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Rund um Hermeskeil
Ausgabe 36/2018
2 - Hermeskeiler Stadtnotizen
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Unser Kommentar: Der Weg der Vernunft

Natürlich braucht Hermeskeil nicht unbedingt eine vierte Pizzeria. Es entspricht auch nicht dem Gastronomiekonzept, das die Stadt im Auge hatte, als sie das ehemalige Heimatmuseum am Neuen Markt für teures Geld zu einem Restaurant umgebaut hat. "Gut bürgerlich" sollte es sein, aber zweimal ist das schon in die Hose gegangen. Einmal, weil nach einiger Zeit die Qualität von Angebot und Service - und damit zwangsläufig einhergehend das Interesse der Kunden - merklich nachließ, ein andermal, weil der Betreiber wohl nicht allzu viel Erfahrung hatte und vielleicht auch, weil der Mann in der Küche - vorsichtig ausgedrückt - "nicht jedermanns Geschmack" war.

Aber nach 14 Monaten Leerstand und den schon "verzweifelt" zu nennenden erfolglosen Versuchen, einen neuen Pächter zu finden, gab es nicht mehr viele ernst zu nehmende Möglichkeiten. Im Gegenteil: Man hatte nicht mehr die Qual der Wahl, sondern musste froh sein, dass sich tatsächlich doch noch ein ernsthafter Interessent bereit erklärte, den Hermeskeiler Hof zu übernehmen. Der Stadtrat ging mit der geschlossenen Zustimmung für einen erfolgreichen Gastronomen aus Trier den Weg der Vernunft. Alternativen waren nicht mehr in Sicht. Ob die vorgesehene Einschaltung eines Maklers außer Kosten noch irgendetwas gebracht hätte, steht in den Sternen.

Doch kaum steht die gute Nachricht in der Tagespresse, gibt es schon die ersten Nörgler, die sagen: Noch eine Pizzeria? Das wird ja doch nichts! Dazu fällt mir nur ein: Das ist ein Profi, der macht das nicht "aus Jux und Dollerei", sondern weil er sich etwas davon verspricht, in Hermeskeil ein Restaurant zu betreiben. Mir persönlich kam er bei seiner Vorstellung im Stadtrat jedenfalls kompetent und sympathisch rüber. Also, liebe Hermeskeiler: Gebt dem Mann eine Chance! Geht hin essen und wenn's gut war, erzählt es weiter. Ihr tut damit nicht nur dem Mann einen Gefallen, sondern tut auch was für eure Stadt, die lange genug ein "Euro-Grab" am Neuen Markt stehen hatte.

(Bernd Willems)