Wie vor jeder neuen Saison stehen im Lokalfußball spannende Fragen rund um Neuzugänge, sportliche Erwartungen und Zielsetzungen im Raum. In diesem Jahr wartet auf die Teams der Verbandsgemeinde Hermeskeil eine besondere Herausforderung: Der Spielausschuss des Fußballverbandes Rheinland hat die Ligen zum vierten Mal nicht nach Kreisgrenzen, sondern rein nach Fahrstrecken eingeteilt. Dies führt zu komplett veränderten Spielklassen. Nachdem in der vergangenen Ausgabe die höherklassigen Teams im Fokus standen, richtet sich der Blick nun auf die C-Ligisten der Verbandsgemeinde Hermeskeil.
In der neu formierten Kreisliga C21 gehen mit der SG Beuren/Bescheid/Breit und der SG Gusenburg/Grimburg zwei ambitionierte Teams an den Start, die sich den neuen geografischen Gegebenheiten stellen müssen.
SG Beuren/Bescheid/Breit will oben mitspielen
Bei der SG Beuren/Bescheid/Breit blickt man auf eine durchwachsene Sommervorbereitung zurück. Trainer Marco Holländer verweist hierbei auf strukturelle Veränderungen im Verein: „Die Vorbereitung lief durchwachsen, was auch die Trainingsbeteiligung angeht. Das ist mitunter dadurch bedingt, dass wir keine zweite Mannschaft mehr stellen.“ Dennoch zeigt sich der Coach optimistisch, was den Fitnesszustand zum Saisonauftakt betrifft. Er gehe fest davon aus, dass all jene Akteure, die mindestens 75 Prozent der Trainingseinheiten absolviert haben, zum Start voll belastbar sind.
Auf dem Transfermarkt hielten sich die Aktivitäten in Grenzen. Dem Abgang von Jan Luca Rosch zum SV Thalfang steht der Neuzugang Tim Lauer gegenüber, der vom SV Farschweiler zur Spielgemeinschaft stieß. Dass dieser Transfer ein Volltreffer war, zeigt die schnelle Akzeptanz im Team. Lauer wurde von seinen neuen Mannschaftskollegen direkt zum Kapitän gewählt. „Das zeigt exemplarisch die gute Integration“, freut sich Holländer. Lauer interpretiert seine Rolle als Offensivkraft als klassischer Mittelstürmer, von dem mn sich viele Tore erwartet.
Die sportlichen Ziele an der Tabellenspitze sind derweil klar definiert. Die Spielgemeinschaft strebt einen Spitzenplatz an oder möchte zumindest so lange wie möglich ein gewichtiges Wort im Titelrennen mitreden. Als größte Konkurrenten um die Meisterschaft hat Holländer den FC Hilscheid, den FC Gielert sowie den Lokalrivalen aus Gusenburg ausgemacht. Aus den Erkenntnissen der Testspiele und dem VG Pokal 2026 betont der Trainer selbstbewusst: „Ich bin der vollen Überzeugung, dass wir bei personeller Vollbesetzung jeden Gegner schlagen können. Wichtig ist es nun, Konstanz im Training und im Spiel zu zeigen, vor allem im taktischen Bereich.“
Fokus auf Teambildung bei der SG Gusenburg/Grimburg
Ein etwas defensiverer Ansatz bezüglich der Tabellenregionen wird bei der SG Gusenburg/Grimburg gewählt. Hier stand Matthias Nickels, Vorstandsmitglied des SV Gusenburg und aktiver Spieler, Rede und Antwort. Auch bei der SG verlief die Vorbereitung in den vergangenen Wochen gemischt.
Der Kader der Gusenburger wurde im Sommer quantitativ wie qualitativ deutlich verändert. Mit Lukas Nickels (Wadrill), Dennis Barthen (Selbach) und Arman Anari (SG Hermeskeil) stießen drei externe Kräfte zum Team. Zudem rücken mit Maxi Stoll, Luis Wilhelm und Max Hoffmann drei Talente aus der eigenen Jugend in den Seniorenbereich auf.
Angesichts des großen Umbruchs und der vielen neuen Gesichter bleibt die Vereinsführung bei den Saisonzielen zurückhaltend. Die Integration der Neuzugänge und der eigenen Jugendspieler stehe absolut im Vordergrund, „der Rest wird die Saison zeigen“, so Nickels. Durch die neue Staffeleinteilung, die sich nach der Länge der Fahrstrecken richtet, treffe man auf viele unbekannte Mannschaften, was die Liga schwer berechenbar mache. Optimismus zieht die SG Gusenburg/Grimburg jedoch aus den Auftritten in der Vorbereitung. Die Testspiele hätten bewiesen, dass die Chemie auf dem Platz stimmt. Das Credo für die kommenden Pflichtspiele steht für Nickels fest: „Mannschaftliche Geschlossenheit ist der Weg zum Ziel.“ (Kö)