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Rund um Hermeskeil
Ausgabe 37/2026
3 - Aus den Hochwaldgemeinden
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Ein besonderer Meilenstein

Gruppenbild anlässlich der Zertifizierungsfeier FÖS St. Martinus Reinsfeld

 

St. Martinus-Schule Reinsfeld als erste Förderschule in Rheinland-Pfalz als Naturpark-Schule ausgezeichnet

Die St. Martinus-Schule Reinsfeld ist die erste Förderschule in Rheinland-Pfalz und zugleich die erste Förderschule im Naturpark Saar-Hunsrück, die als Naturpark-Schule zertifiziert wurde. Damit wird die Schule Teil des bundesweiten Netzwerks der Naturpark-Schulen, das vom Verband Deutscher Naturparke (VDN) koordiniert wird, und setzt ein Zeichen für inklusive Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE).

Wie besonders diese Auszeichnung ist, zeigt auch der Blick auf die bundesweiten Zahlen: Unter den derzeit 379 Naturpark-Schulen in Deutschland befinden sich lediglich sieben Förderschulen. Dem stehen bundesweit rund 2.800 Förderschulen, davon etwa 133 in Rheinland-Pfalz, gegenüber. Die St. Martinus-Schule wird damit Teil eines noch kleinen, aber wegweisenden Kreises von Förderschulen, die Naturpark-Themen und BNE langfristig und praxisnah in ihrem Schulalltag verankern.

Gäste aus Schule, Politik, Verwaltung und Gesellschaft feierten gemeinsam mit den Schüler:innen diesen besonderen Anlass. Die Auszeichnung unterstreicht zugleich, dass BNE und Naturparkthemen unabhängig von der Schulform einen festen Platz im Schulalltag finden können.

Im Rahmen der Feier überreichte Herr Landrat Udo Recktenwald, Vorstandsvorsitzender des Naturparks, die Urkunde und Plakette. Dabei betonte er die besondere Bedeutung dieser Auszeichnung: „Die Entwicklung und Bildung unserer Kinder ist das höchste Gut für die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft. Begeisterungsfähig, empathisch, ungestüm und mit viel Herzblut lassen sich Kinder auf Neues ein.“

Auch Schulleiterin Petra Falterbaum-Thomassin sieht in der Zertifizierung einen wichtigen Schritt für die Zukunft der Schule: „Die gesamte Schulgemeinschaft der St. Martinus-Schule hat sich auf die bevorstehenden Projekttage und die anschließende Ernennung zur Naturparkschule gefreut. Da wir bereits seit vielen Jahren Projekte im Naturpark durchführen und mit vielen Kooperationspartnern zusammenarbeiten, freuen wir uns sehr, jetzt auch offiziell "Naturparkschule" zu werden.“

Auch Yara Hijazi, Fachkraft für BNE beim Naturpark Saar-Hunsrück, hob die besondere Qualität der Zusammenarbeit hervor: „Ich durfte die Wildnis-AG der St. Martinus-Schule begleiten; ein regelmäßiges Lernangebot, bei dem die Schüleri:nnen den Wald als Klassenzimmer nutzen, Feuer machen, schnitzen und die Natur mit allen Sinnen erleben. Dabei hat mich besonders beeindruckt, mit wie viel Freude und Mut sie den Wald erkunden. Man erlebt, wie sie sicher werden, eigene Lösungen finden, ihre Umgebung aufmerksam wahrnehmen und mit großer Begeisterung Neues entdecken. Ihr Wissen über die regionale Natur und ihre unermüdliche Neugier haben mich wirklich beeindruckt. Genau diese Begeisterung und Neugierde möchten wir als Naturpark Saar-Hunsrück erhalten und weiter fördern.“

Natur ist an der St. Martinus-Schule kein Unterrichtsthema, sie ist Klassenzimmer. Ein besonderes Herzstück ist dabei die Draußen-Schule: Regelmäßig tauschen die Schüler:innen das Klassenzimmer gegen den Wald und lernen direkt in der Natur. Hier wird Natur nicht nur erklärt, sondern erlebt: Die Kinder entdecken ihre Umwelt mit allen Sinnen, wachsen an neuen Herausforderungen und entwickeln Schritt für Schritt eine enge Verbindung zu ihrer Region und ihrer Umwelt.

Blick auf die Zukunft

Mit der Auszeichnung beginnt die nächste Etappe der Zusammenarbeit. Für die kommenden fünf Jahre verpflichten sich die St. Martinus-Schule und der Naturpark Saar-Hunsrück, Naturpark-Themen dauerhaft im Schulalltag zu verankern und gemeinsam weiterzuentwickeln. Dazu gehören Projekte zu Natur, Umwelt, regionaler Kultur und BNE, die Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern sowie Fortbildungen für Lehrkräfte.

Der Naturpark begleitet die Schule dabei fachlich und organisatorisch und stellt Bildungsangebote und Materialien zur Verfügung. Nach fünf Jahren wird die Zusammenarbeit im Rahmen einer Rezertifizierung gemeinsam evaluiert und weiterentwickelt.