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Rund um Hermeskeil
Ausgabe 37/2026
2 - Hermeskeiler Stadtnotizen
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Krankenhausreform: Rheinland-Pfalz setzt auf alle Standorte

Hermeskeil als Vorreiter

Rheinland-Pfalz will seine Krankenhauslandschaft grundlegend neu ordnen – und dabei keinen Standort aufgeben. Sieben kleinere Häuser sollen ab 2027 als sogenannte Regiokliniken eine neue Rolle übernehmen. Hermeskeil ist dabei kein Neuling: Der Standort wurde bereits im August 2025 als erste Regioklinik des Landes ausgezeichnet. Nun wird das Modell zum Bestandteil der landesweiten Krankenhausplanung.

Die vergangenen Tage haben für die Krankenhäuser in Rheinland-Pfalz wichtige Weichenstellungen gebracht. Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) hat die beabsichtigte Verteilung der sogenannten Leistungsgruppen vorgestellt. Gleichzeitig steht inzwischen auch die Finanzierung der neuen sektorenübergreifenden Versorgungseinrichtungen – also jener Einrichtungen, die ambulante und stationäre Versorgung miteinander verbinden sollen.

Die zentrale Botschaft des Landes lautet: Alle 74 Krankenhausstandorte in Rheinland-Pfalz sollen erhalten bleiben. Gleichzeitig sollen die Häuser künftig unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Manche Kliniken werden sich auf bestimmte medizinische Leistungen spezialisieren, sechs Standorte sollen neben Hermeskeil zu Regiokliniken weiterentwickelt werden.

Gesundheitsminister Hoch spricht von einer Krankenhauslandschaft, in der Qualität und Versorgungssicherheit zusammen gedacht werden müssten. Die Regiokliniken sieht er als ein Modell für die Zukunft: Sie sollen ambulante und stationäre Angebote miteinander verbinden und vor allem die wohnortnahe Grundversorgung sicherstellen.

61 Leistungsgruppen bestimmen künftig, was ein Krankenhaus leisten darf

Eine zentrale Rolle spielen dabei die sogenannten Leistungsgruppen. Sie sind ein Kernstück der Krankenhausreform und legen fest, welche medizinischen Leistungen an welchem Standort erbracht werden dürfen. Dabei geht es nicht allein um die Frage, ob eine Klinik eine bestimmte Behandlung grundsätzlich anbieten möchte. Voraussetzung ist vielmehr, dass definierte Qualitätsanforderungen erfüllt werden. Dazu gehören beispielsweise die notwendige personelle Ausstattung, die fachliche Qualifikation sowie bestimmte medizinische Geräte und Strukturen. Rheinland-Pfalz ist nach eigenen Angaben das erste Bundesland, das diese bundesweit vorgegebenen Leistungsgruppen bereits konkret auf seine Krankenhauslandschaft anwenden will. Insgesamt beantragten die Kliniken des Landes 1.325 Leistungsgruppen. Der Medizinische Dienst bewertete davon 1.065 positiv. 220 beantragte Leistungsgruppen will das Land dagegen nicht zuweisen; 165 davon waren bereits vom Medizinischen Dienst negativ beurteilt worden. In den kommenden Wochen läuft nun das Anhörungsverfahren. Die endgültigen Entscheidungen über die einzelnen Leistungsgruppen sollen nach den Worten des Ministers noch im September fallen.

Hermeskeil bleibt Regioklinik

Während sich andere Standorte erst auf ihre neue Rolle einstellen, hat der Hochwaldstandort den Wandel bereits vollzogen. Am 12. August 2025 wurde das frühere St. Josef-Krankenhaus als erste Regioklinik in Rheinland-Pfalz anerkannt.

Heute bündelt der Marienhaus Campus Hermeskeil unter einem Dach verschiedene Angebote – von der Regioklinik über das Medizinische Versorgungszentrum und das ambulante OP-Zentrum bis hin zur psychiatrischen Tagesklinik und geriatrischen Rehabilitation. Ergänzt wird das Angebot durch weitere therapeutische und pflegerische Leistungen.

Drei Leistungsgruppen für Hermeskeil

Die nun vorgesehene Leistungsgruppenzuweisung knüpft an diesen eingeschlagenen Weg an. Für die Marienhaus Regioklinik St. Josef sind die Allgemeine Innere Medizin, die Allgemeine Chirurgie und die Geriatrie vorgesehen. Damit bleibt der Standort auf eine wohnortnahe Grundversorgung ausgerichtet – mit internistischer und chirurgischer Behandlung sowie einem besonderen Schwerpunkt auf der Versorgung älterer Menschen.

Was in Hermeskeil bereits als Pilotprojekt erprobt wurde, soll damit künftig auch an sechs weiteren Standorten in Rheinland-Pfalz zum Modell für die medizinische Versorgung im ländlichen Raum werden.

Auch die Finanzierung steht inzwischen

Ein weiterer wichtiger Schritt ist in der vergangenen Woche erfolgt, denn mittlerweile steht für die sektorenübergreifenden Versorgungseinrichtungen ein bundeseinheitliches Finanzierungsmodell. GKV-Spitzenverband, Deutsche Krankenhausgesellschaft und Verband der Privaten Krankenversicherung haben sich auf die Vergütung für die Jahre 2027 bis 2029 verständigt. Damit gibt es erstmals einen konkreten finanziellen Rahmen für die neue Versorgungsform.

Im Jahr 2027 soll jedes finanzierungsrelevante Bett mit einer jährlichen Strukturpauschale vergütet werden. Hinzu kommt eine Sachkostenpauschale je vollstationärem Belegungstag. Für die kleinen Häuser ist das ein wichtiger Unterschied zum klassischen Krankenhausgeschäft: Ein Teil der Finanzierung orientiert sich nicht unmittelbar an der Zahl der behandelten Fälle, sondern an der vorhandenen Struktur. Damit soll insbesondere in ländlichen Regionen die notwendige Versorgung vorgehalten werden können, auch wenn nicht ständig hohe Fallzahlen erreicht werden. Die Vereinbarung gilt zunächst für drei Jahre und soll damit gerade in der Startphase Planungssicherheit schaffen. (LeWe)