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Rund um Hermeskeil
Ausgabe 33/2026
3 - Aus den Hochwaldgemeinden
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Ehrenamtler im Portrait

Immer am Ball: Hedwig Seimetz

 

55 Jahre voller Energie

Wie Hedwig Seimetz den SC Beuren bewegt

Bis zum Jahr 1971 war der SC Beuren ein reiner Fußballverein. Das änderte sich schlagartig, als der Wunsch nach einer Damengymnastikgruppe an Hedwig Seimetz herangetragen wurde. Inzwischen ist die Abteilung des Sportclubs in Beuren eine Institution, die aus dem Dorfleben nicht mehr wegzudenken ist. Aber Hedwig Seimetz hat sich nicht nur dem Sport verschrieben, ihr ehrenamtliches Engagement geht weit darüber hinaus.

Da Hedwig Seimetz wertvolle Ausbildung und Erfahrungen aus dem Schulsport mitbrachte, war sie die perfekte Besetzung für die Leitung einer Damen-Gymnastikgruppe. Der Verein finanzierte ihr die Ausbildung zur Übungsleiterin – im Gegenzug versprach sie, ehrenamtlich für den Club tätig zu sein. Ein Versprechen, das Hedwig Seimetz nun seit mehr als fünf Jahrzehnten einlöst. Für diesen außergewöhnlichen Einsatz hat sie der Verein längst zum Ehrenmitglied ernannt.

Der Startschuss war ein voller Erfolg: Zur allerersten Turnstunde kamen 26 junge Frauen voller Erwartungshaltung. Auf eines ist Hedwig Seimetz heute besonders stolz: Zehn dieser Gründungsmitglieder sind bis heute in der Gruppe aktiv. Alle haben die 80 bereits überschritten, zwei Teilnehmerinnen feierten kürzlich sogar ihren 90. bzw. 94. Geburtstag. Über die Jahrzehnte ist so eine tiefe Verbundenheit gewachsen. Die Gruppe nimmt Anteil am Leben jedes Mitglieds, gratuliert zu privaten Festen und man ist füreinander da. Diese gelebte Gemeinschaft ist das Fundament für das 55-jährige Bestehen der Gruppe – und für Hedwig Seimetz die Motivation, sich jede Woche aufs Neue mit vollem Herzblut, Sorgfältigkeit und Engagement auf die Stunden vorzubereiten.

Sportliche Angebot im Wandel der Zeit

Dabei hat sich das sportliche Angebot im Laufe der Jahrzehnte stark gewandelt. In den Anfangsjahren standen noch Übungen mit Kleingeräten wie Bälle, Seile, Reifen sowie Koordinationsübungen im Fokus, die meist mit einem rasanten Völkerballspiel ausklangen. Damals ging es vor allem um den puren Spaß an der Bewegung. Unvergessen sind auch die ausgiebigen Geburtstagsfeiern direkt in der Turnhalle, öffentliche Auftritte bei Festen im Bürgerhaus sowie die jährlichen Städtefahrten.

Heute steht ganz klar der Gesundheitsaspekt im Vordergrund. Ziel ist die präventive Fitness und der Erhalt der Selbstständigkeit im Alltag. Als die Übungen auf der Matte oder mit Medizinbällen für einige Teilnehmerinnen zu beschwerlich wurden, bewies Hedwig Seimetz Erfindergeist: Sie führte eine Stuhlgymnastik ein. Diese neue Form des Ganzkörpertrainings begeisterte die Gruppe so sehr, dass heute selbst die Teilnehmerinnen des klassischen „Ganzkörpertrainings nach Musik“ beide Angebote nutzen. Angespornt vom Takt der Musik werden so Beweglichkeit, Kraft, Ausdauer und Koordination gezielt gefördert. Jede macht mit, so gut sie kann.

Auch nach 55 Jahren fühlt sich Hedwig Seimetz fit genug, ihre Gruppe zu leiten – selbst wenn sie, wie sie schmunzelnd zugibt, bei Gleichgewichtsübungen selbst mal ins Wackeln gerät. Ihr Motto lautet: „Fitness kennt kein Alter. Nicht das Alter macht krank, sondern zu wenig Bewegung.“ Deshalb möchte sie auch in Zukunft maßvoll mit ihrer Gruppe den Sport betreiben und genießen.

Engagement für weitere Ehrenämter

Die Gymnastik ist jedoch nicht ihr einziges Engagement. Zwei weitere Ehrenämter führt sie mit großem Pflichtbewusstsein aus: Seit der Sanierung der denkmalgeschützten Herz-Jesu-Kapelle im Jahr 1995 sorgt sie dort wöchentlich für Sauberkeit und frischen Blumenschmuck. Zudem hält sie als Schriftführerin seit Jahrzehnten Vereinsgeschichten in Protokollen fest – erst im Pfarrgemeinderat, dann im Gesangverein und schließlich im Kirchenchor. Ob in Kirche, Politik, Vereinen oder Humanität: Wenn noch mehr Menschen wie Hedwig Seimetz Verantwortung übernehmen, profitiert die gesamte Gemeinschaft von deren Einsatz. Für sie ist das Ehrenamt weit mehr als nur ein Hobby. Es ist eine Lebensaufgabe, für die sie ein ganz einfaches Erfolgsrezept hat: „Niemals aufgeben“. (Kö)