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Rund um Hermeskeil
Ausgabe 32/2019
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Saisonaler Anstieg der Arbeitslosigkeit im Juli

Arbeitslosenquote im Kreis jetzt bei 3,3 Prozent - Nachfrage nach Auszubildenden weiterhin hoch

Im Laufe des Monats Juli ist die Arbeitslosigkeit in der Region Trier saisonbedingt angestiegen. Seit Juni hat sich die Arbeitslosigkeit um 626 Personen auf 9.755 erhöht. Dies ist, nach dem stetigen Rückgang der letzten Monate, ein Anstieg um 6,9 Prozent. Die Arbeitslosenquote ist leicht um 0,2 Prozentpunkte auf 3,3 Prozent angestiegen. Mit 5.027 gemeldeten Arbeitsstellen ist die Nachfrage nach Arbeitskräften nach wie vor hoch.

Der Arbeitsmarkt zeigt in diesem Monat wieder seine vielen Facetten. Saisonbedingt steigt die Arbeitslosigkeit in den Sommermonaten, insbesondere in den Sommerferien, im Vergleich zu den Vormonaten an. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Sommer hat verschiedene Ursachen. Zum einen warten viele Unternehmen mit den Neueinstellungen bis zum Ende der Sommerferien, andererseits beenden viele Schüler und Auszubildende in diesen Wochen die Schule bzw. die Ausbildung.

Insbesondere die jungen Menschen unter 25 Jahren, die sich nach Abschluss einer Ausbildung und fehlender bzw. verzögerter Anschlussbeschäftigung arbeitslos melden müssen, haben momentan einen großen Einfluss auf den regionalen Arbeitsmarkt. Seit Juni sind 271 Jüngere unter 25 Jahren mehr arbeitslos, ein Anstieg um 23,5 Prozent. Dies beeinflusst auch das Verhältnis von Zu- und Abgängen auf den Arbeitsmarkt, das ohne diesen Effekt der Jüngeren nicht so groß wäre.

Betrachtet man die einzelnen Kreise im Bezirk der Agentur für Arbeit zeigen sich bei der Gruppe der jüngeren Arbeitslose sehr unterschiedliche Ausprägungen des Phänomens. In der Stadt Trier und den Kreisen Bitburg-Prüm sowie Trier-Saarburg liegt der Anstieg zwischen 20 und 25 Prozent. Der Kreis Bernkastel-Wittlich, der am stärksten unter dem Fachkräftemangel in der Region leidet, ist mit einem Anstieg von 42 Prozent unangefochtener Spitzenreiter, wohingegen der Vulkaneifelkreis lediglich 4,8 Prozent mehr Arbeitslose unter 25 Jahren verzeichnet.

Die Personengruppe der Langzeitarbeitslosen reduziert sich, teilweise entgegen der Entwicklung der Gesamtarbeitslosigkeit, kontinuierlich. Mit 2.226 Langzeitarbeitslosen ist der Bestand so gering wie in keinem Juli seit Beginn der Dokumentation der Langzeitarbeitslosigkeit im Jahr 2007. Dazu tragen auch die neuen Instrumente, die durch das sogenannte Teilhabechancengesetz im Januar dieses Jahres eingeführt wurden, bei. In bisher 45 Fällen konnten durch die sogenannte „Eingliederung von Langzeitarbeitslosen“ und die „Teilhabe am Arbeitsmarkt“ langzeitarbeitslose Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden indem sie wieder einen Weg auf den Arbeitsmarkt gefunden haben.

Der Ausbildungsmarkt in der Region Trier

Auf dem Ausbildungsmarkt zeigt sich nach wie vor eine hohe Einstellungsbereitschaft der Unternehmen für neue Auszubildende. Die Unternehmen der Region haben der Agentur für Arbeit Trier bis Juli 4.477 Berufsausbildungsstellen gemeldet. Damit sind momentan 509 Ausbildungsstellen mehr gemeldet als zum gleichen Zeitpunkt im Ausbildungsjahr 2017/2018. Für interessierte Jugendliche stehen davon noch 1.800 als freie Ausbildungsplätze zur Verfügung.

