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Rund um Hermeskeil
Ausgabe 35/2018
3 - Aus den Hochwaldgemeinden
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Verkehrsgefährdung durch Rascheider Windräder?

IG „Rettet den Hochwald“ sieht zudem Landschaftsverschandelung und Umweltgefährdung

In einer aktuellen Pressemitteilung nimmt die IG „Rettet den Hochwald“ zu den sechs Windrädern, die zwischen Höfchen und Abtei auf Rascheider Boden geplant sind, Stellung. Für sämtliche Anlagen wurde, so die IG, die Baugenehmigung erteilt und die Betreiber haben bei der Ausschreibung am 1. August den Zuschlag für ihre geforderten Strompreise erhalten. Diese betragen zwischen 4 und 6,3 ct/kWh, was nach den Berechnungen der IG aber mindestens 2 ct/kWh unter dem liegt, was üblich war, als Rascheid von den Betreibern hohe Pachteinnahmen versprochen wurden.

Da das nördlichste Windrad auf einer sogenannten "Weißen Fläche" geplant ist, muss es erst noch von der SGD Nord in Koblenz genehmigt werden, sagt die IG und führt weiter aus, dieses Windrad dürfe aus Lärmschutzgründen zwischen 22 Uhr und 6 Uhr nicht betrieben werden. Weitere drei Windräder müssten aus dem gleichen Grund von 3,3 MW auf nur 1,3 MW maximal erreichbare Leistung abgeregelt werden. Zusätzliche Abschaltzeiten werde es für eines wegen des Schattenwurfs geben, der sonst von Pölert bis zum Forsthaus Königsfeld die Menschen nerven würde. Für alle sechs Windräder werde es aus den Auflagen zum Schutz der Fledermäuse weitere Einschränkungen geben. „Wir bezweifeln deshalb stark, dass Rascheid die erwarteten Pachten erzielen wird. Der Preis, den wir alle aber zahlen, ist hoch: eine verschandelte Landschaft und eine gefährdete Umwelt,“ sagt die IG.

Sie zeigt sich allerdings erfreut darüber, dass ihre Forderungen, selbsttätige Feuerlöschanlagen in den Windrädern zur Pflicht zu machen und die Hügelgräberfelder im Bereich Königsfeld zu schützen, aufgegriffen wurden. Erfreulich sei auch, dass eine ökologische Baubegleitung vorgeschrieben werde. Dagegen hält die IG die Auflage, für anfallende Rückbaukosten pro Windrad 138844,27 € zu hinterlegen, für „lächerlich gering“ und fragt: „Was wird man dafür in 20 Jahren bezahlen können?“

„Empörend“ sei, so die IG, die Geringschätzung der Verkehrssicherheit. Die eindringliche Warnung des Landesbetriebs Mobilität (LBM) stehe zwar in der Genehmigung. Die Kreisverwaltung habe aber darauf verzichtet, eine Verlegung dreier Standorte um etwa 150 m durchzusetzen bzw. in Verhandlungen mit dem Betreiber zu erreichen. Damit wäre wenigstens die sog. Kipphöhe eingehalten und die Möglichkeit des für den Verkehr auf der B 407 zwischen Höfchen und Abtei gefährlichen Eiswurfs stark verringert. „So sind die Autofahrer nicht ausreichend geschützt. Wer wird haften, wenn ein Rotorblatt weggeschleudert wird und auf die Fahrbahn kracht oder ein Eisbrocken ein Fahrzeug trifft?“ fragt die IG.

Zu Letzterem eine Anmerkung: Bei den Hinzert-Pölerter Windrädern nahe der Autobahn wurde das Abstandsproblem auf sehr elegante Weise „gelöst“. Am Rand des nahen Versorgungswegs für die Autobahn-Raststätte Hochwald-Ost stehen Schilder, auf denen zu lesen ist: „Eiswurf! Abstand halten!“ Gute Idee, nur: wie macht man das? (WIL-)