Am vergangenen Donnerstag wurde der neue Bürgerbus der Verbandsgemeinde Hermeskeil offiziell in Betrieb genommen. Damit geht ein Erfolgsmodell in die nächste Runde denn vor sechs Jahren startete der erste Bürgerbus seine Jungfernfahrt. Seitdem wird das Angebot von Ehrenamtlichen getragen und erfreut sich in der Verbandsgemeinde großer Beliebtheit.
Der Kleinbus holt ältere Menschen sowie Personen mit eingeschränkter Mobilität direkt an ihrer Haustür ab, bringt sie zu ihrem Ziel und fährt sie anschließend wieder nach Hause. Für die Fahrgäste ist dieser Service kostenlos.
Neues Fahrzeug mit größerer Reichweite
Ins Leben gerufen wurde das Bürgerbus-Angebot Ende 2020. Der erste Bus war von der Verbandsgemeinde über einen Leasingvertrag beschafft worden. Inzwischen stieß das Fahrzeug insbesondere bei Reichweite und Ladekapazität zunehmend an seine Grenzen. Deshalb wurde nun ein neues Fahrzeug angeschafft. Finanziert werden konnte der neue Bürgerbus über das Förderprogramm KIPKI.
Was ist KIPKI?
KIPKI steht für „Kommunales Investitionsprogramm Klimaschutz und Innovation“ in Rheinland-Pfalz. Das Land stellt im Rahmen des 250 Millionen Euro umfassenden Programms Städten, Kreisen und Verbandsgemeinden Fördermittel für Maßnahmen in den Bereichen Klimaschutz und Klimaanpassung zur Verfügung ohne dass ein eigener finanzieller Anteil erforderlich ist. Über dieses Förderprojekt konnte nun auch der neue Bürgerbus für die Verbandsgemeinde Hermeskeil beschafft werden.
Ein wichtiger Beitrag zur Mobilität
Beim Pressetermin zur Übergabe des neuen Fahrzeugs konnte Verbandsbürgermeister Stefan Ding auch Marco Felten von Westenergie begrüßen und sich für die Unterstützung des Unternehmens bedanken. Wie Axel Thomas, Klimaschutzbeauftragter der VG Hermeskeil, erläuterte, beteiligt sich Westenergie an den für den Bürgerbus anfallenden Betriebskosten.
Bei der offiziellen Inbetriebnahme betonte der Verbandsbürgermeister, dass sich der Bürgerbus in den vergangenen Jahren fest in der Verbandsgemeinde etabliert habe. Er sei inzwischen eine wichtige Säule für die Mobilität von Seniorinnen und Senioren sowie von Menschen mit eingeschränkter Mobilität. „Es ist ein Bus von Bürgern, für die Bürger“, fasste der Verwaltungschef das Konzept zusammen.
Auch der soziale Aspekt spielt für das Bürgerbus-Team eine wichtige Rolle. Arnold Eiden, der den Einsatz des Busses seit 2020 ehrenamtlich koordiniert, berichtet, dass neben der eigentlichen Beförderung auch der persönliche Kontakt zwischen den Fahrgästen und den ehrenamtlichen Fahrerinnen und Fahrern von großer Bedeutung sei. Und manchmal geht die Unterstützung noch ein Stück weiter: „Da werden auch schon mal die vollen Einkaufstüten des Wocheneinkaufs in die Wohnung getragen“, erzählt Eiden.
16 Fahrer und rund 2.500 Fahrten im Jahr
Der gesamte Betrieb des Bürgerbusses wird ehrenamtlich organisiert und durchgeführt. Das Team besteht aus zehn Mitarbeiter/innen im Büro sowie 15 Fahrer und eine Fahrerin. Die personelle Kontinuität ist bemerkenswert: 14 der 16 Fahrer sind bereits seit dem Start im Jahr 2020 dabei. Für Arnold Eiden ist das ein Zeichen für das gute Miteinander innerhalb des Teams und mit den Fahrgästen.
Durchschnittlich werden rund 40 Fahrten pro Woche durchgeführt, wobei der Dienstag und Donnerstag besonders stark nachgefragt sind. Im Jahr 2025 kam der Bürgerbus auf insgesamt rund 2.500 Fahrten. Rund 70 Menschen aus der Verbandsgemeinde nutzen das Angebot regelmäßig, wobei etwa 80 Prozent der Fahrgäste Frauen sind. Sie kommen aus allen Orten der Verbandsgemeinde. Zu den häufigsten Zielen gehören Arzt- und Physiotherapiepraxen, das Krankenhaus, Banken, Discounter und auch das Hermeskeiler Mehrgenerationenhaus. Unterwegs ist der weiße Toyota-Bus montags bis freitags in der Regel von 8.30 bis 17.00 Uhr. Fahrten können über die Bürgerbus-Hotline der Verbandsgemeinde unter 06503 809-222 vereinbart werden. Die Anmeldung ist montags und mittwochs jeweils von 14.00 bis 16.00 Uhr möglich.
Nach sechs Jahren ist der Bürgerbus damit längst mehr als ein reines Transportangebot. Er ist zu einem festen Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in der Verbandsgemeinde Hermeskeil geworden und für viele Menschen aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. (Kö)