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Rund um Hermeskeil
Ausgabe 37/2026
2 - Hermeskeiler Stadtnotizen
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Vom Verfall zur neuen Pracht

Zur Enthüllung der erneuerten Uhr kamen neben dem Stadtvorstand auch Vertreter der Karl und Katharina Heil-Stiftung, des Deutsch-Französischen Freundeskreises und des Heimatvereins zusammen. Initiator Hermann Dellwing vertrat den AK Sonnenuhren der Deutschen Gesellschaft für Chronometrie.

Passenderweise konnte unser Redakteur Bernd Willems analog zur aktuellen Einweihung auch ein historisches Foto aus dieser Zeit im Archiv auftreiben: Es stammt von vor 27 Jahren und zeigt die Sonnenuhr, wie sie seinerzeit von der deutschen Delegation in St. Fargeau entgegengenommen wurde. Es zeigt von r. n. l. Jean Patin, Monsieur Bordier, Stadtbürgermeisterin Ilona König, Hermann Speicher und Monsieur Trotard sowie den Vertreter des rheinland-pfälzisch/burgundischen Partnerschaftsverbandes Breullier.

 

 

 

Sonnenuhr als Symbol der deutsch-französischen Freundschaft wieder instand gesetzt

Es war die „etwas andere Feier“, die vergangene Woche auf dem Platz am Stölpe-Pater-Brunnen in der Saarstraße gefeiert wurde: Die Sonnenuhr, ein Geschenk der französischen Partnerstadt Saint-Fargeau anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft, wurde nach aufwendiger Restaurierung wieder feierlich enthüllt. 

Die Geschichte der Sonnenuhr reicht zurück ins Jahr 1999. Damals besuchte eine Hermeskeiler Delegation die Partnerstadt im französischen Burgund. Anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft überreichten die Gastgeber der Stadt Hermeskeil die Sonnenuhr als Geschenk. Sie sollte – so kündigte man sogleich an – einen besonderen Platz in Hermeskeil finden. Dieser war in der Saarstraße schnell gefunden.

Von Beginn an war auch Hermann Dellwing mit der Sonnenuhr verbunden. Der begeisterte Sonnenuhrenfreund und Kenner hatte sich bereits 1999 auf Bitte des damaligen Vorsitzenden des Arbeitskreises der Städtepartnerschaft, Hermann Speicher, mit der Uhr beschäftigt und bei ihrer Begutachtung und Aufstellung geholfen. In den folgenden Jahrzehnten agierte Dellwing als „stiller Hüter“ des Zeitmessers und kümmerte sich wie auch der Heimatverein um den Erhalt. Das war durchaus notwendig, denn der verwendete Stein erwies sich als empfindlich gegenüber Witterungseinflüssen. Bedauerlicherweise war die Uhr im Laufe der Jahre wiederholt von Vandalismus betroffen.

Ende vergangenen Jahres machte Dellwing Stadtbürgermeister Christoph König auf den inzwischen sehr desolaten Zustand der Sonnenuhr aufmerksam, sie war praktisch in mehrere Teile zerbrochen. Zugleich stellte er den Kontakt zum Arbeitskreis Sonnenuhren der Deutschen Gesellschaft für Chronometrie her und setzte sich dafür ein, Fördermittel für eine fachgerechte Restaurierung zu erhalten.

Mit Erfolg: Der Fachkreis Sonnenuhren stellte eine Förderung in Höhe von 1.500 Euro in Aussicht. Die Restaurierungsarbeiten wurden schließlich von einem Steinmetz aus Grimburg ausgeführt. Die Kosten beliefen sich auf rund 3.000 Euro. Weitere finanzielle Unterstützung kam von der Karl und Katharina Heil-Stiftung mit 1.000 Euro sowie vom Deutsch-Französischen Freundschaftskreis Hermeskeil-St. Fargeau.

Ein gemeinsames Projekt

Bei der Enthüllung würdigte Stadtbürgermeister Christoph König das Engagement aller Beteiligten. Günter Weber von der Karl und Katharina Heil-Stiftung betonte, wie wichtig es sei, Orte der Begegnung zu fördern: „Solche Plätze zu schaffen, ist uns eine Herzensangelegenheit“, so Weber. Er dankte allen, die zur Restaurierung und Wiederaufstellung beigetragen hatten, und verband dies mit der Hoffnung, dass die Sonnenuhr künftig von vorsätzlichen Beschädigungen verschont bleibt.

Auch Corinna Schneider, Vorsitzende des Deutsch-Französischen Freundeskreises Hermeskeil-St. Fargeau, zeigte sich erfreut über die gelungene Restaurierung. Für den Freundeskreis sei es immer wieder ein Thema, wie die Geschenke aus der Partnerstadt in Hermeskeil sichtbar und erlebbar bleiben könnten. „Umso trauriger waren wir natürlich wegen des Zustandes der Sonnenuhr“, erklärte Schneider. Als die Idee zur Restaurierung aufkam, sei für den Verein deshalb schnell klar gewesen, sich zu beteiligen.

Die restaurierte Sonnenuhr wurde nach Abschluss der Arbeiten mithilfe des Heimatvereins wieder aufgestellt. Auch Hermann Dellwing packte selbst mit an. Sein Engagement für die Uhr soll damit nicht enden: Er hat sich bereit erklärt, auch künftig ein Auge auf die Sonnenuhr zu werfen und insbesondere nach der Wintereinlagerung bei der korrekten Ausrichtung behilflich zu sein.

Bei der Enthüllung erläuterte Dellwing den Anwesenden zudem die Funktionsweise der Sonnenuhr. Denn ganz so einfach, wie es auf den ersten Blick scheint, ist das Ablesen der Zeit nicht: Neben dem Schattenwurf muss auch die auf der zweiten Informationstafel dargestellte Korrekturskala berücksichtigt werden.

Überwinterung im Bauhof

Lange wird die Sonnenuhr allerdings nicht an ihrem jetzigen Standort stehen bleiben. Im Rahmen der Innenstadtentwicklung soll der Platz am Stölpe-Pater-Brunnen im kommenden Jahr neugestaltet werden. Auch die defekte Brunnentechnik soll repariert werden. Während der Bauphase wird die Sonnenuhr deshalb sicher im Bauhof verwahrt. Mit der Fertigstellung des neugestalteten Platzes soll sie anschließend wieder an ihren angestammten Standort zurückkehren. Zum Abschluss der Feier wurde passend zum Anlass mit den Jubiläumsgläsern aus 1999 „25 Jahre Hermeskeil – St. Fargeau“ angestoßen. (LeWe)