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Rund um Hermeskeil
Ausgabe 36/2019
2 - Hermeskeiler Stadtnotizen
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Erste Vernissage im Hermeskeiler neuem Kunst-Café

Die Künstler (von links): Klaudia Alt, Bibiane Bender, Ulrich Bender, Annja Adami

Kunst in/m Holz, Ulrich Bender

Bronzestatue in Holz, Klaudia Alt

Freie Keramik, Annja Adami

Eine künstlerische Plattform für

„Autodidakten“

Vier Wochen nach der Eröffnung von „Bibi's-Kunst-Café“ in Hermeskeil gab es am vergangenen Sonntag die erste Vernissage in der Saarstraße. Fünf „autodidaktische“ Künstler, darunter die Café Betreiberin selbst, überzeugten die Besucher sowohl mit ihren kreativen Arbeiten als auch mit ihrem fairem Denken.

Über 70 Gäste fanden den Weg am Sonntagnachmittag in die kleine Galerie im Herzen von Hermeskeil. Mit diversen Häppchen und Sekt wurden sie von der strahlenden Veranstalterin und Künstlerin Bibiana Bender zur Ausstellung begrüßt. Die zur Zeit in Malborn wohnende „Bibi“ hat sich mit der Eröffnung ihres Kunst-Cafés einen Traum erfüllt. Die Idee dazu kam ihr bei der Betrachtung ihrer eigenen zahlreichen Bilder im heimischen Keller. „Ich wollte gerne eine Plattform für autodidaktischen Künstler, mich selber eingeschlossen. Es soll eine Möglichkeit geben eigene Bilder und Werke auszustellen“, erläutert Bender ihr Konzept. Bodenständigkeit und Recycling sind dabei wichtige Parameter, die sich nicht nur nur in den Ausstellungsstücken, sondern auch in der Einrichtung widerspiegeln. So besteht ein Teil der Bestuhlung aus eigens restaurierten und künstlerisch aufbereiteten fünfziger Jahre Stühlen und Tischen aus einem Malborner Wirtshaus. „Die Möbel sehen so einzigartig aus, warum sollte man so etwas wegwerfen. Sie haben Geschichte und halten bestimmt noch 100 Jahre“, zeigt die Betreiberin auf.

Werke aus Holz, Ton und Keramik

Handwerkliche Hilfe in der Umsetzung der Ausstellungsplätze erhält sie durch ihren Mann Ulrich Bender. Er ist selbst ein „autodidaktischer Künstler“ und seine Werke sind ebenfalls seit diesem Sonntag ausgestellt. Seinen Schwerpunkt sieht er im Arbeiten mit Holz, zeigt aber auch in seinen Steinarbeiten ein hohes Maß an Kunstfertigkeit. Einige Objekte sind biblisch angelehnt, aber nach eigener Aussage lässt er sich vom Holz selbst zur Gestaltung inspirieren und leiten. Mit weiteren Skulpturen und Werken aus Holz,Ton und Keramik zeigen sich zwei Ausstellerinnen, Klaudia Alt(Idar-Oberstein) und Anja Adami (Nohfelden). Besonders ins Auge stechen die Skulpturen von Klaudia Alt. Ihre vier Damen der Elemente oder ein kleines schlafendes Bronzemädchen in einer Holzwurzel geben Einblicke in eine andere phantastische Welt.

Daneben gibt die gelernte Schreinerin und ehemalige Kreativ- Dozentin Anja Adami alten und vielleicht schon verrottenden Holzfundstücken ein neues Leben. Oftmals fügt sie dem aufgearbeiteten Holz gerne kleine Accessoires aus anderen Materialien bei. Das „Altes oder bereits Weggeworfenes“ durchaus noch schön und nützlich ist, diese Botschaft kann man ihrer Kunst entnehmen.

Ein Kunstprojekt der etwas anderen Art zeigt sich im aufgestellten Bücherregal von Jochen Mohr (Oberthal). „Bücherhandel statt Klimawandel“ unterstützt das Pflanzen von neuen Bäumen in Deutschland. In Zusammenarbeit mit „Plant my Tree“ wird für je hundert verkaufte Bücher aus dem Regal ein Baum in Deutschland gepflanzt.

Ein kreativer Ort der Entspannung

Die Ausstellungsplätze im Lokal können von den Künstlern für vier Wochen angemietet werden;a dann wechseln die Künstler und damit bewegt sich das Ambiente des Lokals immer in einem kreativen Prozess. Ein Ort, der den Stress und den Alltag vor der Türe lässt. Und auch für soziale Zwecke findet sich immer ein kleines Eckchen umsonst, dies ist der Inhaberin ein Anliegen.

„Um die jeweiligen Künstler kennenzulernen und mit ihnen ins Gespräch zu gelangen, wird es ein mal im Monat sicherlich eine Vernissage geben“, kündigt Bibiana Bender an.

Stadtbürgermeisterin Lena Weber , die sich die Ausstellung ebenfalls anschaute, findet den Mut zu einem solchen Projekt großartig: „Es ist schön, dass Künstlern in Hermeskeil und Umgebung eine solche Plattform beständig geboten wird und ich bin froh, dass es bereits gut angenommen wird. So etwas hat uns in Hermeskeil auf jeden Fall gefehlt.“(Subi)