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Rund um Hermeskeil
Ausgabe 36/2019
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Seltenes Jagd-„Glück“

Dem jungen Waldfacharbeiter Robert Klemens aus Rascheid, der erst am 11. Dezember 1961 an der Waldarbeitsschule in Hachenburg seine Waldfacharbeiterprüfung mit dem Prädikat „gut" abgelegt hatte, war ein seltenes Jagd-„Glück“ beschieden. Es klingt zwar wie Jägerlatein, doch ist es in diesem Falle die reine Wahrheit. In der Revierförsterei Königsfeld waren bei Schnee am 15. Januar dieses Jahres vier Sauen in der Nähe des Forsthauses eingekreist. Der junge Klemens gehörte auch zur Treiberwehr, die bestellt war, die Dickung zu durchstöbern. Das Treiben wurde angeblasen und mit viel Lärm und Hundegebell ging es an die Sauen. Hier und dort knallte es so richtig nach Jägers- und Treiberslust! Alle Sauen kamen vorschriftsmäßig vor die Schützen und einer der Schützen hatte sogar eine Sau erlegt! Aber was war das? Da kam ja ein Treiber mit einem Rehkitz, das gar nicht zum Abschuss freigegeben war! Wer hatte wohl die Unerhörtheit besessen, bei einer Saujagd ein Stück Rehwild zu schießen? Im Stillen freute sich wohl der Jagdleiter, Herr Oberförster Müller, schon darauf, diese Frechheit gehörig zu rügen. Doch er kam um seinen Spaß! Das Stück hatte keinen Schuss und lag trotzdem mausetot da. Das Rätsel war gleich aufgeklärt. Während des Treibens war das Kitz dem Treiber Klemens in vollen Fluchten gegen den Rücken gesprungen und hatte sich dabei das Genick gebrochen. Der Treiber kam mit blauen Flecken davon. (RuH Nr. 3/1962)