Der Eingang zu einer Bunkerunterkunft
Geschichte zu vermitteln ist nicht immer einfach, aber durch die Besichtigung von Denkmälern gelingt dies auf besondere Art und Weise. So waren Mitglieder der Hermeskeiler Kyffhäuser /Lützower Jäger vor einigen Tagen ins nahegelegene Eisen eingeladen, um ein Besichtigungsobjekt aus dem Zweiten Weltkrieges zu besuchen.
Die Besuchergruppe aus Hermeskeil wurde im nahegelegenen Eisen von Peter Waltje begrüßt. Waltje ist ehrenamtlicher Denkmalbeauftragter des Saarlandes. Er widmet sich intensiv und hoch engagiert mit der Erforschung, Dokumentation und dem Erhalt historischer Befestigungsanlagen. Darüber hinaus gilt er als einer der führenden Experten für die Bauwerke der ehemaligen Luftverteidigungszone West (LVZ West) und des Westwalls im saarländisch-rheinlandpfälzischen Grenzraum.
Das Gelände auf dem die besichtigte Bunkeranlage liegt, wurde von Peter Waltje privat erworben und liegt zwischen Eisen und Achtelsbach. Hier in einem Gebiet von idyllischer unberührter Natur im Wald, vermutet man alles andere als einen Schauplatz des Zweiten Weltkrieges. Normalerweise sind die Bunker, die zur ehemaligen Luftverteidigungszone West gehörten, an jährlichen Tagen des offenen Denkmals (am zweiten September Wochenende) für den Besucherverkehr geöffnet.
Bunkerbauten als Mahn- und Erinnerungsorte
Die als militärhistorisch wertvoll geltenden Betonbauten restaurierte und möblierte Peter Waltje mit seinen Helfern originalgetreu, um sie vor allem als Mahn- und Erinnerungsorte der Nachwelt zu erhalten und zugänglich zu machen. So finden im Inneren der Gebäude, mit den 1,50 Meter dicken Außenwänden, die Besucher u.a. Betten von 60 mal 200 Zentimeter Größe, Tische, kleine Hocker sowie ein handbetriebene Lüftungsanlage vor. Die Bunker liegen östlich des 630 km langen ehemaligen Westwalls der von Kleve am Niederrhein (an der niederländischen Grenze) bis Grenzach-Wyhlen (Schweizer Grenze) führte. Sie dienten Flak-Batterien, deren Aufgabe es war das ehemalige Reichsgebiet vor einfliegenden Feindflugzeugen zu schützen, als Schutzräume und Unterkunft. Die Planung und der Ausbau der Bunker lagen in den Händen der damaligen Luftwaffe und wurden in der Zeit zwischen 1938 und 1940 gebaut.
In der etwa zweistündigen militärgeschichtlichen Exkursion ist es dem Denkmalbeauftragten jedenfalls gelungen den Besuchern aus Hermeskeil Geschichte greifbar zu machen und lebendig zu vermitteln. (Kö)