Die meisten Angebote gibt es für Berufe in der Rohstoffgewinnung, Produktion und Fertigung, wie beispielsweise Berufe der Energietechnik oder im Metallbau. Auch Berufe im kaufmännischen Bereich bzw. aus dem Tourismus, wie Verkäuferin/Verkäufer oder Hotelfachfrau/Hotelfachmann, werden stark nachgefragt.

Diesem hohen Angebot an Ausbildungsstellen stehen momentan 2.885 vorwiegend junge Menschen unter 25 Jahren gegenüber, die eine Ausbildungsstelle suchen. 1.207 dieser Bewerber für Berufsausbildungsstellen haben bereits eine Ausbildungsstelle gefunden, 592 junge Menschen suchen noch. Die meisten Ausbildungssuchenden interessieren sich, ähnlich der angebotenen Ausbildungsstellen, für Produktions- und Fertigungsberufe sowie Berufe in den kaufmännischen Dienstleistungen und dem Handel. Für alle Jugendlichen, die überlegen noch in diesem Jahr eine Ausbildung zu beginnen ist also die Zeit gekommen, sich spätestens jetzt an die Berufsberatung der Agentur für Arbeit Trier zu wenden (Kontakt per Mail an Trier.Berufsberatung@arbeitsagentur.de oder telefonisch 0800 4 5555 00) um gemeinsam eine passende Ausbildungsstelle zu finden.

Stellenangebote

Das Angebot an freien Stellen in der Region Trier befindet sich mit 5.027 Angeboten weiterhin auf hohem Niveau. Der Bestand an Arbeitsstellen hat sich seit Juni um 322 bzw. 6,0 Prozent reduziert. Seit Juli 2018 hat sich die Zahl der gemeldeten Arbeitsstellen um 0,6 Prozent, umgerechnet 30 Stellen, erhöht. Die meisten Stellenausschreibungen gibt es in der Zeitarbeit (wo die Fluktuation generell hoch ist) mit 1.246 Angeboten, im verarbeitenden Gewerbe mit 696 freien Jobs und im Handel mit 567 Angeboten.

Landkreis Trier-Saarburg

Im Landkreis Trier-Saarburg stieg die Arbeitslosigkeit im Juli erneut um 133 Personen bzw. 6,5 Prozent auf 2.185 an. Im Vergleich zum Juli 2018 hat sich die Arbeitslosigkeit aber um 2,3 Prozent bzw. 51 Personen verringert. Die Arbeitslosenquote ist im Vergleich zum Juni um 0,2 Prozentpunkte auf 2,5 Prozent gestiegen. Im Vergleich zum Juli 2018 ging sie um 0,1 Prozentpunkte zurück.

Unter den 1.180 arbeitslosen Männern und 1.005 arbeitslosen Frauen befinden sich 335 Jüngere unter 25 Jahren, 525 Ältere ab 55 Jahren, 414 Ausländer und 468 Langzeitarbeitslose. 701 Menschen meldeten sich im Juli arbeitslos, 553 Personen haben ihre Arbeitslosigkeit beendet.

Geschäftsstellenbezirk Hermeskeil

Die Arbeitslosigkeit im Bereich Hermeskeil ist von Juni auf Juli geringfügig um eine auf 453 Personen gestiegen. Das waren 24 Arbeitslose mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im Juli 3,3 %; vor einem Jahr belief sie sich auf 3,1 %. Dabei meldeten sich 137 Personen neu oder erneut arbeitslos, 11 weniger als im Juli 2018. Gleichzeitig beendeten 128 Personen ihre Arbeitslosigkeit (–2).

Seit Jahresbeginn gab es insgesamt 914 Arbeitslosmeldungen, das ist ein Minus von 50 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dem gegenüber stehen 847 Abmeldungen von Arbeitslosen (–104). Der Bestand an Arbeitsstellen ist im Juli um 3 auf 168 gesunken; im Vergleich zum Vorjahresmonat 19 mehr. Arbeitgeber meldeten im Juli 57 neue Arbeitsstellen, 9 mehr als vor einem Jahr. Seit Januar gingen 370 Arbeitsstellen ein, gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Zuwachs von 68. (PaGe)