Landläufig wird in den Gemeinden immer noch von den „Freiwilligen Feuerwehren“ gesprochen. Im Allgemeinen trifft der Begriff „freiwillig“ auch zu, sieht man einmal von den Berufsfeuerwehren in den Städten, den Werksfeuerwehren und den Flughafenfeuerwehren ab, die allesamt von Profis, d. h. Berufsfeuerwehrfrauen und -männern besetzt sind.
In den Gemeinden sind es bis auf wenige Ausnahmen alles Freiwillige, die sich dem Feuerwehrdienst widmen, für diese Tätigkeit viel Freizeit opfern, Fahrzeuge und Geräte instandhalten und darüber hinaus sogar ihre Gesundheit riskieren. Einige wenige Stellen sind von Hauptamtlichen besetzt, z. B. die Wehrleiter und die Wartungstechniker in den Stützpunktwehren. Die Gemeinden können froh sein, dass ihre Wehren von Freiwilligen besetzt sind, ansonsten müssten Frauen und Männer zum Feuerwehrdienst verpflichtet werden, denn Feuerschutz ist Aufgabe der Kommunen. Die Ausstattung der Wehren kostet viel Geld, Aufwendungen für Fahrzeuge, Ausrüstung, Feuerwehrhäuser, Weiterbildung usw. sind gut angelegtes Geld, wie sich in den vergangenen Wochen gezeigt hat. Nur Dank dem raschen Eingreifen der Feuerwehren konnten großflächige Wald- und Geländebrände verhindert werden, vom Hürtgenwald und dem Hohen Venn erst gar nicht zu reden, dort werden die Frauen und Männer der Wehren noch wochenlang Einsatz fahren müssen.
Auch der Begriff „Feuerwehr“ muss besser definiert werden. Die primäre Aufgabe der Feuerwehren ist, wie der Begriff es sagt, der Kampf gegen das Feuer. Doch viele andere Aufgaben sind in den vergangenen Jahrzehnten hinzugekommen. Z. B. an Mosel, Saar, Sauer und Rhein gehört der Kampf gegen Hochwasser dazu, Schlauchboote, Pumpen, Sandsäcke und spezielle Ausrüstung gehören bei den dortigen Wehren zur Standardausrüstung. Hier sei auch an den Einsatz nach der Ahrtalflut erinnert. Auch der Einsatz bei Verkehrsunfällen und die Verkehrsregelung bei Großveranstaltungen ist inzwischen Einsatzroutine. Die Rettung von waghalsigen Kletterern wird durch die Höherettung durchgeführt, die Suche von Vermissten gehört ebenso zum Einsatzgebiet der Feuerwehren. Gefahrstoffzüge kommen bei Unfällen mit biologischen und chemischen Stoffen zum Einsatz. Die Aufzählung der Einsatzfelder ist vermutlich nicht vollständig, die Begriffe „Retten – bergen – löschen“ umschreiben daher die Tätigkeit der Feuerwehren umfassender. Sehr wichtig für die freiwilligen Feuerwehren ist die Nachwuchsgewinnung. Viele Wehren sind hier sehr rührig, Bambini- und Jugendfeuerwehren werden gepflegt, das große Kreisjugendfeuerwehr-Zeltlager Ende Juni in Gusenburg hat gezeigt, dass hier die Welt in Ordnung ist. Wer wissen will, wie sich die technische und die persönliche Ausrüstung der Feuerwehren in den letzten Jahrzehnten geändert und verbessert hat, dem sei ein Besuch im Feuerwehrmuseum in Hermeskeil oder nach Rücksprache bei den örtlichen Feuerwehren empfohlen. bb