Nicht schlecht staunte ein RuH-Leser in der Hermeskeiler Klosterstraße kürzlich, als sich auf seiner Terrasse ein Gast eingefunden hatte, der sich seit einiger Zeit auch in Deutschland immer häufiger zeigt: Eine Gottesanbeterin hatte es sich auf seinen Gartenmöbeln bequem gemacht. Doch sie war offensichtlich nicht allein, denn am folgenden Tag kam beim Blumengießen ein weiteres Exemplar zum Vorschein, das er im Bild festgehalten hat. Aber das war immer noch nicht alles, wie er am Montag mitteilte: „Ich kann noch einen draufsetzen: Gottesanbeterin die Dritte“, sagt der Leser. Am Samstag habe man zum Grillen mit Bekannten auf der Terrasse gesessen, da sei die Gottesanbeterin schon wieder vorbeigekommen. „Wahrscheinlich angelockt durch unsere Tischlampen. Sie kletterte gemütlich an einer von ihnen hoch und posierte bestimmt eine Viertelstunde vor unseren Augen.“
Die europäische Gottesanbeterin (Mantis religiosa), früher eines der seltensten Insekten hierzulande, breitet sich im Zuge der Klimaerwärmung immer weiter nach Norden aus. „So viele wie noch nie“, liest man auf der Internetseite „nabu-naturgucker.de“. Eine dort zu findende Grafik zeigt, dass sich das exotische Insekt offenbar hauptsächlich im Rheinland und in Brandenburg wohlfühlt. Ein grünes Exemplar hatte ein RuH-Leser vor ein paar Jahren auf dem ehemaligen Bundeswehrübungsplatz entdeckt. Mit dem hier zu sehenden erdbraunen Exemplar ist die Art inzwischen auch in der Stadt angekommen.
Die genannte Internetseite enthält übrigens ein Meldeportal, wo jedermann Beobachtungen von Tieren, Pflanzen, Pilzen, Naturphänomenen und Lebensraumtypen aus aller Welt dokumentieren kann, gerne ergänzt durch Fotos oder Videos.