Der Niederkeller Torhüter Max Maßmann bei einer energischen Faustabwehr
Das B-Liga-Spiel bot den etwa 170 Zuschauern in Kell von Beginn an pure Dynamik. Während die Gäste in den 90 Minuten vor allem spielerische Akzente setzten, agierten die Hausherren mit einem extrem aggressiven Gegenpressing und überzeugten durch ihre Zweikampfstärke. Die SG Hermeskeil/Züsch ging zwar zweimal in Führung, doch die Gastgeber zeigten sich unbeeindruckt. Mit schnellen Antworten bewiesen sie Nehmerqualitäten und schlugen jeweils postwendend zurück.
Vor allem die Zuschauer des Gästeteams waren zu Beginn des Spiels etwas verwundert, denn der Hermeskeiler Coach hatte die drei Goalgetter Timo Philippi, Adel Aladel sowie Luca Herrloch auf der Reservebank gelassen. Dafür spielte auf der Mittelstürmer-Position Mohamed Badre Aldin, der sonst immer als Außenverteidiger aufgeboten wurde. Erstmals bekam auch der junge Neuzugang Danny Nguyen seine Startelfpremiere und machte seine Sache im Mittelfeld durchaus gut. Die Rolle der klassischen Nummer 10 füllte Reda Hassan aus, der als kreativer Kopf das Hermeskeiler Spiel lenkte. Zwar versuchten die Gäste früh, die Initiative zu ergreifen, doch das aggressive Pressing der Hausherren störte ihren Spielaufbau bereits in der eigenen Hälfte nachhaltig und erzwang wiederholt Ballverluste. So auch in der 6. Minute als durch einen schlampig gespielten Pass die Gastgeber über links an den Ball kamen, Julian Philippi seinen Gegenspieler überdribbelte und durch einen geschickten Querpass Robin Witzel von der Grundlinie aus erreichte, der überlegt zum 1:0 einschob. In der 34. Minute dann eine fast identische Spielsituation, als sich der Hermeskeiler Maximilian Maßing über die linke Außenbahn durchsetzte, auf Mohamed Badr Aldin („Mo“) querlegte, der keine Mühe hatte den Ball zum 1:1-Ausgleich im Netz zu versenken. Danach beinahe der Doppelpack durch „Mo“, als er freistehend vor dem Keller Torhüter Max Maßmann auftauchte, sein Schuss jedoch am Tor vorbeiging. Den muss er eigentlich machen.
Dann hatten die Gäste kurz vor der Halbzeit durch zwei Eckbälle nochmals knifflige Situationen zu überstehen. Diese beiden Szenen waren exemplarisch für das Niederkeller Spiel: Ihre Eckbälle, wie auch die weiten Einwürfe von Julian Philipps beschworen immer wieder große Torgefahr herauf. Dabei konnte sich der bei Hermeskeil in der Innenverteidigung aufgebotene Umar Dauda oftmals, mit seiner Kopfballstärke, aber auch mit seinen Tacklings, als „Turm in der Schlacht“ beweisen.
Kurz nach der Halbzeit nahm sich der im Mittelfeld aufgebotene Elias Malburg ein Herz und hämmerte den Ball aus 20 Metern zum 2:1 in die Maschen des Keller Tores. Aber die Hausherren schlugen prompt zurück. Nach einer Ecke durch den sehr agilen Keller Spielertrainer Simon Witzel war Jakob Reichert mit dem Kopf zur Stelle und glich zum 2:2 (48.) aus. Danach boten sich Großchancen auf beiden Seiten, aber erst in der 57. Minute gingen die Gäste wiederum in Führung. Reda Hassan hatte auf der linken Angriffsseite Aldin Mustafa Mohamed (Mo) eingesetzt der nach einem eleganten Dribbling auf den in der Halbzeitpause eingewechselten Timo Philippi passte, der überlegt zum 3:2 einschob. Aber wieder schlugen die Hausherren kurze Zeit danach zurück. Mit einem langen Ball wird Witzel angespielt, der nach einer eleganten Ballannahme Jakob Reichert in Szene setzt, der zum 3:3-Ausgleich einschiebt.
Danach fand ein wilder Schlagabtausch statt. Beide Teams wollten jetzt unbedingt den Sieg und hofften auf einen „Lucky Punch“. Am Ende war es ein Unentschieden in einem hochklassigen und dramatischen B-Liga-Spiel, das den Spielverlauf widerspiegelte. Das sah auch Gästetrainer Aimé Kinns so, der allerdings einschränkte: „Wenn man beim Spitzenreiter, der bisher keinen Treffer bekommen hat drei Tore erzielt, sollte man eigentlich als Sieger vom Platz gehen.“ (Kö)