Die Betreiber-Familie des Bed & Breakfasts "Forsthaus zur Linde" in Hermeskeil: Sophie Schäfer und Tim Kaub mit ihren Kinder
Hundert Jahre lang war das Forsthaus zur Linde Teil der Hermeskeiler Geschichte – jetzt beginnt für das markante Gebäude in der Koblenzer Straße 52 ein neues Kapitel. Nach rund einem Jahr Umbau haben Sophie Schäfer und Tim Kaub das denkmalgeschützte ehemalige Forstamt in ein Bed & Breakfast mit sechs Gästezimmern verwandelt.
Die beiden Betreiber sind Quereinsteiger, aber überzeugte Gastgeber. „Wir wollten in Hermeskeil das schaffen, was wir uns selbst im Urlaub wünschen“, beschreibt Sophie Schäfer die Motivation. Beide stammen aus der Region und sind überzeugt, dass der Hochwald deutlich mehr Aufmerksamkeit als Urlaubsziel verdient. „Wir brennen für den Hochwald. Hier kann man gut eine Woche Urlaub machen – mit Wandern, Kultur, Museen und Städten in kurzer Entfernung.“
Nach dem Kauf des Gebäudes im Jahr 2023 erhielten sie Anfang 2024 die Schlüssel und haben die Planungen aufgenommen. Businesspläne wurden geschrieben, Tourismuszahlen ausgewertet und das Konzept immer wieder überarbeitet. Es hatte dann ein Jahr gedauert, bis sie Ende 2024 alle Genehmigungen zusammen hatten. Unterstützung erhielt das Ehepaar durch eine Förderung aus dem europäischen Leader-Programm in Höhe von rund 299.000 Euro. Verbunden ist diese mit der Auflage, das Haus mindestens zwölf Jahre als Beherbergungsbetrieb zu nutzen.
Großen Dank sprechen die Betreiber an dieser Stelle Iris Schleimer von der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Hermeskeil aus, die sie durch den umfangreichen Förderantrag begleitet habe. „Der bürokratische Aufwand war enorm“, berichten Schäfer und Kaub.
Dass die Sanierung schließlich gelang, ist für die beiden auch das Ergebnis eines großen Familienprojekts. Die Baustellen-Koordination übernahm Tim Kaubs Vater Karl-Heinz Kaub. Weitere Familienmitglieder halfen rund ums Haus oder übernahmen die Kinderbetreuung.
Geschichte bewahrt, Komfort geschaffen
Das 1926 errichtete Forsthaus steht unter Denkmalschutz und wurde mit viel Respekt vor seiner Geschichte saniert. Originaltüren und Holzböden blieben erhalten oder wurden aufwendig aufgearbeitet, spätere Umbauten anhand der historischen Baupläne wieder zurückgebaut. Gleichzeitig musste das Gebäude den hohen Anforderungen an einen modernen Beherbergungsbetrieb gerecht werden – vom Brandschutz bis zu den Fluchtwegen.
Auch die Einrichtung greift die Geschichte des Hauses auf. Massive Eichenmöbel, eigens angefertigte Holzstühle und hochwertige Boxspringbetten verbinden Gemütlichkeit mit Komfort. Großformatige Fotografien aus der Region – darunter Motive vom Biberdamm und der Grimburg – schaffen einen Bezug zum Hochwald. Nicht ohne Grund: Das Hermeskeiler Land zählt zu den schönsten Biberrevieren in Rheinland-Pfalz. Das Lindenblatt im Logo erinnert an die beiden denkmalgeschützten und namensgebenden Linden im Garten.
Perfekt für Wanderer und Radfahrer
Mit seiner Lage am Saar-Hunsrück-Steig, an der Traumschleife „Dä Hohle Wää“ und an der Via Sancti Martini richtet sich das Angebot vor allem an Wanderer, Radfahrer und Naturliebhaber. Aber auch Businessgäste oder Familien, die Verwandte in der Heimat besuchen, gehören zur Zielgruppe.
Zum Start bietet das Forsthaus Übernachtung mit Frühstück an. Ein klassischer Restaurantbetrieb ist nicht geplant. Denkbar sind jedoch kleinere Veranstaltungen oder saisonale Angebote wie Federweißer und Zwiebelkuchen.
Ein Projekt für die Region
Mit dem Forsthaus möchten Sophie Schäfer und Tim Kaub nicht nur Gäste beherbergen, sondern auch einen Beitrag für den Tourismus in Hermeskeil leisten. Sie wollen Besuchern die Schönheit des Hochwalds näherbringen und gleichzeitig neue Impulse für die Stadt setzen. Drei bis vier Arbeitsplätze entstehen, aktuell werden noch Hauswirtschaftskräfte gesucht.
Die Vorfreude auf die Eröffnung ist groß. „Am meisten freue ich mich auf den Moment, wenn morgens die ersten Gäste beim Frühstück zusammensitzen“, sagt Sophie Schäfer.
Weitere Infos
Buchungen sind bereits über www.forsthaus-zur-linde.de möglich. Das Haus verfügt über sechs Doppelzimmer – darunter ein Familienzimmer –, Parkplätze direkt am Gebäude, abschließbare Fahrradstellplätze sowie überdachte Motorradparkplätze. Ein Tag der offenen Tür ist für September geplant. (LeWe)