Titel Logo
Rund um Hermeskeil
Ausgabe 32/2020
1 - Titelseite
Zurück zur vorigeren Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Vor 75 Jahren:

Die erste Atombombe kommt in Japan zum Einsatz

Am 8. Mai 1945 ging der 2. Weltkrieg in Europa zu Ende. Mit vereinten Kräften war es den Amerikanern, Briten, Franzosen und Russen gelungen, die Wehrmacht zu besiegen und Nazideutschland nieder zu ringen. Im Laufe des Krieges waren mehr als 60 Millionen Tote zu beklagen.

In Fernost ging des Kämpfen und Sterben indes weiter. Hier lieferten sich die Amerikaner und ihre Verbündeten blutige Schlachten mit den Japanern. Da der amerikanische Präsident Truman hohe Verluste bei der Eroberung von Japan befürchtete, befahl er den Einsatz einer völlig neuen Waffe, die Atombombe. Am 16. Juli 1945 war diese erfolgreich getestet worden. Mit dieser Waffe sollte die Kapitulation Japans erzwungen werden.

Am 6. August startete in den frühen Morgenstunden auf einer Pazifikinsel ein B 29-Bomber mit dem Namen „Enola Gay“, an Bord ein nuklearer Sprengsatz namens „Little Boy“, Sprengkraft 12.500 t TNT. Um 8.13 Uhr erhält die Besatzung den Befehl, diese Bombe über der japanischen Stadt Hiroschima abzuwerfen. Zwei Minuten und 17 Sekunden später wird der Sprengsatz ausgeklinkt und schwebt an einem Fallschirm zu Boden. Nach weiteren 45 Sekunden explodiert die Atombombe in einer Höhe von 600 m über der Stadt.

Bei der verheerende Explosion und dem folgenden Feuersturm kommen geschätzt 110.000 Menschen sofort zu Tode, 12.000 Menschen werden vermisst, 9.000 erleiden schwerste Verbrennungen. In der Folgezeit sterben noch unzählige Menschen an den Folgen von Verbrennungen und nuklearer Verstrahlung. Die 300.000 Einwohner zählende Stadt Hiroschima wird zu 80 % völlig zerstört. Die Amerikaner sind von dem Ausmaß der Zerstörung völlig überrascht. Um eine endgültige Kapitulation Japans zu erreichen, werfen die Amerikaner am 9. August eine zweite Atombombe über der Stadt Nagasaki ab, Sprengkraft 22.000 t TNT. 36.000 Menschen sterben, 40.000 werden schwer verletzt. Auch Nagasaki wird vollständig zerstört, das Ausmaß von Tod und Zerstörung wäre noch viel größer gewesen, doch die Bombe wurde nicht genau platziert und detonierte über einem Seitental der Stadt. In den folgenden Tagen erkennen die Japaner, dass der Krieg verloren, die militärische Lage hoffnungslos ist. Kaiser Hirohito fordert eine sofortige Einstellung des Feuers. Am 2. September wird auf dem Schlachtschiff „Missouri“, das in der Bucht von Tokio ankert, die Kapitulationsurkunde unterzeichnet, der 2. Weltkrieg ist endgültig zu Ende. In den Jahren nach dem 2. Weltkrieg wird die Atombombe immer weiter entwickelt, bis hin zur Wasserstoffbombe. Anfang der 50er Jahre gelingt es auch den Russen, die Bombe zu bauen, das Gleichgewicht des Schreckens ist hergestellt. Heute verfügen zahlreiche Länder über die Bombe, von vielen ist es bekannt, bei einigen wird es vermutet.

bb