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Rund um Hermeskeil
Ausgabe 35/2018
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100 Jahre Frauenwahlrecht - Meilensteine in der Geschichte

Mechthilde Wiescher (links) und Anne Hennen als die imaginären Zeitzeuginnen Maria Juacharz und Elisabeth Selbert berichteten von dem schweren Kampf der Frauen um die Gleichberechtigung.

Ausstellung im MGH Johanneshaus in Hermeskeil

Am vergangenen Freitag wurde im MGH Johanneshaus die Ausstellung 100 Jahre Frauenwahlrecht – Meilensteine in der Geschichte, eröffnet. Christoph Eiffler, Leiter des MGH Johanneshauses, begrüßte die Anwesenden und freute sich, dass diese Wanderausstellung auch nach Hermeskeil gekommen ist.

Zu Beginn der Ausstellung traten zwei imaginäre Zeitzeuginnen auf, Mechthilde Wiechers, Gleichstellungsbeauftragte in der Verbandsgemeinde Hermeskeil als Maria Jucharz und Anne Hennen, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Trier-Saarburg als Elisabeth Selbert. Jucharz und Selbert sind zwei Frauen, die ein Leben lang für die Gleichberechtigung von Frauen und Männern kämpften. Maria Jucharz war SPD-Politikerin, sie gründete die AWO (Arbeiterwohlfahrt). Sie hielt als erste Frau 1919 eine Rede in der Weimarer Nationalversammlung. Elisabeth Selbert war Abgeordnete und Juristin. Sie erreichte 1948 gegen alle Widerstände im Parlamentarische Rat, dass der Satz: „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ in das Grundgesetz der Bundesrepublik aufgenommen wurde.

Die Ausstellung zeigt auf fünfzehn Rollups relevante historische Momente und politische Repräsentantinnen die für die Gleichberechtigung der Frauen stehen. Sie schildert anschaulich den schwierigen und steinigen Weg von 1918 bis 2018. Welche Rolle hat das Frauenwahlrecht auf dem Weg zur Gleichberechtigung gespielt? Und wie lässt sich der Kampf darum in die Geschichte der Frauenbewegungen einordnen? Was konnten die gewählten Frauen bewirken, welche Gesetze wurden erlassen, wie hat sich das Leben der Frauen und auch der Gesellschaft verändert? Diese Themen beleuchtet die Ausstellung. Die einzelnen Tafeln geben interessante Einblicke in das Geschehen und berichten über die Ereignisse von der ersten Stunde bis zum heutigen Stand der Geschichte. Betrachtet man das aktuelle Zeitgeschehen so ist feststellbar, dass Gleichberechtigung weder eine Selbstverständlichkeit noch Besitzstand ist. In der heutigen Gesellschaft wird sie teilweise gelebt, aber in vielen Bereichen des wirtschaftlichen, politischen und familiären Lebens ist sie noch nicht angekommen. Anne Hennen erklärte zahlreiche historische Momente und stellte auch die Frauen vor, die für diese Gleichberechtigung kämpften. Am 8. Mai 1949 wurde das Grundgesetz beschlossen, Frieda Nadig, Elisabeth Selbert, Helene Weber und Helene Wessel waren dabei und hatten auch für die Rechte der Frauen gekämpft. Sie werden auch als „Mütter des Grundgesetztes“ bezeichnet. Konzipiert wurde die Ausstellung von den Gleichstellungsbeauftragten der Verbandsgemeinden im Landkreis Trier-Saarburg. Gefördert wurde die Schau durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ (HGR)