. Beim "Verpacken" in die Säcke mussten meine letzten Zuckersteine herhalten, und die zahmen süßen Wildschweine fuhren von dannen!" Wer's nicht glauben will, der frage Pernack's Toni!

(aus RuH Nr. 49/1960)