Zum Europäischen Tag der Jüdischen Kultur am Sonntag, 6. September 2026, laden die Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz und das Mosel Musikfestival zu einer Konzertmatinee in die Gedenkstätte SS-Sonderlager/KZ Hinzert ein.
Um 11 Uhr präsentieren die israelische Mezzosopranistin Shai Terry und der englische Gitarrist Russell Poyner ein festliches Konzert mit jiddischen und sephardischen Liedern sowie Werken jüdischer Komponisten in hebräischer Sprache. In ihnen begegnen sich Liedtraditionen: mal melancholisch, mal voller Witz, nah an den Seelen der Menschen, die sie über Jahrhunderte weitertrugen. Ein musikalisches Erlebnis, das kulturelle Grenzen überwindet, die Seele berührt und Vielfalt und Lebendigkeit jüdischer Kultur feiert.
Schon im Alter von 13 Jahren erkennt ihre erste Gesangslehrerin, dass Shai Terry eine Opernstimme hat. Eine Entdeckung, die sie sich zu eigen macht. 1991 im Norden Israels geboren, ist Shai Terry die Erste in ihrer Familie, die Musik zum Beruf machen will. Ihr Traum: als Opernsängerin auf den Bühnen der Welt zu stehen. Sie leistet ihren Militärdienst ab, wird auf Anhieb als eine von drei Sängerinnen ins IDF-Orchester aufgenommen. 2017 trifft sie bei einem Meisterkurs in Jerusalem die Gesangspädagogin Claudia Eder und bekommt eine Einladung in ihre Klasse an der Hochschule für Musik in Mainz, ein Jahr später ein Stipendium der Anni Eisler-Lehmann Stiftung für jüdisch-israelische Frauen. Shai Terry beschließt ganz nach Deutschland zu ziehen – wie viele junge Israelis mit künstlerischen Ambitionen, wie sie einmal während eines Auftritts bei der Deutschen Welle in Berlin berichtete. Sie sang im Landtag von Rheinland-Pfalz, bei hochkarätigen Galas und regelmäßig in Jüdischen Gemeinden. Hier präsentiere sie weniger das Opernrepertoire, sondern vor allem israelisch-hebräische Lieder.
Auch ihr Programm für die Sonntagsmatinee am 6. September verbindet Musik, Poesie und kulturelles Erbe. Es umfasst unter anderem Werke von Federico García Lorca, Astor Piazzolla, Moshe Wilensky und Naomi Shemer. An ihrer Seite verzaubert Russell Poyner, Preisträger verschiedener internationaler Wettbewerbe, mit seiner Gitarrenkunst, die er mit seinem besonderen Interesse an Kammermusik individuell in Einklang bringt. Er konzertiert weltweit und war bereits beim Mosel Musikfestival zu Gast; als Solist trat er mit dem Staatsorchester Rheinische Philharmonie und dem BBC Concert Orchestra auf.
Tickets zu diesem Konzert können nach dem „Pay what you want“-Modell erworben werden; das heißt: Besuchende entscheiden selbst über ihre Kartenpreise. Dieses Konzept soll allen Interessierten den Konzertbesuch ermöglichen. Jeder Beitrag ist eine wertvolle Anerkennung der Kunst und hilft, Musik für alle zugänglich zu machen. Wer darüber hinaus als Käufer oder Käuferin bei diesem Modell mehr geben möchte, kann dies als ein zusätzliches Zeichen der Solidarität und Unterstützung tun. Der Erlös unterstützt die Arbeit des Mosel Musikfestivals und des Fördervereins Gedenkstätte KZ Hinzert e.V.
Weitere Informationen und die „Pay what you want“-Tickets zu diesem Konzert gibt es über das Festivalbüro – Telefon: 06531-5000-95, per E-Mail an karten@moselmusikfestival.de, online über den Ticketshop https://www.ticket-regional.de/events_info.php?eventID=254480 – und persönlich in den 500 Vorverkaufsstellen von Ticket Regional, telefonisch unter 0651-9790777.