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Rund um Hermeskeil
Ausgabe 34/2026
3 - Aus den Hochwaldgemeinden
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Ein Himmelsschauspiel mit langer Geschichte

Unser Foto der Sonnenfinsternis wurde mit einem sogenannten Sensorschutz (aber mit Smartphone) erstellt.

 

Wenn der Mond die Sonne verdeckt

Am Mittwochabend, 12. August, konnten Menschen in Deutschland ein besonderes Himmelsschauspiel beobachten: Der Mond schob sich teilweise vor die Sonne und verursachte eine partielle Sonnenfinsternis. Je nach Standort waren bis zu rund 90 Prozent der Sonnenscheibe bedeckt. Besonders im Hochwald boten sich gute Beobachtungsbedingungen.

Die Finsternis begann kurz nach 19 Uhr und erreichte gegen 20.10 Uhr ihren Höhepunkt. Da die Sonne zu diesem Zeitpunkt bereits tief am Himmel stand, war ein erhöhter Standort mit freiem Horizont besonders geeignet. Anschließend verschwand die schmale Sonnensichel allmählich in der Abenddämmerung.

Eine Sichel am Abendhimmel

Bei einer Sonnenfinsternis stehen Sonne, Mond und Erde nahezu in einer Linie. Der Mond zieht dabei vor der Sonne vorbei und wirft seinen Schatten auf die Erde. Deutschland lag diesmal außerhalb des schmalen Bereichs, in dem eine totale Finsternis zu sehen war – wie etwa in Grönland, Island oder Spanien.

Trotz der starken Bedeckung wurde es bei uns nicht vollständig dunkel. Die ungewöhnliche Lichtstimmung war aber deutlich wahrnehmbar und machte das Ereignis zu einem besonderen Himmelsschauspiel. Eine ähnlich starke Bedeckung wird in Deutschland übrigens erst wieder 2075 zu sehen sein.

Von Drachen und göttlichen Zeichen

Für frühere Kulturen waren Sonnenfinsternisse nicht nur astronomische Ereignisse, sondern häufig auch religiöse oder politische Omen. Im alten China etwa wurden Finsternisse von Hofastronomen sorgfältig beobachtet und aufgezeichnet. Einer verbreiteten Vorstellung zufolge verschlang ein Drache die Sonne. Mit Trommeln und lautem Geschrei versuchte man, das „Tier“ zu vertreiben.

Auch die Babylonier hielten Finsternisse über lange Zeiträume auf Tontafeln fest. Durch ihre systematischen Beobachtungen erkannten sie wiederkehrende Muster und konnten Finsternisse zunehmend vorhersagen. Eine wichtige Grundlage dafür war der sogenannte Saros-Zyklus: Nach rund 18 Jahren und elf Tagen wiederholen sich ähnliche Finsterniskonstellationen – allerdings nicht am selben Ort.

Aus der griechischen Antike ist außerdem die sogenannte „Finsternis-Schlacht“ überliefert. Der Geschichtsschreiber Herodot berichtet, dass sich während eines Krieges zwischen Medern und Lydern im Jahr 585 vor Christus plötzlich der Tag verdunkelte. Die Kämpfer deuteten das Ereignis als Zeichen der Götter und beendeten den Kampf. Im europäischen Mittelalter beschrieben Chronisten Sonnenfinsternisse ebenfalls als eindrucksvolle und mitunter beunruhigende Zeichen und brachten sie gelegentlich mit politischen Veränderungen oder dem Tod von Herrschern in Verbindung.

Öfter als gedacht

Weltweit kann man jedes Jahr mindestens zwei und höchstens fünf Sonnenfinsternisse erleben. Zu sehen ist eine einzelne Finsternis jedoch immer nur in einem begrenzten Gebiet – viele verlaufen über den Ozeanen. Deshalb können an einem bestimmten Ort viele Jahre zwischen zwei sichtbaren Ereignissen liegen.

Eine totale Sonnenfinsternis ist an ein und demselben Ort im Durchschnitt nur etwa alle 375 Jahre zu beobachten. Das bedeutet allerdings nicht, dass zwischen zwei Finsternissen tatsächlich immer mehrere Jahrhunderte liegen müssen. So konnten wir in Deutschland zuletzt 1999 eine totale Sonnenfinsternis erleben – und „schon“ am 3. September 2081 wird die nächste folgen. Wesentlich früher gibt es wieder eine partielle Sonnenfinsternis zu sehen: Am 2. August 2027 wird der Mond die Sonne erneut teilweise bedecken. (LeWe)